Schlagwort: Koordination

  • Rückengleichschlag lernen: die ruhigste Art, lange zu schwimmen

    Es gibt eine Schwimmart, bei der das Gesicht immer über Wasser bleibt, du jederzeit atmen kannst und zwischen den Zügen sogar Pause machst: den Rückengleichschlag. Im Wettkampf siehst du ihn nie, im Schwimmunterricht und im Rettungsschwimmen dafür umso öfter. Für Erwachsene, die noch unsicher sind, ist er ein Geschenk. Wer ihn beherrscht, kann sich im Hallenbad, in der Badi und im See erholen, ohne anzuhalten.

    Was ist der Rückengleichschlag?

    Du liegst auf dem Rücken. Beide Arme und beide Beine arbeiten gleichzeitig, daher der Name. Die Arme holen aus und drücken das Wasser Richtung Füsse, die Beine machen einen Brustbeinschlag in Rückenlage. Danach folgt das Wichtigste: Du streckst dich und gleitest. Anders als beim Rückenkraul gibt es keinen Dauerbetrieb. Ein Zug, eine lange Pause, der nächste Zug.

    Voraussetzung ist, dass du entspannt auf dem Rücken liegen kannst. Die Ohren sind im Wasser, der Blick geht zur Decke oder in den Himmel, der Bauch ist nahe an der Oberfläche. Wenn du dabei noch unsicher bist, übe zuerst das Schweben in Rückenlage.

    Rückengleichschlag: ausholen und gleiten

    Bewege den Schalter und vergleiche die zwei Phasen der Bewegung.

    Rückengleichschlag: Ausholphase und Gleitphase Zwei vereinfachte Seitenansichten einer Person in Rückenlage. Zuerst sind die Arme über den Kopf geführt und die Unterschenkel hängen mit angezogenen Fersen nach unten: die Ausholphase. Danach liegen die Arme am Körper, die Beine sind gestreckt und geschlossen und der Körper gleitet. Ausholen: Arme hoch, Fersen sinken Die Knie bleiben unter Wasser, die Unterschenkel hängen nach unten. Einatmen, während die Arme nach hinten kommen. Vereinfachte Seitenansicht · beide Arme und beide Beine arbeiten gleichzeitig
    Ausholen Gleiten

    Der Beinschlag: Fersen sinken lassen

    Beginne mit den Beinen, am besten mit einem Schwimmbrett, das du auf dem Bauch oder über den Oberschenkeln hältst. Aus der gestreckten Lage lässt du die Fersen nach unten sinken. Die Oberschenkel bleiben dabei fast in der Linie des Körpers, und die Knie kommen nicht aus dem Wasser. Dann drehst du die Füsse nach aussen, drückst das Wasser mit den Fusssohlen in einem Bogen nach hinten und schliesst die Beine.

    Der typische Fehler ist das Hochziehen der Knie Richtung Bauch. Dann sinkt das Gesäss ab, und du sitzt im Wasser wie auf einem Stuhl. Denk stattdessen: Die Fersen fallen, die Hüfte bleibt oben.

    Der Armzug: zwei Varianten

    Für den Einstieg reicht die kleine Variante. Die Hände gleiten unter Wasser am Körper entlang bis auf Schulterhöhe, die Arme strecken sich zur Seite, und dann drückst du das Wasser mit gestreckten Armen zu den Oberschenkeln. Manche Schwimmlehrer nennen das Huhn, Flugzeug, Soldat: anziehen, ausbreiten, anlegen.

    Bei der grossen Variante führst du beide Arme gestreckt über Wasser nach hinten, tauchst sie neben dem Kopf ein und ziehst sie seitlich unter Wasser bis zu den Oberschenkeln. Das ergibt mehr Vortrieb, braucht aber bewegliche Schultern und eine stabile Rückenlage. Wenn dir beim Ausholen Wasser über das Gesicht läuft, bleib vorerst bei der kleinen Variante.

    So setzt du alles zusammen

    1. Ausholen: Die Arme gehen nach hinten, gleichzeitig sinken die Fersen. Du atmest ein.
    2. Drücken: Arme und Beine schieben das Wasser gleichzeitig Richtung Füsse. Du atmest aus.
    3. Gleiten: Arme am Körper, Beine geschlossen, Körper lang. Zähle langsam bis drei.

    Die Gleitphase ist kein verlorener Moment, sondern der Grund, weshalb diese Schwimmart so sparsam ist. Der nächste Zug beginnt erst, wenn der Schwung fast aufgebraucht ist. Wer sofort wieder ausholt, bremst sich selbst.

    Häufige Fehler

    • Kinn auf der Brust: Dann sinkt die Hüfte. Leg den Kopf zurück, bis die Ohren im Wasser sind.
    • Knie durchbrechen die Oberfläche: Lass die Unterschenkel fallen, statt die Knie anzuziehen.
    • Keine Pause: Zähle beim Gleiten bewusst mit.
    • Schlangenlinien: Such dir an der Hallendecke eine Linie oder schwimm entlang der Leine.

    Wofür du ihn brauchst

    Der Rückengleichschlag ist deine Reserve. Wenn dir beim Brustschwimmen oder Kraulen die Luft ausgeht, drehst du dich auf den Rücken und schwimmst ruhig weiter, bis sich der Atem beruhigt hat. Im See ist das Gold wert, weil dort kein Beckenrand in der Nähe ist. Auch im Rettungsschwimmen der SLRG gehört die Rückenlage mit Brustbeinschlag zu den Grundlagen, denn so bleiben die Hände frei.

    Ein Nachteil bleibt: Du siehst nicht, wohin du schwimmst. Im Hallenbad helfen die Fähnchen, die fünf Meter vor der Wand über dem Becken hängen. Sobald du sie über dir siehst, streckst du einen Arm nach hinten, damit die Hand vor dem Kopf an der Wand ankommt. In der Badi und im See schaust du alle paar Züge kurz über die Schulter.

    Fazit

    Ausholen, drücken, gleiten: Mehr ist es nicht. Übe zuerst den Beinschlag mit Brett, nimm dann die kleine Armbewegung dazu und gönn dir nach jedem Zug eine echte Pause. Zwei bis drei ruhige Längen pro Hallenbadbesuch reichen, damit der Rückengleichschlag zu der Schwimmart wird, auf die du dich verlassen kannst, wenn du müde bist.

  • Körperrotation beim Kraulen: Schulter und Hüfte gemeinsam drehen

    Viele Einsteiger kraulen möglichst flach durchs Wasser. Brust und Hüfte zeigen ständig zum Beckenboden, während nur die Arme kreisen und der Kopf zum Atmen seitlich herausgedreht wird. Das wirkt stabil, macht den Bewegungsablauf aber oft anstrengend: Die Schulter muss weit nach vorne greifen, die Atmung wird hektisch und der Körper beginnt zu schlängeln.

    Beim Kraulen gehört deshalb eine kontrollierte Drehung um die Körperlängsachse dazu. Schultergürtel und Hüfte rollen gemeinsam leicht zur Seite und wieder zurück. Diese Längsachsenrotation wird auch in den überarbeiteten Schweizer swimsports-Grundlagentests früher aufgebaut. Sie ist keine fortgeschrittene Wettkampftechnik, sondern eine wichtige Grundlage für einen natürlichen Armzug und eine ruhigere Seitenatmung.

    Was sich beim Kraulen drehen soll

    Stell dir deinen Rumpf als stabilen Baumstamm vor. Wenn die rechte Schulter nach oben rollt, bewegt sich auch die rechte Hüftseite etwas nach oben. Auf der Gegenseite sinken Schulter und Hüfte entsprechend leicht ab. Der Körper bleibt lang, während die Rotation von Zug zu Zug die Seite wechselt.

    Die Bewegung ist deutlich kleiner als eine vollständige Drehung in die Seitenlage. Du sollst weder auf der Seite liegen bleiben noch die Hüfte separat hin und her werfen. Entscheidend ist die Verbindung: Brustkorb und Becken bewegen sich in dieselbe Richtung, während Kopf und Blick zwischen den Atemzügen ruhig zum Beckenboden orientiert bleiben.

    Warum ganz flaches Schwimmen bremst

    Ohne Rumpfrotation muss der Arm einen grossen Teil der Rückholbewegung allein aus dem Schultergelenk bewältigen. Manche Schwimmer ziehen den Ellbogen dann tief über das Wasser oder kreuzen beim Eintauchen vor dem Kopf. Gleichzeitig wird die Seitenatmung schwierig: Der Kopf wird angehoben, statt sich mit der bereits laufenden Körperdrehung zur Seite zu bewegen.

    Eine ruhige Rotation schafft Platz für den zurückkehrenden Arm, verlängert die vordere Körperseite und unterstützt das Wasserfassen. Sie ist aber kein Selbstzweck. Zu viel Rotation kann ebenfalls bremsen, weil der Körper seitlich kippt, die Beine ausschlagen und die Zughand die stabile Druckrichtung verliert.

    Flach blockiert oder als Einheit gedreht?

    Bewege den Schalter und vergleiche einen starren Rumpf mit der verbundenen Rotation von Schulter und Hüfte.

    Körperrotation beim Kraulschwimmen Ein menschlich proportionierter Kraulschwimmer mit Badekappe, Schwimmbrille und dunkelblauer Badehose in schräger Seitenansicht. Beide Arme setzen an den Schultern an: einer ist nach vorne gestreckt, der andere angewinkelt in der Rückholphase. Im ersten Bild bleibt der Rumpf starr. Im zweiten rollen die markierte Schulter und Hüfte im selben Rhythmus, während der Kopf ruhig nach unten gerichtet bleibt und die Beine schmal schlagen. Die Bewegung ist zur Verdeutlichung der Rotation verlangsamt und zeigt keinen vollständigen Armzug. Starrer Rumpf: der Arm arbeitet allein Schultern und Hüfte bleiben flach – die Rückholphase wird eng. Arm muss weit aussen herum Schulterlinie und Hüfte bleiben blockiert Leicht rotieren · Schulter und Hüfte verbinden · nicht vollständig auf die Seite kippen
    Rumpf blockiert Gemeinsam drehen

    Die Rotation beginnt nicht beim Kopf

    Ein häufiger Fehler entsteht bei der Atmung: Der Schwimmer dreht nur den Kopf und versucht, den Mund möglichst hoch über die Wasseroberfläche zu bringen. Dadurch hebt sich der Kopf, die vordere Hand drückt nach unten und die Beine sinken leichter ab.

    Besser ist diese Reihenfolge: Der Armzug leitet die Rumpfrotation ein, Schulter und Hüfte rollen zur Seite, und der Kopf folgt nur so weit, dass der Mund zum Einatmen frei wird. Ein Teil des Gesichts darf nahe am Wasser bleiben. Anschliessend kehrt der Blick zurück zum Beckenboden, während die andere Körperseite nach oben rollt.

    Drei Übungen für das Schweizer Hallenbad

    Seitliches Gleiten: Stosse dich in einer leicht gedrehten Lage von der Wand ab. Ein Arm zeigt nach vorne, der andere liegt am Oberschenkel. Spüre, dass Schulter und Hüfte auf derselben Seite etwas höher liegen. Beginne im standtiefen Bereich und beende die Übung, bevor die Luft knapp wird.

    Sechs Beinschläge und wechseln: Halte die seitlich gestreckte Position für ungefähr sechs ruhige Kraulbeinschläge. Führe dann den oberen Arm nach vorne, beginne mit dem anderen Armzug und rolle als Einheit auf die Gegenseite. Ein Schwimmbrett ist dafür meist nicht nötig.

    Reissverschluss mit ruhigem Kopf: Beim lockeren Kraulen führt der Ellbogen den Arm über Wasser nach vorne. Stell dir vor, der Daumen gleite seitlich an einem Reissverschluss entlang. Die Übung soll nicht zu einem verkrampften Berühren des Körpers führen; sie erinnert lediglich daran, dass die Rotation Platz für eine lockere Rückholphase schafft.

    Woran du eine passende Drehung erkennst

    Eine gute Rotation fühlt sich rhythmisch und klein an. Die Beine schlagen weiterhin schmal hinter dem Körper, die Hand taucht ungefähr in Verlängerung der Schulter ein und der Kopf pendelt nicht bei jedem Zug. Von aussen sollte eine durchgehende Linie erkennbar sein: Schulter und Hüfte wechseln gemeinsam ihre Höhe.

    Wenn du im Hallenbad eine Bahn für Technikübungen nutzt, schwimme bewusst langsam. Zehn konzentrierte Meter sind für den Anfang ausreichend. Danach normal weiterkraulen und prüfen, ob Armzug und Atmung leichter wirken. Eine Schwimmlehrperson oder ein kurzes Video von vorne und von der Seite kann zeigen, ob du tatsächlich rotierst oder nur mit den Beinen ausweichst.

    Typische Überkorrekturen

    Mehr Rotation ist nicht automatisch besser. Wer fast vollständig auf die Seite kippt, wartet häufig zu lange in der Gleitposition und verliert den gleichmässigen Rhythmus. Auch eine Hüfte, die unabhängig von den Schultern hin und her schwingt, erzeugt keinen hilfreichen Antrieb. Halte den Rumpf stabil und denke an «gemeinsam rollen» statt an «möglichst weit drehen».

    Fazit

    Die Körperrotation verbindet beim Kraulen den Armzug, die Wasserlage und die Seitenatmung. Schulter und Hüfte drehen leicht als Einheit, während der Kopf zwischen den Atemzügen ruhig bleibt. Wer diese Bewegung zuerst langsam und kontrolliert übt, schafft die Grundlage für einen längeren, entspannteren Kraularmzug.

    Quellen und weiterführende Informationen

    swimsports: Informationen zu den überarbeiteten Grundlagentests und zur früher eingeführten Längsachsenrotation. BASPO/mobilesport.ch: Grundlagen des Schwimmenlernens und koordinative Übungen im Wasser. Quellen geprüft am 2. Oktober 2026.

  • Rückenkraul-Armzug: Mit dem kleinen Finger zuerst eintauchen

    Beim Rückenkraulen ist die Hand über dem Kopf schwer zu sehen. Genau deshalb schleichen sich beim Eintauchen oft Fehler ein: Die Hand klatscht flach aufs Wasser, taucht mit dem Daumen voran ein oder kreuzt über die Körpermitte. Das macht den Armzug unruhig und kann die Schwimmlinie verschieben.

    Ein hilfreiches Technikbild lautet: Der Arm kommt locker und gestreckt über das Wasser, die Schulter rollt mit, und die Hand taucht ungefähr in der Verlängerung der Schulter mit dem kleinen Finger zuerst ein. Dieses Merkmal findet sich auch in Schweizer Lehrmitteln zum Rückenkraul. Es ist kein Selbstzweck, sondern erleichtert einen sauberen Übergang zur Unterwasserphase.

    Warum die flache Hand bremst

    Trifft die ganze Handfläche gleichzeitig aufs Wasser, entsteht ein hörbares Klatschen. Die Hand wird abrupt gebremst, Wasser spritzt ins Gesicht und die Schulter bleibt häufig flach liegen. Viele Schwimmer versuchen danach, den Arm mit Kraft unter Wasser zu drücken. Der Zug beginnt dadurch hektisch statt kontrolliert.

    Auch ein Eintauchen über der Kopfmitte ist ungünstig. Es bringt den Körper ins Schlingern und erschwert eine gerade Bahn. Im gut besuchten Schweizer Hallenbad fällt das besonders auf: Wer seitlich wandert, kommt schneller der Leine oder anderen Schwimmerinnen und Schwimmern nahe.

    Kleiner Finger zuerst – aber ohne Verkrampfen

    Die Hand wird nicht mit Gewalt verdreht. Die Bewegung entsteht aus der Rotation von Schulter und Oberkörper. Der Daumen verlässt beim Rückholen zuerst das Wasser, der Arm schwingt locker nach oben, und während die Schulter ansteigt, dreht sich die Hand so, dass der kleine Finger zuerst eintauchen kann. Die Hand bleibt dabei in einer natürlichen Verlängerung des Unterarms.

    Technik in Bewegung · Rückenkraul

    Leise eintauchen. Gerade bleiben.

    Ein lockerer Armschwung, ein klarer Eintauchpunkt – und der kleine Finger führt die Hand ins Wasser.

    Rückholphase beim Rückenkraul mit markiertem Handeintritt Schematische Seitenansicht: Eine Person liegt auf dem Rücken, der Kopf ist links. Ein langer Arm schwingt von der Hüfte über die Schulter nach links über den Kopf. Der Daumen verlässt das Wasser zuerst, während des Schwungs dreht sich die Hand, und der kleine Finger taucht zuerst ein. Sanfte Ringe markieren den Eintritt. Nur die Rückholphase wird wiederholt, nicht der vollständige Unterwasserzug. Die unteren Detailbilder zeigen die Kleinfingerkante und die Schulterlinie. RÜCKHOLPHASE Locker über Wasser Kleiner Finger zuerst Seitenansicht · vereinfacht 1Arm zurückholen 2Schulter mitnehmen 3Eintauchen

    01 / Die schmale Kante führt

    Handeintritt mit der Kleinfingerkante Vergrössertes Schema einer Hand mit geschlossenen Fingern, seitlich gedreht. Der Daumen liegt oben, die golden markierte Kleinfingerkante unten. Sie senkt sich zuerst durch die Wasseroberfläche, die Handfläche trifft nicht flach auf das Wasser. Kleinfinger-kante Handdetail · schematisch

    Die goldene Kante taucht zuerst ein. Die Hand bleibt locker in Verlängerung des Unterarms.

    02 / Auf der Schulterlinie bleiben

    Eintauchpunkt in Verlängerung der Schulter Draufsicht auf eine Person in Rückenlage. Zwei gestrichelte Linien verlängern die Schulterpositionen nach oben. Die gestreckte linke Bildseite zeigt die Hand auf ihrer Schulterlinie, nicht über der Kopfmitte. Schulter-linie Draufsicht · Rückenlage

    Über der eigenen Schulter eintauchen – nicht über der Nase. Der Kopf bleibt ruhig in der Mitte.

    Merke: lockerer Arm · rollende Schulter · kleiner Finger zuerst.
    Die Animation zeigt die Rückholphase und den Handeintritt vereinfacht, nicht den vollständigen Unterwasserzug. Bei aktivierter Einstellung für reduzierte Bewegung erscheinen ruhige Standbilder.

    Der richtige Eintauchpunkt

    Stell dir über jeder Schulter eine schmale Schiene vor. Die Hand soll auf dieser Linie ins Wasser gleiten – nicht über der Nase und nicht weit ausserhalb. Der Arm bleibt lang, aber der Ellbogen wird nicht steif durchgedrückt. Nach dem Eintauchen fasst die Hand Wasser, während der Ellbogen unter Wasser beugt und der Zug Richtung Hüfte beginnt.

    Die genaue Breite ist individuell. Breite Schultern brauchen eine etwas andere Linie als schmale. Entscheidend ist, dass die Hand zur eigenen Schulterachse passt und der Körper nicht bei jedem Zug seitlich ausweicht.

    Drei einfache Übungen im Hallenbad

    Trockenprobe am Beckenrand: Lege dich nicht hin, sondern stehe aufrecht und führe einen Arm langsam rückwärts über den Kopf. Spüre, wie die Schulter mitdreht und der kleine Finger nach hinten zeigt. Einarmig mit Brett: Halte ein Brett locker über den Oberschenkeln und schwimme nur mit einem Arm. So kannst du den Eintauchpunkt besser beobachten lassen. Sechs Beinschläge, ein Armzug: Bleibe zunächst in stabiler Rückenlage und führe jeden Armzug bewusst langsam aus.

    Eine Kursleitung, Trainingspartnerin oder ein kurzes Video vom Beckenrand kann helfen. Aus der eigenen Rückenlage fühlt sich ein überkreuzter Arm oft gerade an. Die Aussenansicht zeigt schneller, ob die Hand tatsächlich in Schulterverlängerung eintaucht.

    Häufige Korrekturfehler

    Wer nur an den kleinen Finger denkt, spannt manchmal Hand und Unterarm zu stark an. Dann wird aus dem lockeren Armschwung eine steife Bewegung. Andere Schwimmer setzen die Hand zwar korrekt ein, halten aber die Schulter flach im Wasser. Ohne Körperrotation bleibt der Übergang zur Zugphase schwierig. Übe deshalb immer die Verbindung: lockerer Arm, rollende Schulter, schmaler Eintritt.

    Schmerzen in der Schulter sind kein Zeichen dafür, dass die Technik besonders gründlich geübt wird. Reduziere den Bewegungsumfang und lass anhaltende Beschwerden fachlich abklären. Gute Rückenkraultechnik soll sich kontrolliert und frei anfühlen.

    Leise Hände, gerade Bahn

    Ein leiser Eintritt ist ein guter Hinweis, aber nicht das einzige Ziel. Wenn die Hand schulterbreit und mit dem kleinen Finger zuerst eintaucht, die Schulter mitrollt und der Kopf ruhig bleibt, wird der gesamte Rückenkraul-Armzug gleichmässiger. So schwimmst du im Hallenbad gerader – und sparst Kraft für die nächste Länge.

  • Brustarmzug lernen: kompakt ziehen statt bis zur Hüfte

    Beim Brustschwimmen wirkt ein grosser Armzug zunächst kräftig: Die Hände ziehen weit nach aussen und bis neben den Körper zurück. Für Einsteiger fühlt sich das nach viel Vortrieb an. Häufig entsteht aber das Gegenteil. Der Oberkörper richtet sich stark auf, die Arme bleiben lange hinten und der Körper verliert die schmale Gleitform.

    Ein wirksamer Brustarmzug ist kompakter, als viele erwarten. Die Hände öffnen sich aus der Vorhalte, Unterarme und Hände fassen Wasser und bewegen sich danach wieder zügig vor den Körper. Die Ellbogen bleiben dabei grundsätzlich vor den Schultern. Danach werden die Arme schmal nach vorne geführt und der Körper kann gleiten.

    Der Armzug bereitet die nächste Gleitphase vor

    Brustschwimmen besteht nicht aus dauerndem Ziehen. Vortrieb und Widerstand wechseln sich ab. Während der Zug- und Druckphase erzeugst du Antrieb. Anschliessend sollen Hände, Arme, Kopf und Rumpf wieder eine möglichst günstige Linie bilden. Je länger die Hände neben den Rippen oder sogar an der Hüfte bleiben, desto später beginnt diese Linie.

    In Schweizer Schwimmtests wird der Brustarmzug deshalb mit einer begrenzten Auswärtsbewegung, einer beschleunigten Einwärtsbewegung und einer schmalen Rückführung beschrieben. Die Ellbogen sollen nicht hinter die Schultern geführt werden. Das ist ein hilfreicher Orientierungspunkt für Kinder und Erwachsene, unabhängig davon, ob sie auf ein Abzeichen wie Fish hinarbeiten oder einfach entspannter Bahnen schwimmen möchten.

    Technik-Lupe · Brust

    Kompakt ziehen. Schmal nach vorne.

    Beobachte Hände und Ellbogen in Zeitlupe – und vergleiche ihren Weg mit der Schulterlinie.

    Kompakter Brustarmzug in der DraufsichtSchematischer Armzug: Beide Hände bewegen sich nach aussen, nach innen und schmal nach vorne. Die Ellbogen bleiben vor der waagerecht gestrichelten Schulterlinie. Beine und Körperrotation sind zur Konzentration auf die Arme nicht animiert.
    1 · Öffnen2 · Einwärts3 · Nach vorne4 · Gleiten

    ✓ Die Ellbogen bleiben vor der Schulterlinie. Die Hände finden auf kurzem Weg zusammen und werden schmal nach vorne geführt.

    Schematische Zeitlupe nur für den Armzug. Beinschlag, Atmung und Körperbewegung sind bewusst ausgeblendet. Pause hält die aktuelle Position fest.

    So läuft die Bewegung ab

    1. Öffnen: Aus der gestreckten Position drehen sich die Hände leicht nach aussen. Die Bewegung bleibt kontrolliert. Du musst die Arme nicht sofort maximal spreizen.

    2. Wasser fassen und einwärts bewegen: Unterarme und Hände stellen sich gegen das Wasser. Die Hände bewegen sich auf einer gerundeten Bahn nach innen. Der Druck nimmt zu, ohne dass du die Ellbogen bis an die Rippen ziehst.

    3. Schmal nach vorne: Vor der Brust kommen die Hände näher zusammen. Dann schiebst du sie zügig nach vorne. Kopf und Oberkörper folgen in eine längere Position. Jetzt beginnt die Gleitphase, während der Beinschlag seinen Vortrieb entfalten kann.

    Typische Zeichen für einen zu grossen Zug

    Du erkennst einen übergrossen Armzug daran, dass deine Hände fast die Hüfte berühren, die Ellbogen deutlich hinter die Schulterlinie geraten oder du nach jedem Zug lange brauchst, um die Arme wieder nach vorne zu bringen. Häufig hebt sich der Kopf sehr hoch und die Beine sinken ab. Das Schwimmen wirkt dann wie eine Folge einzelner Kraftaktionen statt wie ein gleichmässiger Rhythmus.

    Drei Übungen für die nächste Hallenbad-Lektion

    Kleine Kreise im standtiefen Wasser: Beuge den Oberkörper leicht vor, lege Gesicht und Arme ins Wasser und führe nur einen kleinen Brustarmzug aus. Stoppe, bevor die Ellbogen hinter die Schultern wandern. Stelle dich danach wieder hin und beginne neu.

    Brustarme mit leichtem Wechselbeinschlag: Ein sanfter Kraulbeinschlag hält dich in Bewegung, während du dich auf die Arme konzentrierst. Schwimme kurze Strecken und achte auf die Reihenfolge öffnen, fassen, Hände zusammen, nach vorne.

    Zug zählen: Schwimme 10 bis 15 Meter in ruhigem Tempo und zähle die Armzüge. Versuche nicht, die Zahl mit Gewalt zu reduzieren. Suche stattdessen einen kompakten Zug und eine klar erkennbare Gleitphase. In einer Schwimmschule kann eine Kursleitung beurteilen, ob dein Rhythmus zum Beinschlag passt.

    Kompakt bedeutet nicht kraftlos

    Ein kleinerer Bewegungsweg kann sehr wirksam sein, wenn Hände und Unterarme das Wasser gut fassen. Entscheidend ist nicht, wie weit du nach hinten kommst, sondern ob du Druck aufbaust und danach ohne Umweg wieder in die Gleitlage findest. So wird Brustschwimmen ruhiger, rhythmischer und oft auch angenehmer für Nacken und Schultern.

    Übe zunächst über kurze Distanzen und mit genügend Pause. Sobald die Bewegung hektisch wird, wird der Zug meistens wieder zu gross. Qualität vor Länge ist gerade beim Techniklernen im Hallenbad die bessere Strategie.

  • Einfache Wende beim Schwimmen: Ohne Rollwende ruhig neu starten

    Du schaffst eine kurze Schwimmstrecke, aber am Beckenrand ist jedes Mal Schluss mit dem Rhythmus? Dann brauchst du nicht sofort eine Rollwende. Eine einfache Wende beim Schwimmen beginnt mit drei überschaubaren Aufgaben: ankommen, neu ausrichten, wieder starten. Am Anfang darf dazwischen eine Pause liegen. Erst später werden die Teile zu einer fliessenden Bewegung.

    Dieser Artikel richtet sich an Erwachsene und ältere Kinder, die bereits selbstständig bis zum Rand schwimmen können. Er beschreibt eine ruhige Freizeit- und Lernvariante, keine wettkampfgerechte Wende für jede Schwimmart. Für Anfänger bleiben Standtiefe, Orientierung und passende Begleitung wichtiger als Geschwindigkeit.

    Was eine Wende ohne Rolle ausmacht

    Bei der hier beschriebenen einfachen Wende berührst du zuerst die Wand, bringst die Beine an den Körper und richtest dich in die Gegenrichtung aus. Danach stösst du dich mit den Füssen ab. Du machst dabei keinen Purzelbaum. Das Schweizer Lehrmittel Schwimmen führt solche einfachen Wendebewegungen mit Wandkontakt als eigene Lernaufgabe ein. [1]

    Das Wenden bleibt auch in den im Februar 2026 veröffentlichten Trainingsformen von Swiss Aquatics ein eigenes Thema. Dort wird standtiefes Wasser als Vereinfachung genannt. [2] Die folgende Übungsfolge setzt noch früher an: zunächst ohne Zeitdruck und ohne die Bewegung mit einer ganzen Bahn verbinden zu müssen.

    Den Übungsplatz sorgfältig wählen

    Suche im Hallenbad einen erlaubten, freien Wandabschnitt im standtiefen Bereich. Kontrolliere die Tiefe und den Platz vor dir. Die Wand sollte gut greifbar sein; frage die Badeaufsicht, wenn du unsicher bist. Übe nicht an einer Leiter, an scharfen Kanten oder mitten im Verkehr einer schnellen Schwimmbahn. Der Abstoss darf niemanden überraschen.

    Vorausgesetzt sind ein vertrautes Eintauchen des Gesichts, kurzes Gleiten und sicheres Wiederaufstehen. Boden- und Wandkontakt sowie kontrolliertes Ausatmen gehören zu den Grundlagen der Wassergewöhnung. [3] Kinder brauchen aufmerksame Aufsicht; kleine Kinder bleiben in Griffnähe. [5] Neue Wendebewegungen lernst du am besten unter Anleitung.

    Die einfache Wende in vier Schritten

    1. Langsam ankommen und Halt finden

    Beginne nur ein kurzes Stück vor der Wand. Nähere dich langsam und berühre sie mit der Hand vor dem Kopf. Greife einen geeigneten Rand, ohne mit Schwung dagegenzustossen. Du darfst dich zunächst hinstellen und normal atmen. Wiederhole allein dieses kontrollierte Ankommen, bevor du das Drehen ergänzt.

    2. Drehen und die Füsse zur Wand bringen

    Mit einer Hand am Rand beugst du Hüfte und Knie. Drehe dich seitlich so, dass sich der Oberkörper von der Wand weg ausrichtet und beide Füsse an die Wand kommen können. Die Knie bleiben gebeugt. Die Lehrperson hilft dir, Abstand und Richtung zu finden. Ziehe dich nicht mit Gewalt am haltenden Arm herum. [1]

    3. Erst ausrichten, dann sanft abstossen

    Prüfe vor dem Start nochmals, ob der Weg frei ist. Atme normal ein, führe die Arme nach vorne und lege das Gesicht ins Wasser. Löse die Hand von der Wand und stosse dich mit beiden Füssen sanft ab. Ziel ist eine kurze, annähernd waagrechte Gleitbewegung nahe der Oberfläche – nicht möglichst tief oder weit zu kommen. Die Grundform mit gestreckten Armen und Gesicht im Wasser beschreibt mobilesport.ch als «Bauchpfeil». [4]

    4. Gleiten kontrolliert beenden

    Atme beim kurzen Gleiten sanft ins Wasser aus. Beende die Übung rechtzeitig durch sicheres Aufstehen im standtiefen Bereich. Wenn dieser Ablauf vertraut ist, kannst du unter Anleitung wenige Schwimmzüge anhängen. Die nächste Einatmung erfolgt mit freien Atemwegen über Wasser; eine möglichst lange Unterwasserphase ist kein Lernziel.

    Die Animation vergleicht das Ankommen am Rand mit dem kurzen Gleiten nach dem Abstoss. Der seitliche Richtungswechsel dazwischen wird im Text beschrieben und sollte dir im Wasser gezeigt werden.

    Am Rand ankommen. Ruhig neu starten.

    Bewege den Schalter: vom Halt am Beckenrand zum kurzen Gleiten nach dem Abstoss.

    Einfache Wende: Ankommen und erneut abstossen Zwei vereinfachte Momentaufnahmen im standtiefen Becken. Zuerst hält sich eine Person an der rechten Beckenwand fest und steht am Boden. Danach gleitet sie mit ausgestreckten Armen nach links von der Wand weg. Dazwischen werden die Beine angezogen, der Körper seitlich gedreht und beide Füsse an der Wand aufgesetzt. Keine Rollwende und kein vollständiger Bewegungsablauf. 1 · Ankommen und ordnen Langsam zur Wand · Halt finden · normal atmen Eine Pause ist erlaubt. Erst dann die neue Richtung vorbereiten. Die Hände erreichen die Wand vor dem Kopf. Zwei Momentaufnahmen · Drehbewegung dazwischen unter Anleitung lernen
    Am Rand Neu starten

    So baust du die Bewegung ohne Stress auf

    Teile das Lernen auf mehrere kurze Versuche auf. Zuerst übst du das Ankommen und Festhalten. Danach probierst du die neue Ausrichtung mit den Füssen an der Wand, ohne kräftig abzustossen. Erst anschliessend verbindest du diese Teile. Starte jede Wiederholung bewusst neu. Ein Beckenrand ist kein Ort für Gedränge, Überraschungen oder Wettrennen unter Einsteigern.

    Drei häufige Schwierigkeiten

    Du bist zu nah an der Wand: Ordne dich mit Unterstützung neu, statt dich mit eingeklemmten Beinen wegzudrücken. Du stösst schräg ab: Lass die Lehrperson deine Fussstellung und Körperrichtung anschauen; beginne beim nächsten Mal mit weniger Kraft. Du hältst die Luft bis zum Ende an: Gehe zurück zu einer kurzen Atem- und Gleitübung, bevor du die ganze Wende wiederholst.

    Bei Schmerzen, Schwindel, Luftnot oder Unsicherheit unterbrichst du. Du musst eine begonnene Übungsfolge nicht fertigschwimmen. Frage nach einer einfacheren Variante, statt mit stärkerem Abstoss gegen das Problem anzukämpfen.

    Vom Lernversuch zum Schwimmen im Hallenbad

    In einer Schweizer Schwimmschule kannst du gezielt nach «Wenden ohne Rolle» fragen. Sage dazu, ob du Brust oder Kraul schwimmst und ob du am Rand bereits sicher die Richtung wechseln kannst. Wer später Wettkämpfe schwimmen möchte, braucht zusätzlich die für seine Schwimmart geltenden Anschlag- und Wenderegeln. Diese Freizeitübung ist dafür kein vollständiger Ersatz.

    Sobald die Bewegung vertraut ist, geht es um Rücksicht und einen freien Startweg. Dazu passt der vorhandene Beitrag über Bahnregeln im Hallenbad. Dein erstes Ziel bleibt jedoch einfach: ruhig ankommen, dich orientieren und kontrolliert wieder losschwimmen.

    Quellen und weiterführende Informationen

    [1] Lehrmittel Schwimmen, über mobilesport.ch: Wir lernen die einfache Wende (PDF, Kapitel Kraul).

    [2] mobilesport.ch, Quelle Swiss Aquatics: Wende mit Startsignal, veröffentlicht am 12. Februar 2026.

    [3] mobilesport.ch / BASPO: Schwimmen lernen – die Grundlagen.

    [4] mobilesport.ch / BASPO: Bauchpfeil.

    [5] BFU: Kinder und das Wasser. Quellen geprüft am 19. September 2026.

  • Brustschwimmen koordinieren: ziehen, atmen, kicken, gleiten

    Du bewegst Arme und Beine fleissig, kommst beim Brustschwimmen aber kaum zur Ruhe? Dann lohnt sich ein Blick auf den Ablauf statt auf die Kraft. Hier geht es nicht um Wettkampftempo, sondern um eine verständliche Grundkoordination für Kinder und Erwachsene: ziehen und einatmen, nach vorne strecken, mit den Beinen antreiben und kurz gleiten.

    Diese Reihenfolge ist eine Lernhilfe, kein starres Vier-Takte-Gesetz. Einzelne Bewegungen gehen fliessend ineinander über. Auch die Unterrichtsplattform mobilesport.ch des Bundesamts für Sport verbindet Armzug, Atmung und Beinschlag zu einem Rhythmus mit anschliessender Gleitphase. Lass dir den Ablauf möglichst von einer Schwimmlehrperson vormachen.

    Warum das Zusammenspiel wichtiger ist als hektische Bewegung

    Brust sieht auf den ersten Blick vertraut aus, ist koordinativ aber anspruchsvoll. Nicht nur der Armzug, auch der Beinschlag und sein Zeitpunkt verdienen Aufmerksamkeit. mobilesport.ch betont diese Schwierigkeit ausdrücklich. Wenn der Vortrieb ausbleibt, lautet die nächste Aufgabe deshalb nicht automatisch «stärker ziehen», sondern zunächst «Bewegung beobachten lassen».

    Im Schweizer Ausbildungssystem von Swiss Aquatics wird die Brustkoordination schrittweise aufgebaut. Level 8 enthält sechs Brustzyklen mit abgestimmter Einatmung; Level 9 verlangt bei 15 Metern Brust eine kurze Gleitphase am Ende jedes Zyklus. Du musst diese Stufen nicht selbst prüfen: Sie zeigen, dass ruhige Koordination ein eigenes Lernziel ist. Quelle: Swiss Aquatics, Learn to Swim.

    Den Ablauf in vier Bildern verstehen

    Ziehen und einatmen: Aus der gestreckten Lage bewegen sich die Hände nach aussen und anschliessend wieder vor die Brust. Während dieser Zugbewegung kommt der Mund zum Einatmen über die Oberfläche. Für das Grundmuster wandern die Hände nicht wie beim Kraulen bis zur Hüfte. Die Technikübersicht von mobilesport.ch zeigt diese Abfolge als Bilderreihe.

    Nach vorne strecken: Die Hände werden wieder nach vorne geführt, während die Beine den nächsten Beinschlag vorbereiten. Der Kopf kehrt zwischen die Arme zurück. Denke nicht «alles gleichzeitig möglichst schnell», sondern beobachte, wie die Vorderseite des Körpers für den folgenden Beinantrieb wieder lang wird. Auch diesen Übergang kannst du in der Bilderreihe gut erkennen.

    Kicken: Nun folgt die Schwung-Stoss-Bewegung der Beine; am Ende kommen sie wieder zusammen. Das ist kein abwechselndes Strampeln. Swiss Aquatics unterscheidet beim Brustbeinschlag ausdrücklich die gemeinsame Bewegung von einer Scherbewegung. Die genaue Fussstellung lässt du dir im Wasser zeigen, statt die Knie mit Kraft in eine vermeintlich richtige Position zu drücken. Quelle: Lernziele Brustbeinschlag.

    Gleiten: Nach dem Beinschlag sind Arme und Beine gestreckt. Lass diese kurze Phase zu, bevor der nächste Armzug beginnt. Dabei bleibt die Atmung Teil des Ablaufs: Unter Wasser wird ausgeatmet, nicht für eine möglichst lange Tauchstrecke die Luft angehalten. Diese Verbindung von Beinschlag, Ausatmen und Gleiten beschreibt die Rhythmusübung von mobilesport.ch.

    Die Gleitphase sichtbar machen

    Die Grafik vergleicht zwei vereinfachte Situationen am Ende des Beinschlags: Im ersten Zustand öffnen sich die Arme bereits für den nächsten Zug. Im zweiten bleiben sie zunächst vorne, sodass eine erkennbare Gleitphase entsteht. Das ist eine didaktische Gegenüberstellung und keine vollständige Animation sämtlicher Gelenkbewegungen oder einer Wettkampftechnik.

    Nach dem Beinschlag: kurz lang bleiben

    Schalte zwischen einem zu frühen neuen Armzug und einer bewussten Gleitphase um.

    Brustschwimmen: zu früher Armzug oder kurze Gleitphase Draufsicht auf eine schwimmende Person. Zustand A: Die Beine beenden den Beinschlag, aber die Arme öffnen sich schon wieder. Zustand B: Nach dem Beinschlag sind Arme und Beine gestreckt. Die Person gleitet kurz. Vereinfachtes Lernbild, keine vollständige Bewegungsanalyse. Schon wieder ziehen?Der nächste Armzug beginnt zu früh. ZiehenAtmenKicken Gleiten? Lernbild: Die kurze Streckphase fehlt.
    Zu früh ziehenKurz gleiten

    Ein einfacher Übungsvorschlag für die nächste Lektion

    Besprich mit deiner Schwimmlehrperson folgenden kleinen Beobachtungsauftrag: Schwimme nur wenige ruhige Zyklen und achte ausschliesslich auf den Moment nach dem Beinschlag. Sind die Hände vorne, bevor du erneut ziehst? Die Lehrperson beobachtet von aussen und gibt dir danach genau eine Rückmeldung. Wähle eine Strecke und Wassertiefe, in der du sicher bist; Kinder bleiben beaufsichtigt.

    Als Merkhilfe kannst du an Land langsam «ziehen – atmen – kicken – gleiten» sprechen und die Armbewegung dazu zeigen. Im Wasser wird daraus ein innerer Rhythmus, kein lautes Sprechen mit eingetauchtem Mund. Die Idee, einen Bewegungsablauf sprachlich zu begleiten, greift auch die Rhythmusschulung von mobilesport.ch auf.

    Was du nicht erzwingen solltest

    Eine längere Pause ist nicht automatisch besser. Für diesen Lernschritt geht es um eine erkennbare, kurze Gleitphase – nicht darum, bis zum völligen Stillstand zu warten oder möglichst wenige Atemzüge zu schaffen. Frage bei der Rückmeldung lieber «War meine Reihenfolge klar?» als «Wie viele Sekunden habe ich geschafft?». Das hält die Aufmerksamkeit beim Bewegungsablauf.

    Falls der Brustbeinschlag unangenehm ist, brich die Übung ab und lass die Bewegung fachkundig anschauen. Ein allgemeines Lernbild passt nicht zu jedem Körper; mobilesport.ch weist selbst auf körperliche Unterschiede beim Brustschwimmen hin. Eine passend angeleitete andere Schwimmart kann sinnvoller sein, als eine bestimmte Beinstellung gewaltsam nachzuahmen.

    Dein nächster Fortschritt ist ein klarer Rhythmus

    Nimm aus der nächsten Hallenbadlektion eine einzige Frage mit: Lasse ich nach dem Beinschlag einen kurzen Moment zum Gleiten zu? Wenn du diesen Abschnitt erkennst und die Atmung dazu abstimmen kannst, hast du ein konkretes Lernziel erreicht. Mehr Tempo und längere Strecken dürfen später folgen – zuerst soll der Ablauf für dich verständlich und wiederholbar werden.

    Fachliche Grundlagen: Swiss Aquatics und mobilesport.ch. Quellenstand: 19. September 2026. Übungsvorschläge ersetzen keine individuelle Schwimminstruktion.

  • Vom Brustschwimmen zum Kraulen: Der richtige Übergang

    Du schwimmst bereits Brust, möchtest aber auch kraulen können? Dann musst du nicht wieder ganz von vorne beginnen. Du bringst Wassererfahrung mit. Neu ist vor allem das Zusammenspiel: Die Arme bewegen sich abwechselnd, die Beine schlagen auf und ab, und zum Einatmen dreht sich der Kopf seitlich. Der Übergang vom Brustschwimmen zum Kraulen gelingt nicht durch mehr Tempo, sondern durch überschaubare Lernaufgaben.

    Dieser Aufbau richtet sich vor allem an Erwachsene, die bereits selbstständig schwimmen können. Für Kinder sollte eine Schwimmlehrperson die Übungen anpassen. Wenn du dich mit dem Gesicht im Wasser noch unwohl fühlst, beginne zunächst begleitet mit Wassergewöhnung, Ausatmen und sicherem Aufstehen. Diese Fähigkeiten gehören zu den Grundlagen des Schwimmenlernens. [1]

    Was sich gegenüber dem Brustschwimmen verändert

    Beim Kraulen arbeiten die Arme wechselseitig statt gleichzeitig. Der Brustbeinschlag wird durch einen Wechselbeinschlag ersetzt. Dazu rollt der Körper leicht um seine Längsachse. Zum Einatmen drehst du den Kopf zur Seite, statt ihn nach vorne anzuheben. Diese Elemente beschreibt auch das Schweizer Lehrmittel Schwimmen. Du musst sie nicht sofort gleichzeitig beherrschen. [2]

    Wähle zum Üben einen freien Bereich im Hallenbad oder im übersichtlichen Schwimmbecken der Badi. Beginne dort, wo du sicher stehen kannst. Unsichere Schwimmer brauchen geeignete Begleitung. Kinder bleiben beaufsichtigt, kleine Kinder in Griffnähe. Ein erster Erfolg im Becken ist kein Anlass, die neue Technik allein im See oder Fluss auszuprobieren. [5]

    Fünf Lernschritte für den Wechsel zum Kraulen

    1. Wasserlage und Ausatmen wiederholen

    Stosse dich sanft von der Wand ab, strecke die Arme nach vorne und gleite kurz in Bauchlage. Der Blick geht schräg nach unten, Kopf und Hals bleiben in Verlängerung des Rumpfs. Lass Luft ins Wasser entweichen und stelle dich rechtzeitig wieder hin. Ziel ist eine kontrollierte Ausgangslage, keine möglichst lange Gleitstrecke. [1]

    2. Den Wechselbeinschlag kennenlernen

    Ergänze nach dem Abstossen kleine, abwechselnde Auf- und Abbewegungen der Beine. Die Bewegung beginnt an der Hüfte und setzt sich über Knie und Fuss fort; die Knie bleiben dabei nicht starr. Halte die Füsse locker. Vermeide grosse, hektische Bewegungen und das Anziehen beider Beine wie beim Brustschwimmen. Der Beinschlag soll zunächst vor allem deine Lage unterstützen. [2]

    3. Drehen und Seitenatmung verbinden

    Übe zunächst ohne vollständigen Armzug: Ein Arm liegt nach vorne gestreckt, der andere am Körper. Mit lockerem Beinschlag nimmst du eine leicht seitliche Lage ein. Das Gesicht liegt zum Ausatmen im Wasser; zum Einatmen drehst du es so weit heraus, dass der Mund frei ist. Anschliessend geht der Blick wieder nach unten. Eine verwandte Übungsform stellt Swiss Aquatics auf mobilesport.ch als «Side to side» vor. Lass dir die Ausgangslage möglichst zeigen. [4]

    Die Animation verdeutlicht den Unterschied zwischen dem Anheben nach vorne und dem seitlichen Drehen. Sie zeigt eine vereinfachte Momentaufnahme der Einatmung, keinen vollständigen Kraulzyklus. Die angehobene Haltung ist ein Vergleich, keine Übungsaufforderung.

    Kraulatmung: drehen statt anheben

    Bewege den Schalter und beobachte Kopf, Schulter und Wasserlage beim Einatmen.

    Vom Brustschwimmen zum Kraulen: die Seitenatmung kennenlernen Schematische Seitenansicht einer kraulenden Person mit einem Arm vorne und einem angewinkelten Arm über Wasser. Zustand eins zeigt den nach vorne angehobenen Kopf und eine schräge Körperlage. Zustand zwei zeigt eine flachere Lage mit leichter Körperrotation und seitlich gedrehtem Gesicht zur Einatmung. Nach dem Einatmen wird das Gesicht wieder ins Wasser zurückgedreht. Den Kopf nach vorne anheben Für die Kraulatmung nicht den Brust-Atemzug übernehmen. Kopf hoch Nicht nachstellen: Die Haltung dient nur zum Vergleich. Vereinfachte Momentaufnahme der Einatmung · kein vollständiger Kraulzyklus
    Kopf anheben Seitlich atmen

    4. Die Arme abwechselnd einsetzen

    Führe nun abwechselnde Armbewegungen dazu. Die Hand taucht vor der jeweiligen Schulter ins Wasser, bewegt sich unter Wasser nach hinten und kommt anschliessend über Wasser wieder nach vorne. Versuche nicht, beide Arme gleichzeitig zurückzuziehen. Übe zunächst wenige Bewegungen mit einer Lehrperson, die dir auch den Zeitpunkt der Seitenatmung zeigt. [2]

    5. Kurze Abschnitte zum Ganzen verbinden

    Verbinde Wasserlage, Beine, Arme und Atmung auf einer kurzen, gut kontrollierbaren Strecke. Höre auf, bevor der Ablauf hektisch wird. Stelle dich im dafür geeigneten Bereich hin oder erreiche sicher den Rand. Erst wenn du wieder ruhig atmest, startest du neu. Du brauchst weder eine vollständige 25-Meter-Bahn noch eine bestimmte Geschwindigkeit als erstes Erfolgskriterium.

    Die Atmung nicht bis zum Schluss aufschieben

    Beim Kraulen wird über Wasser eingeatmet und unter Wasser durch Nase und leicht geöffneten Mund ausgeatmet. Stimme das mit der Bewegung ab. Kontrolliert ausatmen heisst nicht, die Lunge mit Gewalt leerzupressen. Übe die Atemfolge deshalb von Anfang an mit, statt längere Abschnitte mit angehaltener Luft zu schwimmen. [3]

    Für den Einstieg ist ein gut versorgender Atemrhythmus wichtiger als eine starre Vorgabe. Beispielsweise kannst du bei jedem zweiten Armzug auf deiner vertrauteren Seite einatmen. Später übst du auch die andere Seite. Eine Dreieratmung ist eine weitere Möglichkeit, aber keine Pflicht für die ersten Versuche. Bei Luftnot, Schwindel oder Unwohlsein brichst du ab, statt den Rhythmus zu erzwingen. [2]

    Ein einfacher Übungsplan ohne Leistungsdruck

    Beginne den nächsten Hallenbadbesuch mit lockerem, vertrautem Schwimmen. Wähle danach genau einen Schwerpunkt, etwa den kleinen Beinschlag oder das seitliche Einatmen. Wechsle kurze Versuche mit Pausen ab. Beende den Technikteil, wenn du müde wirst oder deine Aufmerksamkeit nachlässt. Notiere dir anschliessend eine konkrete Beobachtung: «Heute blieb mein Kopf beim Atmen näher am Wasser.» So wird dein Fortschritt greifbarer als durch blosses Zählen der Bahnen.

    Den passenden Kraulkurs in der Schweiz finden

    Frage nach einem Kraulkurs für Erwachsene, die bereits Brust schwimmen können. Kläre die Voraussetzungen, Gruppengrösse und Wassertiefe sowie den Anteil an individuellem Feedback. Schweizer Anbieter wie Swimatic beschreiben einen Aufbau über Wasserlage, Beinschlag, Rotation, Armzug und Atmung – diese Lernziele helfen beim Vergleichen von Kursen, ohne dass du bereits schnell kraulen musst. Prüfe immer die Anforderungen des konkreten Kurses. [6]

    Dein nächster Schritt: Suche dir nicht die längste Strecke, sondern die kleinste Aufgabe, die noch Aufmerksamkeit braucht. Brustschwimmen bleibt dabei eine vertraute Schwimmart. Du ergänzt dein Können – du musst es nicht ersetzen.

    Quellen und weiterführende Informationen

    [1] mobilesport.ch / BASPO: Schwimmen lernen – die Grundlagen.

    [2] Lehrmittel Schwimmen, bereitgestellt über mobilesport.ch: Kapitel Kraul: Reihenbild, Checkliste und Lernwege (PDF).

    [3] mobilesport.ch, Quelle Swiss Aquatics: Der Bewegung angepasst atmen.

    [4] mobilesport.ch, Quelle Swiss Aquatics: Side to side im Kraul/Rücken, veröffentlicht am 12. Februar 2026.

    [5] BFU: Baden und Schwimmen – sicher obenauf bleiben.

    [6] Swimatic: Kraulkurse für Erwachsene (Beispiel eines Schweizer Kursaufbaus). Quellen geprüft am 19. September 2026.

  • Antreiben – Vortrieb erzeugen

    Antreiben – Vortrieb erzeugen

    Antreiben bedeutet, den Körper mit gezielten Bewegungen durch das Wasser vorwärts zu bewegen. Dabei arbeiten Arme und Beine zusammen: Der Armzug erzeugt einen wichtigen Teil des Vortriebs, während der Beinschlag zusätzlich antreibt und gleichzeitig die Wasserlage stabilisieren kann. Ein guter Antrieb entsteht deshalb durch Technik und Koordination – nicht einfach durch möglichst viel Kraft.

    So funktioniert der Antrieb

    Beim Armzug wird Wasser mit den Händen und Unterarmen erfasst und kontrolliert nach hinten gedrückt. Beim Kraulschwimmen folgt auf das Eintauchen und Wasserfassen die Zug- und Druckphase, bevor der Arm locker nach vorne zurückgeführt wird. Der Beinschlag unterstützt den Vortrieb und hilft dabei, eine stabile Körperlage zu halten.

    Darauf kommt es an

    • Armzug: Das Wasser gezielt fassen und während der Zug- und Druckphase Druck aufbauen.
    • Beinschlag: Die Beine aus der Hüfte bewegen und die Füße möglichst locker halten.
    • Koordination: Arme, Beine und Atmung so verbinden, dass ein möglichst kontinuierlicher Vortrieb entsteht.
    • Wasserlage: Den Körper möglichst gestreckt und widerstandsarm halten, damit der erzeugte Vortrieb nicht unnötig verloren geht.

    Übung: Schwimmen mit Pull und Kick

    Übe zunächst den Armzug und den Beinschlag getrennt voneinander. Schwimme danach einige Meter Kraul und konzentriere dich darauf, den Armzug ruhig und vollständig auszuführen. Achte gleichzeitig auf einen gleichmässigen Beinschlag und eine stabile Wasserlage. Versuche nicht, möglichst stark zu ziehen oder zu treten, sondern spüre, wie die einzelnen Bewegungen gemeinsam für Vortrieb sorgen. Das Ziel ist ein gleichmässiger Bewegungsfluss ohne unnötige Pausen.

    Zur Übersicht der Kernelemente.

    Wie stark präzises Timing den Vortrieb beeinflusst, kannst du im kostenlosen Schwimm-Spiel im Browser erleben: Nur genau getroffene Züge bringen Tempo und Ausdauer, hektisches Tippen bremst.