Schlagwort: Schwimmtechnik

  • Orientieren im See: Krokodilblick statt Kopf hoch

    Im Hallenbad führt dich die schwarze Linie am Boden. Im Zürichsee, im Thunersee oder in der Badi am Bielersee gibt es sie nicht. Wer dort krault, schwimmt ohne Kontrolle schnell einen Bogen und landet zwanzig Meter neben dem Ziel. Die meisten heben deshalb alle paar Züge den ganzen Kopf aus dem Wasser. Das funktioniert, kostet aber viel Kraft. Besser ist der Krokodilblick.

    Warum der hohe Kopf bremst

    Der Kopf wiegt rund fünf Kilo. Hebst du ihn ganz aus dem Wasser, drückt dieses Gewicht den Oberkörper nach oben und die Hüfte nach unten. Der Körper stellt sich schräg, die Beine hängen, und du schiebst Wasser vor dir her. Dazu kommt ein steifer Nacken nach wenigen hundert Metern.

    Orientieren im See: Kopf hoch oder Krokodilblick?

    Bewege den Schalter und beobachte, was mit Hüfte und Beinen passiert.

    Orientieren im offenen Wasser: ganz angehobener Kopf und Krokodilblick im Vergleich Zwei vereinfachte Seitenansichten einer Person, die im See auf eine gelbe Boje zuschwimmt. Zuerst hebt sie den ganzen Kopf weit aus dem Wasser, die Hüfte sinkt und die Beine hängen schräg nach unten. Danach hebt sie nur die Augen knapp über die Oberfläche, der Körper bleibt flach. Kopf hoch: Die Beine sinken Wer den ganzen Kopf hebt, bremst bei jedem Blick. Kopf hoch heisst Hohlkreuz und hängende Beine. Vereinfachte Seitenansicht · im See nie alleine schwimmen
    Kopf hoch Krokodilblick

    Beim Krokodilblick kommen nur die Augen über die Wasserlinie. Mund und Nase bleiben im Wasser. Der Blick dauert einen Sekundenbruchteil, danach geht der Kopf wieder nach unten oder dreht zum Atmen zur Seite.

    Die Technik in drei Schritten

    1. Drücken: Während eine Hand vorne eintaucht, drückt sie leicht nach unten. Das hebt die Augen aus dem Wasser.
    2. Schauen: Kurz nach vorne blicken, nur bis zur Nasenwurzel auftauchen. Nicht einatmen.
    3. Drehen: Den Kopf in derselben Bewegung zur Seite drehen und wie gewohnt atmen.

    Schauen und Atmen sind also zwei getrennte Dinge. Wer beides gleichzeitig vorne erledigen will, muss den Kopf viel höher heben.

    Wie oft schauen?

    Bei ruhigem Wasser reicht ein Blick alle sechs bis zehn Züge. Bei Wellen oder Seitenwind öfter. Wenn du beim ersten Blick nichts erkennst, schwimm zwei Züge weiter und schau noch einmal, statt den Kopf länger oben zu halten.

    Das richtige Ziel wählen

    • Gross und fest: Ein Kirchturm, ein Bootshaus, eine markante Baumgruppe. Bojen verschwinden hinter kleinen Wellen.
    • Hoch über dem Wasser: Was aus Wasserhöhe sichtbar sein soll, muss über das Ufer hinausragen.
    • Vorher festlegen: Schau dir die Strecke vom Ufer aus an, bevor du losschwimmst.
    • Sonne beachten: Gegen die tiefe Abendsonne siehst du nichts. Plane die Richtung entsprechend.

    Im Hallenbad üben

    Der Herbst ist die richtige Zeit, um den Krokodilblick für den nächsten Sommer vorzubereiten. Schwimm im Hallenbad eine Länge Kraul und schau dabei drei- bis viermal kurz auf die Uhr oder den Startblock am Ende der Bahn. Achte darauf, dass die Beine an der Oberfläche bleiben. Als Steigerung schwimmst du einige Züge mit geschlossenen Augen und kontrollierst dann mit einem Blick, ob du noch gerade liegst. Mach das nur in einer freien Bahn.

    Sicherheit geht vor Technik

    Orientierung schützt nicht vor den Risiken im offenen Wasser. Die sechste Baderegel der SLRG lautet: «Lange Strecken nie alleine schwimmen!» Schwimm parallel zum Ufer, nimm eine Schwimmboje mit und meide Bereiche mit Kursschiffen und Motorbooten. Wenn du dich unsicher fühlst, dreh dich auf den Rücken, atme ruhig und orientiere dich in Ruhe neu.

    Häufige Fehler beim Orientieren

    • Schauen und atmen gleichzeitig nach vorne: Wer den Mund vorne aus dem Wasser hebt, muss den Kopf weit hochnehmen. Schau zuerst kurz nach vorne und atme danach wie gewohnt zur Seite.
    • Zu lange schauen: Ein Blick dauert weniger als eine Sekunde. Siehst du das Ziel nicht sofort, schwimmst du zwei Züge weiter und schaust noch einmal.
    • Beinschlag vergessen: Im Moment des Blicks hilft ein etwas kräftigerer Beinschlag, damit die Hüfte oben bleibt.
    • Bei Wellen im falschen Moment schauen: Im Wellental siehst du nur Wasser. Warte, bis dich die Welle anhebt.
    • Blind den anderen folgen: Wer nur den Füssen vor sich nachschwimmt, übernimmt deren Umwege. Prüfe die Richtung selbst.

    Rechne am Anfang damit, dass du trotz allem Schlangenlinien schwimmst. Das geht allen so. Mit jeder Einheit im See werden die Korrekturen kleiner.

    Fazit: kurz schauen, flach bleiben

    Im See musst du wissen, wohin du schwimmst. Dafür braucht es keinen hohen Kopf, sondern einen kurzen Blick mit den Augen knapp über dem Wasser. So bleibt die Wasserlage erhalten, der Nacken entspannt, und du kommst dort an, wo du hinwolltest.

  • Anschlag an der Wand: strecken statt noch einen halben Zug

    Die letzten zwei Meter einer Länge sind die Stelle, an der viele Schwimmerinnen und Schwimmer ihre Technik vergessen. Der Kopf geht hoch, die Augen suchen die Wand, die Arme machen noch einen kleinen Verlegenheitszug, und der Körper bleibt einen halben Meter vor dem Ziel stehen. Das kostet jedes Mal Schwung und macht die nächste Länge unnötig streng. Ein sauberer Anschlag ist keine Sache für Wettkämpfer. Er ist eine Gewohnheit, die jede Länge runder macht.

    Was vor der Wand schiefgeht

    Das Problem ist die Distanz. Du kommst an und merkst: Für einen ganzen Armzug reicht der Platz nicht, zum Gleiten ist es scheinbar zu weit. Also machst du einen halben Zug. Der Arm taucht kurz vor dem Kopf ein, zieht ein Stück und muss dann doch noch nach vorne zur Wand. In dieser Zeit sinkt die Geschwindigkeit fast auf null.

    Gleichzeitig hebt sich der Kopf, weil du die Wand sehen willst. Sobald der Kopf steigt, sinken Hüfte und Beine, und der Körper stellt sich schräg gegen das Wasser. Aus einer flachen Schwimmlage wird in einer Sekunde eine Bremse.

    Anschlag: noch ein kurzer Zug oder strecken?

    Bewege den Schalter und vergleiche die letzten Zentimeter vor der Wand.

    Anschlag an der Wand: zusätzlicher kurzer Armzug und gestrecktes Hineingleiten im Vergleich Zwei vereinfachte Seitenansichten einer Person in Bauchlage kurz vor der Beckenwand. Zuerst ist der vordere Arm gebeugt und setzt zu einem weiteren kurzen Zug an, der Kopf ist angehoben und zwischen Hand und Wand bleibt eine Lücke. Danach ist ein Arm lang gestreckt, die Fingerspitzen berühren die Wand und der Kopf bleibt unten. Kurzer Zug: Du stehst vor der Wand Der Kopf geht hoch, der Schwung ist weg, die Hand kommt zu spät. Ein halber Zug bringt weniger als gestrecktes Gleiten. Vereinfachte Seitenansicht · in belebten Bahnen an der Wand Platz machen
    Kurzer Zug Strecken

    Der saubere Anschlag in drei Punkten

    1. Letzten Zug zu Ende bringen: Mach den Armzug, den du begonnen hast, vollständig. Fang danach keinen neuen an, wenn die Wand näher ist als eine Armlänge plus ein Stück Gleiten.
    2. Arm strecken, auf die Seite drehen: Der vordere Arm bleibt lang, die Schulter schiebt sich nach vorne. Wenn du dich leicht auf die Seite des gestreckten Arms drehst, gewinnst du noch einmal ein paar Zentimeter Reichweite.
    3. Kopf unten, Beine arbeiten: Der Blick bleibt zum Boden gerichtet. Der Beinschlag läuft weiter, bis die Fingerspitzen die Wand berühren. Erst dann hebst du den Kopf.

    Woher du weisst, wo die Wand ist

    Du musst die Wand nicht ansehen, um sie zu finden. In den meisten Schweizer Hallenbädern endet die dunkle Bahnlinie am Boden mit einem Querbalken, einem T. Dieses T liegt rund zwei Meter vor der Wand. Wenn es unter deinem Kopf durchzieht, weisst du: noch ein Zug, dann strecken. Auch an der Wand selbst ist meistens ein Kreuz aufgemalt, das du mit gesenktem Kopf aus dem Augenwinkel siehst.

    Beim Rückenschwimmen übernehmen die Fähnchen diese Aufgabe, die fünf Meter vor der Wand quer über dem Becken hängen. Zähle einmal, wie viele Armzüge du von den Fähnchen bis zur Wand brauchst. Diese Zahl bleibt erstaunlich konstant. Beim letzten Zug bleibt der Arm gestreckt hinter dem Kopf, damit die Hand vor dem Kopf ankommt.

    Brust und Delfin: mit beiden Händen

    Beim Brust- und Delfinschwimmen schlagen im Wettkampf beide Hände gleichzeitig an. Auch wenn du nie an einem Wettkampf startest, lohnt sich die Gewohnheit, weil sie dich zwingt, gestreckt in die Wand zu gleiten. Beim Brustschwimmen heisst das: Nach dem letzten Beinschlag bleibst du lang, die Hände zusammen, der Kopf zwischen den Armen. Fehlt ein Stück, machst du lieber noch einen Beinschlag als einen halben Armzug.

    Zwei Übungen fürs Hallenbad

    • Anschwimmen ab der Mitte: Starte in der Mitte der Bahn und schwimm zügig zur Wand. Ziel ist, mit gestrecktem Arm und ohne Bremsen anzukommen. Wiederhole das sechsmal und verändere jedes Mal leicht den Startpunkt, damit die Distanz nicht immer aufgeht.
    • Züge zählen ab dem T: Merke dir, wie viele Züge du vom Querbalken am Boden bis zur Wand brauchst. Nach ein paar Längen kennst du deine Zahl und kannst den letzten Zug bewusst lang machen.

    Rücksicht an der Wand

    Im öffentlichen Schwimmen stehen an der Wand oft Leute, die Pause machen. Schlage in einer Ecke der Bahn an und rücke danach zur Seite, damit die nächste Person wenden kann. Wenn du selbst pausierst, lass die Mitte der Wand frei. Und schwimm nie mit voller Kraft blind in die Wand: Gestreckt ankommen heisst kontrolliert ankommen, nicht hineinkrachen.

    Fazit

    Ein guter Anschlag ist unspektakulär. Der letzte Zug wird fertig gemacht, der Arm bleibt lang, der Kopf bleibt unten, und die Beine schieben dich in die Wand. Orientiere dich am T am Boden statt mit erhobenem Kopf. Wer das bei jeder Länge so macht, schwimmt ruhiger, kommt entspannter an und hat den ersten Schritt zu einer flüssigen Wende schon gelernt.

  • Hakenfüsse beim Beinschlag: warum du nicht vorwärtskommst

    Du hältst das Schwimmbrett, strampelst, was die Beine hergeben, und bewegst dich kaum von der Stelle. Manche Erwachsene treiben beim Kraulbeinschlag sogar langsam rückwärts. Das liegt selten an fehlender Kraft oder Kondition. Fast immer sind es die Füsse. Sind die Fussspitzen angezogen, stehen sie wie Haken im Wasser und bremsen jede Bewegung, die das Bein darüber macht.

    Was Hakenfüsse sind

    Von Hakenfüssen spricht man, wenn Fuss und Schienbein einen rechten Winkel bilden, so wie beim Stehen oder Gehen. An Land ist das die normale Stellung. Im Wasser sollte der Fuss beim Kraul- und Rückenbeinschlag dagegen die Verlängerung des Schienbeins sein, lang und locker wie bei einer Balletttänzerin, nur ohne Spannung.

    Viele Erwachsene, die spät schwimmen lernen, behalten die Landstellung bei, ohne es zu merken. Besonders häufig ist das bei Läuferinnen, Velofahrern und Fussballern, deren Sprunggelenke kräftig, aber wenig beweglich sind.

    Beinschlag: Hakenfüsse oder lange Füsse?

    Bewege den Schalter und beobachte die Füsse.

    Kraulbeinschlag mit angezogenen Hakenfüssen und mit langen, lockeren Füssen im Vergleich Zwei vereinfachte Seitenansichten einer Person in Bauchlage mit den Armen voraus. Zuerst sind die Fussspitzen angezogen, die Füsse stehen wie Haken quer im Wasser. Danach sind die Füsse lang und locker gestreckt und wirbeln die Oberfläche leicht auf. Hakenfüsse: Bremse am Ende des Beins Die Fussspitzen zeigen zum Boden statt nach hinten. Viel Arbeit in den Beinen, aber kaum Vortrieb. Vereinfachte Seitenansicht · gilt für Kraul- und Rückenbeinschlag, nicht für Brust
    Hakenfüsse Lange Füsse

    Warum der Fuss über Vortrieb entscheidet

    Beim Kraulbeinschlag schiebt der Rist, also die Oberseite des Fusses, das Wasser nach hinten unten. Ist der Fuss gestreckt, wirkt er wie eine kleine Flosse: Das Wasser wird nach hinten weggedrückt, und du bewegst dich nach vorne. Ist die Fussspitze angezogen, trifft das Wasser beim Abwärtsschlag auf die Fusssohle und wird nach vorne geschoben. Du erzeugst Schub in die falsche Richtung. Dazu hängt der Fuss tiefer im Wasser und vergrössert den Widerstand.

    Darum bringt mehr Kraft bei Hakenfüssen nichts. Du wirst nur schneller müde. Die Lösung liegt in der Stellung und Lockerheit des Sprunggelenks.

    Der Selbsttest

    1. An Land: Setz dich mit gestreckten Beinen auf den Boden und strecke die Füsse. Kommen die Zehen deutlich Richtung Boden, ist die Beweglichkeit gut. Bleibt der Fuss fast senkrecht stehen, sind die Sprunggelenke steif.
    2. Im Wasser: Mach eine Länge Kraulbeinschlag mit Brett. Kommst du kaum voran, obwohl die Beine brennen, sind Hakenfüsse die wahrscheinlichste Ursache.
    3. Mit Hilfe: Lass jemanden vom Beckenrand aus auf deine Füsse schauen oder dich kurz filmen, wo das erlaubt ist.

    Übungen für lange Füsse

    • Beinschlag im Sitzen: Setz dich auf den Beckenrand, die Unterschenkel im Wasser, und schlage locker aus der Hüfte. Schau zu, wie der Rist das Wasser nach vorne wegschiebt. Die Oberfläche soll brodeln, nicht spritzen.
    • Rückenbeinschlag: In Rückenlage siehst du deine Zehen. Sie sollen bei jedem Schlag knapp die Oberfläche durchbrechen. Knie bleiben unter Wasser.
    • Grosse Zehen streifen: Dreh die Füsse leicht nach innen, bis sich die grossen Zehen bei jedem Schlag fast berühren. Diese Stellung streckt den Fuss von selbst.
    • Kurzflossen: Sie drücken den Fuss sanft in die Streckung und lassen dich spüren, wie sich Vortrieb aus den Beinen anfühlt. Zwei bis vier Längen genügen, danach ohne Flossen dasselbe Gefühl suchen.

    Beweglichkeit an Land

    Steife Sprunggelenke werden nicht in einer Woche weich. Eine einfache Übung hilft: Knie dich auf eine Matte und setz dich langsam auf die Fersen, sodass die Fussrücken flach am Boden liegen. Bleib zwanzig bis dreissig Sekunden und atme ruhig. Es darf ziehen, aber nicht schmerzen. Wer Knieprobleme hat, lässt diese Übung weg und kreist stattdessen die Füsse im Sitzen. Ein paar Minuten vor dem Fernseher, drei- bis viermal pro Woche, zeigen nach einigen Wochen Wirkung.

    Locker ist nicht dasselbe wie gespannt

    Wer die Fussspitzen mit aller Kraft streckt, bekommt nach einer halben Länge einen Krampf in der Fusssohle oder in der Wade. Der Fuss soll lang sein, aber weich, so wie ein Pinsel am Ende des Stiels. Das Wasser selbst drückt ihn beim Abwärtsschlag in die Streckung, wenn du ihn lässt. Kommt doch ein Krampf, halt am Rand an, zieh die Fussspitze zum Schienbein und warte, bis er nachlässt.

    Wichtig: Beim Brustschwimmen gilt das Gegenteil. Dort sind die Füsse im Schwung bewusst angezogen und ausgedreht. Lange Füsse brauchst du für Kraul, Rücken und Delfin.

    Fazit

    Wenn dein Beinschlag viel kostet und wenig bringt, schau zuerst auf die Füsse. Lange, lockere Füsse machen aus dem Strampeln einen Antrieb, und sie lassen die Beine höher liegen. Kombiniere im Hallenbad ein paar Längen Rückenbeinschlag mit kurzen Flosseneinheiten und dehne die Sprunggelenke zu Hause. Der Unterschied kommt nicht über Nacht, aber er kommt.

  • Brustbeinschlag: Fersen zum Gesäss statt Knie unter den Bauch

    Brustschwimmen ist die Lage, die in der Schweiz fast alle zuerst gelernt haben, und gleichzeitig die, bei der sich die meisten selbst ausbremsen. Du machst einen kräftigen Beinschlag, spürst kurz Schwung, und beim nächsten Anziehen der Beine stehst du beinahe still. Wenn dir das bekannt vorkommt, liegt es sehr wahrscheinlich an einem einzigen Detail: Du ziehst die Knie unter den Bauch, statt die Fersen zum Gesäss zu führen.

    Warum die Knie unter dem Bauch bremsen

    Stell dir vor, du hältst beim Gleiten ein Schwimmbrett senkrecht ins Wasser. Genau das machen deine Oberschenkel, wenn du die Knie nach vorne unter den Körper ziehst. Sie stehen quer zur Schwimmrichtung und schieben Wasser vor sich her. Der Widerstand ist so gross, dass er den Schwung des letzten Beinschlags fast vollständig aufbraucht.

    Dazu kommt ein zweiter Effekt. Beugt sich die Hüfte stark, kippt das Gesäss nach oben und der Oberkörper nach unten. Der Körper liegt nicht mehr flach, sondern macht einen Buckel. Viele gleichen das aus, indem sie den Kopf noch höher heben, und dann sinken die Beine erst recht.

    Brustbeinschlag: Knie unter den Bauch oder Fersen zum Gesäss?

    Bewege den Schalter und vergleiche, wie die Beine angezogen werden.

    Brustbeinschlag: Knie unter den Bauch ziehen und Fersen zum Gesäss führen im Vergleich Zwei vereinfachte Seitenansichten einer Person in Bauchlage mit den Armen voraus. Zuerst zieht sie die Knie unter den Bauch, die Oberschenkel stehen fast senkrecht im Wasser und bremsen. Danach bleiben die Oberschenkel fast in der Linie des Körpers, nur die Fersen kommen zum Gesäss. Knie zum Bauch: Die Oberschenkel bremsen Sie stehen quer zur Schwimmrichtung wie eine Wand. Das Gesäss schiesst hoch, der Schwung ist weg. Vereinfachte Seitenansicht · Moment vor dem Schwung
    Knie zum Bauch Fersen zum Gesäss

    So sieht das richtige Anziehen aus

    Die Bewegung beginnt nicht in der Hüfte, sondern im Knie. Aus der gestreckten Lage klappen die Unterschenkel nach oben, und die Fersen wandern Richtung Gesäss. Die Oberschenkel bleiben dabei fast in der Verlängerung des Rumpfes. Die Hüfte beugt sich nur wenig. Von der Seite gesehen bleibst du schmal, und das Wasser strömt weiter an dir vorbei.

    Sind die Fersen oben, drehst du die Füsse nach aussen und ziehst die Zehen Richtung Schienbein. Jetzt zeigen die Fusssohlen nach hinten. Mit ihnen und mit der Innenseite der Unterschenkel drückst du das Wasser in einem Bogen nach hinten und schliesst die Beine, bis sie gestreckt nebeneinander liegen. Danach folgt die Gleitphase.

    Drei Übungen, die das Gefühl umstellen

    1. Am Beckenrand

    Halte dich in Bauchlage mit beiden Händen am Rand oder an der Überlaufrinne fest. Zieh die Fersen langsam zum Gesäss und achte darauf, dass dein Bauch flach bleibt. Wenn die Knie die Wand berühren würden, sind sie zu weit vorne. Mach zehn langsame Wiederholungen und spüre, wie wenig sich die Hüfte bewegen muss.

    2. Fersen an die Hände

    Gleite in Bauchlage, die Arme liegen am Körper, die Handflächen neben dem Gesäss. Bei jedem Beinschlag versuchst du, mit den Fersen deine Fingerspitzen zu berühren. Das geht nur, wenn die Unterschenkel hochklappen. Ziehst du die Knie unter den Bauch, erreichen die Fersen die Hände nicht. Zum Atmen hebst du kurz den Kopf.

    3. In Rückenlage

    Leg dich auf den Rücken, halte ein Schwimmbrett über den Oberschenkeln und mach den Brustbeinschlag. Die Regel ist einfach: Die Knie dürfen das Brett nicht berühren und nicht aus dem Wasser kommen. Du lässt die Fersen sinken, statt die Knie anzuheben. Diese Übung zeigt Fehler sofort, weil du deine Knie sehen kannst.

    Häufige Fehler

    • Knie weit auseinander: Die Knie öffnen sich nur etwa hüftbreit. Die Füsse sind beim Schwung weiter aussen als die Knie.
    • Zu schnell anziehen: Zieh die Fersen ruhig an und schlage dann kräftig. Langsam vor, schnell zurück.
    • Füsse bleiben gestreckt: Ohne ausgedrehte, angezogene Füsse rutscht das Wasser am Rist vorbei.
    • Kein Gleiten: Nach dem Schliessen der Beine bleibst du einen Moment lang gestreckt. Erst dann beginnt der nächste Zug.

    Ein Wort zu den Knien

    Der Brustbeinschlag belastet die Innenseite der Knie stärker als andere Schwimmarten. Wärm dich mit ein paar lockeren Längen auf, bevor du viele Beinschläge übst, und hör auf, wenn es im Knie zieht oder sticht. Bei Beschwerden lohnt es sich, den Beinschlag etwas schmaler zu machen und zwischendurch auf Kraul- oder Rückenbeinschlag zu wechseln.

    Fazit

    Beim Brustschwimmen gewinnst du Tempo nicht durch mehr Kraft, sondern durch weniger Bremsen. Lass die Oberschenkel in der Körperlinie, bring die Fersen zum Gesäss und dreh die Füsse aus. Nimm dir im Hallenbad pro Besuch zwei Längen Zeit für eine der drei Übungen. Wenn du nach dem Beinschlag plötzlich weiter gleitest als sonst, weisst du, dass es stimmt.

  • Startsprung lernen: flach und weit statt steil nach unten

    Du kannst den Köpfler vom Beckenrand, und jetzt reizt dich der Startblock. Der Unterschied ist grösser, als er aussieht. Beim Köpfler willst du sicher kopfvoran ins Wasser kommen. Beim Startsprung willst du Schwung mitnehmen: weit nach vorne fliegen, flach eintauchen und so lange gleiten, bis du fast so schnell bist wie beim Schwimmen. Wer zu steil springt, taucht tief ab, verliert den Schwung und kommt dem Boden näher, als ihm lieb ist.

    Zuerst die Sicherheit

    Startsprünge übst du nur dort, wo sie erlaubt sind und wo das Wasser tief genug ist. In vielen Schweizer Hallenbädern sind die Startblöcke ausserhalb von Trainings gesperrt, oder das Springen ist nur auf der tiefen Seite des Beckens gestattet. Schau auf die Tafeln am Beckenrand und frag im Zweifel den Badmeister. Die Baderegel der SLRG gilt auch hier: nie in trübe oder unbekannte Gewässer springen. Und bevor du abspringst, muss die Bahn vor dir frei sein.

    Startsprung: steil oder flach?

    Bewege den Schalter und vergleiche den Eintauchwinkel. Nur wo Startsprünge erlaubt sind.

    Startsprung: zu steiles Eintauchen und flaches, weites Eintauchen im Vergleich Zwei vereinfachte Momentaufnahmen eines Startsprungs von einem erhöhten Beckenrand. Zuerst taucht die Person steil und nahe an der Wand ein und kommt dem Beckenboden nahe. Danach fliegt sie flach und weit, die Hände tauchen weit vor der Wand ein und der Körper folgt gestreckt. Zu steil: tief und nahe an der Wand Wer nach unten springt, verliert den Schwung und kommt dem Boden nahe. Der Absprung geht nach unten statt nach vorne. Nur wo Startsprünge erlaubt sind · Wassertiefe beachten · Bahn frei
    Zu steil Flach und weit

    Warum flach besser ist

    In der Luft bist du schneller als im Wasser. Je weiter du fliegst, desto mehr Strecke legst du ohne Widerstand zurück. Tauchst du danach flach ein, zeigt dein Schwung in Schwimmrichtung, und du gleitest knapp unter der Oberfläche weiter. Springst du dagegen nach unten, geht derselbe Schwung in die Tiefe. Du musst zuerst wieder nach oben steuern, und bis du oben bist, ist die Geschwindigkeit weg.

    Die Ausgangsposition

    Stell dich an die vordere Kante. Die Zehen eines Fusses oder beider Füsse greifen um die Kante, damit du nicht abrutschst. Für den Anfang ist die Schrittstellung am stabilsten: ein Fuss vorne, einer etwa eine Fusslänge dahinter. Beuge dich vor, bis die Hände die Kante neben dem vorderen Fuss fassen. Die Hüfte ist hoch, die Knie sind leicht gebeugt, der Blick geht nach unten auf das Wasser vor dir.

    Absprung, Flug und Eintauchen

    1. Abdrücken nach vorne: Die Arme schwingen nach vorne, die Beine strecken sich kräftig. Stell dir vor, du springst über eine Poolnudel, die einen Meter vor dir auf dem Wasser liegt.
    2. Strecken im Flug: Die Hände liegen übereinander, die Oberarme klemmen die Ohren ein, das Kinn geht leicht Richtung Brust.
    3. Durch ein Loch eintauchen: Hände, Kopf, Hüfte und Füsse gehen an derselben Stelle ins Wasser. Die Beine bleiben gestreckt und geschlossen.
    4. Nach oben steuern und gleiten: Sobald die Hüfte im Wasser ist, zeigen die Fingerspitzen leicht nach oben. Du gleitest in Stromlinienform, beginnst mit dem Beinschlag und machst den ersten Armzug erst kurz vor der Oberfläche.

    Schritt für Schritt zum Block

    Niemand muss am ersten Tag auf den Startblock. Baue den Sprung in Stufen auf und bleib auf jeder Stufe, bis sie sich sicher anfühlt:

    • Abstossen von der Wand und Gleiten in Stromlinienform, damit du die Haltung kennst.
    • Köpfler aus dem Kauern am Beckenrand, mit dem Ziel, möglichst weit vorne einzutauchen.
    • Derselbe Sprung aus dem Stand am Beckenrand, mit Armschwung.
    • Erst dann der Startblock, zuerst in Schrittstellung und ohne Eile.

    Häufige Fehler

    • Bauchplatscher: Der Kopf ist oben, weil du schauen willst, wohin du springst. Nimm das Kinn zur Brust und halte den Kopf zwischen den Armen.
    • Zu steil: Du lässt dich nach vorne fallen, statt abzuspringen. Drück dich aktiv mit den Beinen weg und ziele weiter nach vorne.
    • Beine klappen ein: Spann beim Eintauchen Gesäss und Beine an, als wärst du ein Brett.
    • Schwimmbrille rutscht: Zieh das Band etwas fester, trag es unter der Badekappe und senke das Kinn beim Eintauchen.
    • Sofort losschwimmen: Wer gleich nach dem Eintauchen mit den Armen rudert, bremst. Gleite zuerst.

    Fazit

    Ein guter Startsprung ist kein Mutsprung, sondern ein weiter, flacher Hecht mit einer langen Gleitphase. Übe ihn in Stufen, nur an erlaubten Stellen und bei freier Bahn. In Schwimmkursen und Vereinstrainings kannst du den Block unter Anleitung ausprobieren, und das ist der beste Ort dafür. Wenn du nach dem Eintauchen spürst, wie das Wasser an dir vorbeizieht, ohne dass du etwas tun musst, hast du es richtig gemacht.

  • Rückenkraul-Beinschlag: Knie unter Wasser statt Velofahren

    In Rückenlage zu schwimmen fühlt sich für viele angenehm an: Das Gesicht ist frei, die Atmung kein Thema. Trotzdem kommst du kaum vorwärts, und nach einer halben Länge im Hallenbad brennen die Oberschenkel. Sehr oft liegt das am Beinschlag. Statt lang zu schlagen, treten die Beine wie auf dem Velo. Das fühlt sich fleissig an, bremst aber bei jedem Schlag.

    Woran du das Velofahren erkennst

    Beim Velofahren ziehst du die Knie zum Bauch und trittst die Füsse nach unten weg. Von aussen sieht man das sofort: Die Knie tauchen aus dem Wasser auf. Du selbst merkst es an drei Dingen:

    • Du siehst deine Knie, wenn du nach unten schielst.
    • Die Hüfte sackt ab, du hast das Gefühl zu sitzen statt zu liegen.
    • Es spritzt viel, aber die Kacheln an der Decke ziehen kaum vorbei.

    Der Grund ist einfach: Ein angezogener Oberschenkel stellt sich wie eine Wand gegen die Schwimmrichtung. Gleichzeitig wirkt das Knie wie ein Gewicht, das über Wasser gehoben wird, und drückt die Hüfte nach unten.

    Velofahren oder Beinschlag aus der Hüfte?

    Bewege den Schalter und beobachte Knie und Hüfte. Vereinfachte Seitenansicht in Rückenlage.

    Rückenkraul-Beinschlag: Velofahren und Schlag aus der Hüfte im Vergleich Zwei vereinfachte Seitenansichten einer Person in Rückenlage, die Arme liegen neben dem Körper. Zuerst der typische Fehler: Die Knie werden angezogen und durchbrechen die Wasseroberfläche, die Hüfte sinkt ab. Danach dieselbe Person mit hoher Hüfte und langen Beinen: Der Schlag kommt aus der Hüfte, die Knie bleiben unter Wasser und nur die Zehen wirbeln die Oberfläche auf. Die Zeichnung zeigt keinen vollständigen Bewegungsablauf. Velofahren: Die Knie stossen durch Knie kommen aus dem Wasser, die Hüfte sinkt, jeder Schlag bremst. Knie über Wasser Hüfte sinkt ab Vereinfachte Seitenansicht · Arme hier ruhig neben dem Körper · Blick zur Decke
    Velofahren Aus der Hüfte

    Im zweiten Zustand bleiben die Knie unter der Oberfläche. Die Beine sind lang, der Schlag ist klein, und nur die Zehen wirbeln das Wasser auf. So bleibt die Hüfte oben und der Körper liegt flach.

    So funktioniert der Beinschlag aus der Hüfte

    Der Rückenkraul-Beinschlag ist ein Wechselbeinschlag wie beim Kraul, nur umgedreht. Die Bewegung beginnt in der Hüfte, läuft über den Oberschenkel ins Knie und endet wie ein Peitschenschlag im Fuss.

    • Aufwärts ist die Antriebsphase: Das Bein schwingt nach oben, das Knie gibt leicht nach, und der Fussrist schiebt Wasser nach hinten oben.
    • Abwärts bleibt das Bein gestreckt: Es sinkt lang und locker nach unten und holt Schwung für den nächsten Schlag.
    • Die Füsse sind lang und leicht einwärts gedreht: Die grossen Zehen streifen sich fast. Angezogene Fussspitzen wirken wie eine Bremse.
    • Der Schlag bleibt klein: Etwa so tief wie dein Körper dick ist. Klein und schnell bringt mehr als gross und langsam.

    Eine kleine Kniebeugung gehört dazu. Entscheidend ist, dass sie unter Wasser passiert und aus dem Schwung entsteht, nicht aus einem aktiven Anziehen.

    Drei Übungen für das Hallenbad

    1. Sitzend am Beckenrand

    Setz dich an den Rand, lehne dich leicht zurück und lass die gestreckten Beine im Wasser pendeln. Schau zu, wie das Wasser an den Zehen «kocht», während die Knie fast ruhig bleiben. So siehst du die Bewegung, bevor du sie in Rückenlage nur noch spürst.

    2. Rückenlage mit Brett über den Knien

    Leg dich auf den Rücken und halte ein Schwimmbrett mit gestreckten Armen über die Oberschenkel. Schlage los. Stossen die Knie ans Brett, fährst du Velo. Bleibt das Brett ruhig, kommt der Schlag aus der Hüfte. Diese Übung gibt dir eine ehrliche Rückmeldung, ohne dass jemand zuschauen muss.

    3. Rückenlage, Arme neben dem Körper

    Jetzt ohne Brett: Hände an die Oberschenkel, Blick zur Decke, Bauchnabel Richtung Oberfläche. Schwimm eine Breite oder eine halbe Länge nur mit den Beinen. Wenn das gut geht, strecke einen Arm oder beide über den Kopf. Das ist anstrengender, bringt dich aber näher ans ganze Rückenkraul.

    Kopf und Hüfte helfen den Beinen

    Viele Beinschlag-Probleme beginnen weiter oben. Wer das Kinn zur Brust zieht, um die Füsse zu sehen, knickt in der Hüfte ein, und schon sitzen die Beine tief. Leg den Hinterkopf ins Wasser, die Ohren sind knapp unter der Oberfläche, der Blick geht gerade nach oben. Spann den Bauch leicht an und schieb die Hüfte hoch, als würdest du ein Glas auf dem Bauchnabel balancieren.

    Für Kinder und für den Schwimmkurs

    Der Wechselbeinschlag in Rückenlage begleitet Kinder in der Schweiz durch die Grundlagentests von swimsports.ch. Spätestens ab dem Tintenfisch wird Rückenkraul geübt, und auch beim Eisbär gehört es dazu. Kindern hilft ein Bild mehr als eine Erklärung: «Mach das Wasser mit den Zehen zum Kochen, aber lass die Knie schlafen.»

    Für Erwachsene lohnt sich der saubere Rückenbeinschlag doppelt. Er macht das Rückenschwimmen leichter, und er gibt dir eine ruhige Lage, in der du dich jederzeit erholen kannst, ob im Hallenbad oder im Sommer in der Badi.

    Häufige Fragen

    Meine Füsse sind steif. Bringt der Beinschlag dann überhaupt etwas?

    Ja, aber der Vortrieb ist kleiner. Bewegliche Fussgelenke lassen sich trainieren, zum Beispiel mit kurzen Flossen. Sie zwingen dich zu einem langen Schlag und geben den Füssen ein Gefühl dafür, wie Wasser geschoben wird.

    Wie viel Beinschlag soll ich üben?

    Wenig, aber regelmässig. Vier bis sechs Breiten oder zwei bis vier Längen zu Beginn jedes Besuchs reichen. Hör auf, sobald die Knie wieder auftauchen, denn müde Beine fallen ins Velofahren zurück.

    Fazit: lang statt fleissig

    Ein guter Rückenkraul-Beinschlag sieht unspektakulär aus. Die Knie bleiben unter Wasser, die Hüfte liegt hoch, und nur an den Zehen brodelt es. Wenn du das Brett über den Knien als Kontrolle nimmst und den Kopf ruhig ablegst, verschwindet das Velofahren meist innert weniger Trainings.

  • Köpfler lernen: Hände zuerst eintauchen statt Bauchklatscher

    Der Köpfler gehört zu den Dingen, die in der Badi leicht aussehen und sich beim ersten Versuch ganz anders anfühlen. Statt elegant einzutauchen, landest du flach auf dem Wasser, der Bauch brennt, und die Lust auf einen zweiten Versuch ist erst einmal weg. Die gute Nachricht: Ein Bauchklatscher hat fast immer dieselbe Ursache, und die lässt sich in kleinen Schritten abstellen.

    Warum der Köpfler mehr ist als ein Kunststück

    Kopfwärts ins Wasser zu kommen ist in der Schweiz kein Extra für Wettkampfschwimmer. Der Lehrplan 21 hält fest, dass Schülerinnen und Schüler «fuss- und kopfwärts ins Wasser springen und tauchen» können sollen. Wer das als Kind verpasst hat, holt es als Erwachsener oft im Schwimmkurs nach, spätestens dann, wenn es um einen sauberen Start in die Bahn geht.

    Dazu kommt ein praktischer Nutzen: Wer gelernt hat, wie sich ein kontrolliertes Eintauchen anfühlt, kann auch besser einschätzen, wo ein Sprung nichts verloren hat. Genau das meint die vierte Baderegel der SLRG: «Nicht in trübe oder unbekannte Gewässer springen!»

    Der häufigste Fehler: Der Kopf geht hoch

    Fast alle Anfängerinnen und Anfänger schauen beim Absprung nach vorne, dorthin, wo sie landen wollen. Das ist ein natürlicher Schutzreflex, aber er hat eine klare Folge: Hebt sich der Kopf, öffnet sich der Körper. Die Brust kommt hoch, die Hüfte bleibt hinten, und du triffst mit Bauch und Oberschenkeln gleichzeitig auf die Wasseroberfläche.

    Beim gelungenen Köpfler ist es umgekehrt. Das Kinn bleibt an der Brust, die Oberarme liegen an den Ohren, und der Körper bildet eine einzige schräge Linie. Zuerst tauchen die Hände ein, dann folgen Kopf, Hüfte und Füsse durch dieselbe Stelle.

    Bauchklatscher oder Köpfler?

    Bewege den Schalter und vergleiche, was der Kopf beim Eintauchen bewirkt. Nur für sprungtiefes Wasser.

    Köpfler: flaches Aufklatschen und sauberes Eintauchen im Vergleich Zwei vereinfachte Momentaufnahmen eines Sprungs vom Beckenrand in sprungtiefes Wasser. Zuerst eine Person mit angehobenem Kopf, die flach mit Bauch und Oberschenkeln auf dem Wasser landet. Danach dieselbe Person gestreckt in einer schrägen Linie: Die Hände tauchen zuerst ein, der Kopf liegt zwischen den Armen, Hüfte und Füsse folgen durch dieselbe Stelle. Die Zeichnung zeigt keinen vollständigen Bewegungsablauf und ersetzt keine Anleitung vor Ort. Kopf hoch: Der Bauch landet zuerst Wer beim Absprung nach vorne schaut, kommt flach aufs Wasser. Bauch und Oberschenkel treffen gleichzeitig auf – das klatscht. Ursache ist fast immer der Blick nach vorne. Nur in sprungtiefem Wasser · Sprungbereich frei · nie in trübes oder unbekanntes Wasser
    Kopf hoch Hände zuerst

    Im Vergleich siehst du: Der Unterschied entsteht nicht durch mehr Kraft oder einen weiteren Absprung, sondern durch die Kopfhaltung. Der Kopf steuert, der Rest des Körpers folgt.

    Zuerst die Sicherheit: Wo du üben darfst

    Ein Köpfler ist nur dort sinnvoll, wo das Wasser tief genug und der Bereich dafür freigegeben ist. Bevor du übst, kläre diese Punkte:

    • Wassertiefe: Köpfler gehören ins Schwimmer- oder Sprungbecken, nie ins Nichtschwimmerbecken oder in stehtiefes Wasser. Halte dich an die Signalisation im Bad und frag im Zweifel die Badmeisterin oder den Badmeister.
    • Freie Bahn: Schau vor jedem Sprung, ob jemand unter dir schwimmt oder taucht.
    • Trockener Stand: Zehen um die Kante krallen, nicht aus dem Anlauf springen.
    • See und Fluss: In trübes oder unbekanntes Wasser springst du nicht kopfvoran, auch wenn andere es tun. Steine, Pfähle und wechselnde Wasserstände siehst du von oben nicht.
    • Begleitung: Wenn du noch unsicher schwimmst, übe mit einer Schwimmlehrperson oder einer Begleitung, die gut schwimmen kann.

    In vier Stufen zum Köpfler

    Jede Stufe darf mehrere Besuche im Hallenbad dauern. Wechsle erst zur nächsten, wenn die aktuelle ohne Herzklopfen klappt.

    1. Der Pfeil im Wasser

    Starte im Wasser. Strecke die Arme über den Kopf, lege eine Hand auf die andere und klemme den Kopf zwischen die Oberarme. Stoss dich von der Wand ab und gleite. So lernst du die Haltung kennen, die du später beim Eintauchen brauchst, ganz ohne Sprung.

    2. Der Sitzköpfler

    Setz dich auf den Beckenrand, die Füsse auf der Überlaufrinne oder an der Wand. Arme in Pfeilhaltung, Kinn zur Brust, Blick auf die Knie. Beuge dich nach vorne, bis die Hände das Wasser berühren, und lass dich dann hineinrollen. Du springst nicht, du kippst.

    3. Aus dem Knien

    Knie mit einem Bein am Rand, der andere Fuss steht vorne an der Kante. Die Bewegung bleibt gleich: Hände zeigen auf einen Punkt im Wasser, etwa eine Körperlänge vor dir, dann kippst du vornüber. Die Hüfte kommt jetzt schon höher als der Kopf.

    4. Aus der Hocke und aus dem Stand

    Steh an die Kante, Zehen krallen sich fest, Knie tief gebeugt. Je tiefer du startest, desto kleiner ist die Fallhöhe. Kippe zuerst, dann stoss dich mit den Beinen ab. Mit jedem Versuch darfst du die Knie etwas weniger beugen, bis du aufrecht startest.

    Drei Merksätze für das Eintauchen

    • Ohren zuklemmen: Spürst du die Oberarme an den Ohren, kann der Kopf nicht hochgehen.
    • Zum Bauchnabel schauen: Der Blick geht nach unten und hinten, nicht nach vorne.
    • Ein Loch für alles: Stell dir vor, die Hände öffnen ein Loch im Wasser, durch das der ganze Körper schlüpft.

    Nach dem Eintauchen bleibst du gestreckt und drehst die Fingerspitzen leicht nach oben. So gleitest du flach aus und kommst von selbst wieder an die Oberfläche. Atme dabei ruhig durch die Nase aus, dann dringt kein Wasser ein.

    Wenn es trotzdem klatscht

    Ein Bauchklatscher ist unangenehm, aber aus der Hocke am Beckenrand harmlos. Geh danach eine Stufe zurück, statt denselben Sprung mit mehr Mut zu wiederholen. Meist hilft es, die Hände näher an der Wand eintauchen zu lassen: Wer weit nach vorne zielt, springt flach.

    Rutscht die Schwimmbrille beim Eintauchen, liegt das ebenfalls am Kopf. Mit dem Kinn an der Brust trifft das Wasser auf den Scheitel und nicht auf die Gläser. Für die ersten Versuche darfst du die Brille auch weglassen.

    Fazit: Der Kopf entscheidet

    Der Köpfler ist keine Mutprobe, sondern eine Kippbewegung mit guter Körperspannung. Wenn du im sprungtiefen Wasser übst, mit dem Sitzköpfler beginnst und den Kopf konsequent zwischen den Armen lässt, wird aus dem Bauchklatscher Schritt für Schritt ein ruhiges Eintauchen. Viele Schweizer Schwimmschulen bauen diese Stufen in ihre Kinder- und Erwachsenenkurse ein. Frag in deinem Hallenbad nach, wenn du dir eine Begleitung wünschst.

  • Körperrotation beim Kraulen: Schulter und Hüfte gemeinsam drehen

    Viele Einsteiger kraulen möglichst flach durchs Wasser. Brust und Hüfte zeigen ständig zum Beckenboden, während nur die Arme kreisen und der Kopf zum Atmen seitlich herausgedreht wird. Das wirkt stabil, macht den Bewegungsablauf aber oft anstrengend: Die Schulter muss weit nach vorne greifen, die Atmung wird hektisch und der Körper beginnt zu schlängeln.

    Beim Kraulen gehört deshalb eine kontrollierte Drehung um die Körperlängsachse dazu. Schultergürtel und Hüfte rollen gemeinsam leicht zur Seite und wieder zurück. Diese Längsachsenrotation wird auch in den überarbeiteten Schweizer swimsports-Grundlagentests früher aufgebaut. Sie ist keine fortgeschrittene Wettkampftechnik, sondern eine wichtige Grundlage für einen natürlichen Armzug und eine ruhigere Seitenatmung.

    Was sich beim Kraulen drehen soll

    Stell dir deinen Rumpf als stabilen Baumstamm vor. Wenn die rechte Schulter nach oben rollt, bewegt sich auch die rechte Hüftseite etwas nach oben. Auf der Gegenseite sinken Schulter und Hüfte entsprechend leicht ab. Der Körper bleibt lang, während die Rotation von Zug zu Zug die Seite wechselt.

    Die Bewegung ist deutlich kleiner als eine vollständige Drehung in die Seitenlage. Du sollst weder auf der Seite liegen bleiben noch die Hüfte separat hin und her werfen. Entscheidend ist die Verbindung: Brustkorb und Becken bewegen sich in dieselbe Richtung, während Kopf und Blick zwischen den Atemzügen ruhig zum Beckenboden orientiert bleiben.

    Warum ganz flaches Schwimmen bremst

    Ohne Rumpfrotation muss der Arm einen grossen Teil der Rückholbewegung allein aus dem Schultergelenk bewältigen. Manche Schwimmer ziehen den Ellbogen dann tief über das Wasser oder kreuzen beim Eintauchen vor dem Kopf. Gleichzeitig wird die Seitenatmung schwierig: Der Kopf wird angehoben, statt sich mit der bereits laufenden Körperdrehung zur Seite zu bewegen.

    Eine ruhige Rotation schafft Platz für den zurückkehrenden Arm, verlängert die vordere Körperseite und unterstützt das Wasserfassen. Sie ist aber kein Selbstzweck. Zu viel Rotation kann ebenfalls bremsen, weil der Körper seitlich kippt, die Beine ausschlagen und die Zughand die stabile Druckrichtung verliert.

    Flach blockiert oder als Einheit gedreht?

    Bewege den Schalter und vergleiche einen starren Rumpf mit der verbundenen Rotation von Schulter und Hüfte.

    Körperrotation beim Kraulschwimmen Ein menschlich proportionierter Kraulschwimmer mit Badekappe, Schwimmbrille und dunkelblauer Badehose in schräger Seitenansicht. Beide Arme setzen an den Schultern an: einer ist nach vorne gestreckt, der andere angewinkelt in der Rückholphase. Im ersten Bild bleibt der Rumpf starr. Im zweiten rollen die markierte Schulter und Hüfte im selben Rhythmus, während der Kopf ruhig nach unten gerichtet bleibt und die Beine schmal schlagen. Die Bewegung ist zur Verdeutlichung der Rotation verlangsamt und zeigt keinen vollständigen Armzug. Starrer Rumpf: der Arm arbeitet allein Schultern und Hüfte bleiben flach – die Rückholphase wird eng. Arm muss weit aussen herum Schulterlinie und Hüfte bleiben blockiert Leicht rotieren · Schulter und Hüfte verbinden · nicht vollständig auf die Seite kippen
    Rumpf blockiert Gemeinsam drehen

    Die Rotation beginnt nicht beim Kopf

    Ein häufiger Fehler entsteht bei der Atmung: Der Schwimmer dreht nur den Kopf und versucht, den Mund möglichst hoch über die Wasseroberfläche zu bringen. Dadurch hebt sich der Kopf, die vordere Hand drückt nach unten und die Beine sinken leichter ab.

    Besser ist diese Reihenfolge: Der Armzug leitet die Rumpfrotation ein, Schulter und Hüfte rollen zur Seite, und der Kopf folgt nur so weit, dass der Mund zum Einatmen frei wird. Ein Teil des Gesichts darf nahe am Wasser bleiben. Anschliessend kehrt der Blick zurück zum Beckenboden, während die andere Körperseite nach oben rollt.

    Drei Übungen für das Schweizer Hallenbad

    Seitliches Gleiten: Stosse dich in einer leicht gedrehten Lage von der Wand ab. Ein Arm zeigt nach vorne, der andere liegt am Oberschenkel. Spüre, dass Schulter und Hüfte auf derselben Seite etwas höher liegen. Beginne im standtiefen Bereich und beende die Übung, bevor die Luft knapp wird.

    Sechs Beinschläge und wechseln: Halte die seitlich gestreckte Position für ungefähr sechs ruhige Kraulbeinschläge. Führe dann den oberen Arm nach vorne, beginne mit dem anderen Armzug und rolle als Einheit auf die Gegenseite. Ein Schwimmbrett ist dafür meist nicht nötig.

    Reissverschluss mit ruhigem Kopf: Beim lockeren Kraulen führt der Ellbogen den Arm über Wasser nach vorne. Stell dir vor, der Daumen gleite seitlich an einem Reissverschluss entlang. Die Übung soll nicht zu einem verkrampften Berühren des Körpers führen; sie erinnert lediglich daran, dass die Rotation Platz für eine lockere Rückholphase schafft.

    Woran du eine passende Drehung erkennst

    Eine gute Rotation fühlt sich rhythmisch und klein an. Die Beine schlagen weiterhin schmal hinter dem Körper, die Hand taucht ungefähr in Verlängerung der Schulter ein und der Kopf pendelt nicht bei jedem Zug. Von aussen sollte eine durchgehende Linie erkennbar sein: Schulter und Hüfte wechseln gemeinsam ihre Höhe.

    Wenn du im Hallenbad eine Bahn für Technikübungen nutzt, schwimme bewusst langsam. Zehn konzentrierte Meter sind für den Anfang ausreichend. Danach normal weiterkraulen und prüfen, ob Armzug und Atmung leichter wirken. Eine Schwimmlehrperson oder ein kurzes Video von vorne und von der Seite kann zeigen, ob du tatsächlich rotierst oder nur mit den Beinen ausweichst.

    Typische Überkorrekturen

    Mehr Rotation ist nicht automatisch besser. Wer fast vollständig auf die Seite kippt, wartet häufig zu lange in der Gleitposition und verliert den gleichmässigen Rhythmus. Auch eine Hüfte, die unabhängig von den Schultern hin und her schwingt, erzeugt keinen hilfreichen Antrieb. Halte den Rumpf stabil und denke an «gemeinsam rollen» statt an «möglichst weit drehen».

    Fazit

    Die Körperrotation verbindet beim Kraulen den Armzug, die Wasserlage und die Seitenatmung. Schulter und Hüfte drehen leicht als Einheit, während der Kopf zwischen den Atemzügen ruhig bleibt. Wer diese Bewegung zuerst langsam und kontrolliert übt, schafft die Grundlage für einen längeren, entspannteren Kraularmzug.

    Quellen und weiterführende Informationen

    swimsports: Informationen zu den überarbeiteten Grundlagentests und zur früher eingeführten Längsachsenrotation. BASPO/mobilesport.ch: Grundlagen des Schwimmenlernens und koordinative Übungen im Wasser. Quellen geprüft am 2. Oktober 2026.

  • Rückenkraul-Armzug: Mit dem kleinen Finger zuerst eintauchen

    Beim Rückenkraulen ist die Hand über dem Kopf schwer zu sehen. Genau deshalb schleichen sich beim Eintauchen oft Fehler ein: Die Hand klatscht flach aufs Wasser, taucht mit dem Daumen voran ein oder kreuzt über die Körpermitte. Das macht den Armzug unruhig und kann die Schwimmlinie verschieben.

    Ein hilfreiches Technikbild lautet: Der Arm kommt locker und gestreckt über das Wasser, die Schulter rollt mit, und die Hand taucht ungefähr in der Verlängerung der Schulter mit dem kleinen Finger zuerst ein. Dieses Merkmal findet sich auch in Schweizer Lehrmitteln zum Rückenkraul. Es ist kein Selbstzweck, sondern erleichtert einen sauberen Übergang zur Unterwasserphase.

    Warum die flache Hand bremst

    Trifft die ganze Handfläche gleichzeitig aufs Wasser, entsteht ein hörbares Klatschen. Die Hand wird abrupt gebremst, Wasser spritzt ins Gesicht und die Schulter bleibt häufig flach liegen. Viele Schwimmer versuchen danach, den Arm mit Kraft unter Wasser zu drücken. Der Zug beginnt dadurch hektisch statt kontrolliert.

    Auch ein Eintauchen über der Kopfmitte ist ungünstig. Es bringt den Körper ins Schlingern und erschwert eine gerade Bahn. Im gut besuchten Schweizer Hallenbad fällt das besonders auf: Wer seitlich wandert, kommt schneller der Leine oder anderen Schwimmerinnen und Schwimmern nahe.

    Kleiner Finger zuerst – aber ohne Verkrampfen

    Die Hand wird nicht mit Gewalt verdreht. Die Bewegung entsteht aus der Rotation von Schulter und Oberkörper. Der Daumen verlässt beim Rückholen zuerst das Wasser, der Arm schwingt locker nach oben, und während die Schulter ansteigt, dreht sich die Hand so, dass der kleine Finger zuerst eintauchen kann. Die Hand bleibt dabei in einer natürlichen Verlängerung des Unterarms.

    Technik in Bewegung · Rückenkraul

    Leise eintauchen. Gerade bleiben.

    Ein lockerer Armschwung, ein klarer Eintauchpunkt – und der kleine Finger führt die Hand ins Wasser.

    Rückholphase beim Rückenkraul mit markiertem Handeintritt Schematische Seitenansicht: Eine Person liegt auf dem Rücken, der Kopf ist links. Ein langer Arm schwingt von der Hüfte über die Schulter nach links über den Kopf. Der Daumen verlässt das Wasser zuerst, während des Schwungs dreht sich die Hand, und der kleine Finger taucht zuerst ein. Sanfte Ringe markieren den Eintritt. Nur die Rückholphase wird wiederholt, nicht der vollständige Unterwasserzug. Die unteren Detailbilder zeigen die Kleinfingerkante und die Schulterlinie. RÜCKHOLPHASE Locker über Wasser Kleiner Finger zuerst Seitenansicht · vereinfacht 1Arm zurückholen 2Schulter mitnehmen 3Eintauchen

    01 / Die schmale Kante führt

    Handeintritt mit der Kleinfingerkante Vergrössertes Schema einer Hand mit geschlossenen Fingern, seitlich gedreht. Der Daumen liegt oben, die golden markierte Kleinfingerkante unten. Sie senkt sich zuerst durch die Wasseroberfläche, die Handfläche trifft nicht flach auf das Wasser. Kleinfinger-kante Handdetail · schematisch

    Die goldene Kante taucht zuerst ein. Die Hand bleibt locker in Verlängerung des Unterarms.

    02 / Auf der Schulterlinie bleiben

    Eintauchpunkt in Verlängerung der Schulter Draufsicht auf eine Person in Rückenlage. Zwei gestrichelte Linien verlängern die Schulterpositionen nach oben. Die gestreckte linke Bildseite zeigt die Hand auf ihrer Schulterlinie, nicht über der Kopfmitte. Schulter-linie Draufsicht · Rückenlage

    Über der eigenen Schulter eintauchen – nicht über der Nase. Der Kopf bleibt ruhig in der Mitte.

    Merke: lockerer Arm · rollende Schulter · kleiner Finger zuerst.
    Die Animation zeigt die Rückholphase und den Handeintritt vereinfacht, nicht den vollständigen Unterwasserzug. Bei aktivierter Einstellung für reduzierte Bewegung erscheinen ruhige Standbilder.

    Der richtige Eintauchpunkt

    Stell dir über jeder Schulter eine schmale Schiene vor. Die Hand soll auf dieser Linie ins Wasser gleiten – nicht über der Nase und nicht weit ausserhalb. Der Arm bleibt lang, aber der Ellbogen wird nicht steif durchgedrückt. Nach dem Eintauchen fasst die Hand Wasser, während der Ellbogen unter Wasser beugt und der Zug Richtung Hüfte beginnt.

    Die genaue Breite ist individuell. Breite Schultern brauchen eine etwas andere Linie als schmale. Entscheidend ist, dass die Hand zur eigenen Schulterachse passt und der Körper nicht bei jedem Zug seitlich ausweicht.

    Drei einfache Übungen im Hallenbad

    Trockenprobe am Beckenrand: Lege dich nicht hin, sondern stehe aufrecht und führe einen Arm langsam rückwärts über den Kopf. Spüre, wie die Schulter mitdreht und der kleine Finger nach hinten zeigt. Einarmig mit Brett: Halte ein Brett locker über den Oberschenkeln und schwimme nur mit einem Arm. So kannst du den Eintauchpunkt besser beobachten lassen. Sechs Beinschläge, ein Armzug: Bleibe zunächst in stabiler Rückenlage und führe jeden Armzug bewusst langsam aus.

    Eine Kursleitung, Trainingspartnerin oder ein kurzes Video vom Beckenrand kann helfen. Aus der eigenen Rückenlage fühlt sich ein überkreuzter Arm oft gerade an. Die Aussenansicht zeigt schneller, ob die Hand tatsächlich in Schulterverlängerung eintaucht.

    Häufige Korrekturfehler

    Wer nur an den kleinen Finger denkt, spannt manchmal Hand und Unterarm zu stark an. Dann wird aus dem lockeren Armschwung eine steife Bewegung. Andere Schwimmer setzen die Hand zwar korrekt ein, halten aber die Schulter flach im Wasser. Ohne Körperrotation bleibt der Übergang zur Zugphase schwierig. Übe deshalb immer die Verbindung: lockerer Arm, rollende Schulter, schmaler Eintritt.

    Schmerzen in der Schulter sind kein Zeichen dafür, dass die Technik besonders gründlich geübt wird. Reduziere den Bewegungsumfang und lass anhaltende Beschwerden fachlich abklären. Gute Rückenkraultechnik soll sich kontrolliert und frei anfühlen.

    Leise Hände, gerade Bahn

    Ein leiser Eintritt ist ein guter Hinweis, aber nicht das einzige Ziel. Wenn die Hand schulterbreit und mit dem kleinen Finger zuerst eintaucht, die Schulter mitrollt und der Kopf ruhig bleibt, wird der gesamte Rückenkraul-Armzug gleichmässiger. So schwimmst du im Hallenbad gerader – und sparst Kraft für die nächste Länge.

  • Brustarmzug lernen: kompakt ziehen statt bis zur Hüfte

    Beim Brustschwimmen wirkt ein grosser Armzug zunächst kräftig: Die Hände ziehen weit nach aussen und bis neben den Körper zurück. Für Einsteiger fühlt sich das nach viel Vortrieb an. Häufig entsteht aber das Gegenteil. Der Oberkörper richtet sich stark auf, die Arme bleiben lange hinten und der Körper verliert die schmale Gleitform.

    Ein wirksamer Brustarmzug ist kompakter, als viele erwarten. Die Hände öffnen sich aus der Vorhalte, Unterarme und Hände fassen Wasser und bewegen sich danach wieder zügig vor den Körper. Die Ellbogen bleiben dabei grundsätzlich vor den Schultern. Danach werden die Arme schmal nach vorne geführt und der Körper kann gleiten.

    Der Armzug bereitet die nächste Gleitphase vor

    Brustschwimmen besteht nicht aus dauerndem Ziehen. Vortrieb und Widerstand wechseln sich ab. Während der Zug- und Druckphase erzeugst du Antrieb. Anschliessend sollen Hände, Arme, Kopf und Rumpf wieder eine möglichst günstige Linie bilden. Je länger die Hände neben den Rippen oder sogar an der Hüfte bleiben, desto später beginnt diese Linie.

    In Schweizer Schwimmtests wird der Brustarmzug deshalb mit einer begrenzten Auswärtsbewegung, einer beschleunigten Einwärtsbewegung und einer schmalen Rückführung beschrieben. Die Ellbogen sollen nicht hinter die Schultern geführt werden. Das ist ein hilfreicher Orientierungspunkt für Kinder und Erwachsene, unabhängig davon, ob sie auf ein Abzeichen wie Fish hinarbeiten oder einfach entspannter Bahnen schwimmen möchten.

    Technik-Lupe · Brust

    Kompakt ziehen. Schmal nach vorne.

    Beobachte Hände und Ellbogen in Zeitlupe – und vergleiche ihren Weg mit der Schulterlinie.

    Kompakter Brustarmzug in der DraufsichtSchematischer Armzug: Beide Hände bewegen sich nach aussen, nach innen und schmal nach vorne. Die Ellbogen bleiben vor der waagerecht gestrichelten Schulterlinie. Beine und Körperrotation sind zur Konzentration auf die Arme nicht animiert.
    1 · Öffnen2 · Einwärts3 · Nach vorne4 · Gleiten

    ✓ Die Ellbogen bleiben vor der Schulterlinie. Die Hände finden auf kurzem Weg zusammen und werden schmal nach vorne geführt.

    Schematische Zeitlupe nur für den Armzug. Beinschlag, Atmung und Körperbewegung sind bewusst ausgeblendet. Pause hält die aktuelle Position fest.

    So läuft die Bewegung ab

    1. Öffnen: Aus der gestreckten Position drehen sich die Hände leicht nach aussen. Die Bewegung bleibt kontrolliert. Du musst die Arme nicht sofort maximal spreizen.

    2. Wasser fassen und einwärts bewegen: Unterarme und Hände stellen sich gegen das Wasser. Die Hände bewegen sich auf einer gerundeten Bahn nach innen. Der Druck nimmt zu, ohne dass du die Ellbogen bis an die Rippen ziehst.

    3. Schmal nach vorne: Vor der Brust kommen die Hände näher zusammen. Dann schiebst du sie zügig nach vorne. Kopf und Oberkörper folgen in eine längere Position. Jetzt beginnt die Gleitphase, während der Beinschlag seinen Vortrieb entfalten kann.

    Typische Zeichen für einen zu grossen Zug

    Du erkennst einen übergrossen Armzug daran, dass deine Hände fast die Hüfte berühren, die Ellbogen deutlich hinter die Schulterlinie geraten oder du nach jedem Zug lange brauchst, um die Arme wieder nach vorne zu bringen. Häufig hebt sich der Kopf sehr hoch und die Beine sinken ab. Das Schwimmen wirkt dann wie eine Folge einzelner Kraftaktionen statt wie ein gleichmässiger Rhythmus.

    Drei Übungen für die nächste Hallenbad-Lektion

    Kleine Kreise im standtiefen Wasser: Beuge den Oberkörper leicht vor, lege Gesicht und Arme ins Wasser und führe nur einen kleinen Brustarmzug aus. Stoppe, bevor die Ellbogen hinter die Schultern wandern. Stelle dich danach wieder hin und beginne neu.

    Brustarme mit leichtem Wechselbeinschlag: Ein sanfter Kraulbeinschlag hält dich in Bewegung, während du dich auf die Arme konzentrierst. Schwimme kurze Strecken und achte auf die Reihenfolge öffnen, fassen, Hände zusammen, nach vorne.

    Zug zählen: Schwimme 10 bis 15 Meter in ruhigem Tempo und zähle die Armzüge. Versuche nicht, die Zahl mit Gewalt zu reduzieren. Suche stattdessen einen kompakten Zug und eine klar erkennbare Gleitphase. In einer Schwimmschule kann eine Kursleitung beurteilen, ob dein Rhythmus zum Beinschlag passt.

    Kompakt bedeutet nicht kraftlos

    Ein kleinerer Bewegungsweg kann sehr wirksam sein, wenn Hände und Unterarme das Wasser gut fassen. Entscheidend ist nicht, wie weit du nach hinten kommst, sondern ob du Druck aufbaust und danach ohne Umweg wieder in die Gleitlage findest. So wird Brustschwimmen ruhiger, rhythmischer und oft auch angenehmer für Nacken und Schultern.

    Übe zunächst über kurze Distanzen und mit genügend Pause. Sobald die Bewegung hektisch wird, wird der Zug meistens wieder zu gross. Qualität vor Länge ist gerade beim Techniklernen im Hallenbad die bessere Strategie.