Beim Brustschwimmen wirkt ein grosser Armzug zunächst kräftig: Die Hände ziehen weit nach aussen und bis neben den Körper zurück. Für Einsteiger fühlt sich das nach viel Vortrieb an. Häufig entsteht aber das Gegenteil. Der Oberkörper richtet sich stark auf, die Arme bleiben lange hinten und der Körper verliert die schmale Gleitform.
Ein wirksamer Brustarmzug ist kompakter, als viele erwarten. Die Hände öffnen sich aus der Vorhalte, Unterarme und Hände fassen Wasser und bewegen sich danach wieder zügig vor den Körper. Die Ellbogen bleiben dabei grundsätzlich vor den Schultern. Danach werden die Arme schmal nach vorne geführt und der Körper kann gleiten.
Der Armzug bereitet die nächste Gleitphase vor
Brustschwimmen besteht nicht aus dauerndem Ziehen. Vortrieb und Widerstand wechseln sich ab. Während der Zug- und Druckphase erzeugst du Antrieb. Anschliessend sollen Hände, Arme, Kopf und Rumpf wieder eine möglichst günstige Linie bilden. Je länger die Hände neben den Rippen oder sogar an der Hüfte bleiben, desto später beginnt diese Linie.
In Schweizer Schwimmtests wird der Brustarmzug deshalb mit einer begrenzten Auswärtsbewegung, einer beschleunigten Einwärtsbewegung und einer schmalen Rückführung beschrieben. Die Ellbogen sollen nicht hinter die Schultern geführt werden. Das ist ein hilfreicher Orientierungspunkt für Kinder und Erwachsene, unabhängig davon, ob sie auf ein Abzeichen wie Fish hinarbeiten oder einfach entspannter Bahnen schwimmen möchten.
Technik-Lupe · Brust
Kompakt ziehen. Schmal nach vorne.
Beobachte Hände und Ellbogen in Zeitlupe – und vergleiche ihren Weg mit der Schulterlinie.
✓ Die Ellbogen bleiben vor der Schulterlinie. Die Hände finden auf kurzem Weg zusammen und werden schmal nach vorne geführt.
Schematische Zeitlupe nur für den Armzug. Beinschlag, Atmung und Körperbewegung sind bewusst ausgeblendet. Pause hält die aktuelle Position fest.
So läuft die Bewegung ab
1. Öffnen: Aus der gestreckten Position drehen sich die Hände leicht nach aussen. Die Bewegung bleibt kontrolliert. Du musst die Arme nicht sofort maximal spreizen.
2. Wasser fassen und einwärts bewegen: Unterarme und Hände stellen sich gegen das Wasser. Die Hände bewegen sich auf einer gerundeten Bahn nach innen. Der Druck nimmt zu, ohne dass du die Ellbogen bis an die Rippen ziehst.
3. Schmal nach vorne: Vor der Brust kommen die Hände näher zusammen. Dann schiebst du sie zügig nach vorne. Kopf und Oberkörper folgen in eine längere Position. Jetzt beginnt die Gleitphase, während der Beinschlag seinen Vortrieb entfalten kann.
Typische Zeichen für einen zu grossen Zug
Du erkennst einen übergrossen Armzug daran, dass deine Hände fast die Hüfte berühren, die Ellbogen deutlich hinter die Schulterlinie geraten oder du nach jedem Zug lange brauchst, um die Arme wieder nach vorne zu bringen. Häufig hebt sich der Kopf sehr hoch und die Beine sinken ab. Das Schwimmen wirkt dann wie eine Folge einzelner Kraftaktionen statt wie ein gleichmässiger Rhythmus.
Drei Übungen für die nächste Hallenbad-Lektion
Kleine Kreise im standtiefen Wasser: Beuge den Oberkörper leicht vor, lege Gesicht und Arme ins Wasser und führe nur einen kleinen Brustarmzug aus. Stoppe, bevor die Ellbogen hinter die Schultern wandern. Stelle dich danach wieder hin und beginne neu.
Brustarme mit leichtem Wechselbeinschlag: Ein sanfter Kraulbeinschlag hält dich in Bewegung, während du dich auf die Arme konzentrierst. Schwimme kurze Strecken und achte auf die Reihenfolge öffnen, fassen, Hände zusammen, nach vorne.
Zug zählen: Schwimme 10 bis 15 Meter in ruhigem Tempo und zähle die Armzüge. Versuche nicht, die Zahl mit Gewalt zu reduzieren. Suche stattdessen einen kompakten Zug und eine klar erkennbare Gleitphase. In einer Schwimmschule kann eine Kursleitung beurteilen, ob dein Rhythmus zum Beinschlag passt.
Kompakt bedeutet nicht kraftlos
Ein kleinerer Bewegungsweg kann sehr wirksam sein, wenn Hände und Unterarme das Wasser gut fassen. Entscheidend ist nicht, wie weit du nach hinten kommst, sondern ob du Druck aufbaust und danach ohne Umweg wieder in die Gleitlage findest. So wird Brustschwimmen ruhiger, rhythmischer und oft auch angenehmer für Nacken und Schultern.
Übe zunächst über kurze Distanzen und mit genügend Pause. Sobald die Bewegung hektisch wird, wird der Zug meistens wieder zu gross. Qualität vor Länge ist gerade beim Techniklernen im Hallenbad die bessere Strategie.
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