Du kannst dich im Wasser kurz nach vorne legen, aber beim Aufstehen wird es hektisch? Dann lohnt es sich, genau diesen Übergang zu üben. Im Wasser wieder aufstehen ist eine eigene Lernaufgabe – nicht bloss der unwichtige Schluss einer Schwebeübung. Du darfst zuerst lernen, eine Bewegung sicher zu beenden, bevor du länger gleitest oder die ersten Schwimmzüge anhängst.
Dieser Artikel beschreibt den Weg aus der Bauchlage zurück in den Stand. Er richtet sich an erwachsene Einsteiger und an Eltern, die ihr Kind gemeinsam mit einer Schwimmlehrperson unterstützen. Die Übungen gelten ausschliesslich für geeignetes, standtiefes Beckenwasser. Sie sind keine Selbstrettungsanleitung für tiefes oder offenes Wasser.
Zuerst prüfen: Kannst du hier wirklich stehen?
Wähle im Schweizer Hallenbad ein übersichtliches Lehrschwimmbecken. Du solltest auf beiden Füssen bequem stehen können, mit Mund und Nase deutlich über Wasser. Prüfe auch, ob der Boden abfällt. Die passende Tiefe richtet sich nach deiner Körpergrösse; eine Erwachsenenübung kann für ein Kind bereits im zu tiefen Wasser stattfinden. Boden-, Wand- oder Personenkontakt gehören auch bei mobilesport.ch zum Einstieg in die Wassergewöhnung. [1]
Übe als Anfänger nicht allein. Eine geeignete Begleitperson bleibt unmittelbar bei dir, besser noch leitet eine qualifizierte Schwimmlehrperson die ersten Versuche an. Kinder brauchen volle Aufmerksamkeit; kleine Kinder bleiben in Griffnähe. Schwimmhilfen ersetzen diese Begleitung nicht. Das betont auch die BFU. [2] Vereinbart vorab, wie du Unterstützung anforderst und wann ihr aufhört.
Der entscheidende Wechsel: Beine unter den Körper bringen
In der Bauchlage liegen die Beine hinter dir. Für den Stand müssen die Füsse wieder unter den Körper gelangen. Dazu beugst du Hüfte und Knie, bringst die Knie Richtung Brust und führst die Füsse nach unten. Die Oak National Academy behandelt dieses Wiederfinden des Bodenkontakts ausdrücklich als eigene Schwimmfertigkeit. [3] Lass dir den Ablauf zeigen, statt allein durch kräftiges Kopfheben aufstehen zu wollen.
Vier kleine Schritte statt eines hektischen Versuchs
1. Mit Halt beginnen
Halte dich am gut erreichbaren Beckenrand fest. Neige den Oberkörper nur so weit nach vorne, wie es angenehm ist. Die Füsse dürfen zunächst am Boden bleiben. Kehre danach wieder in den aufrechten Stand zurück. Es geht noch nicht um freies Schweben, sondern um eine vertraute Ausgangslage und einen klaren Rückweg.
2. Kurz entlasten, dann die Knie anziehen
Mit Unterstützung kannst du die Füsse kurz vom Boden lösen. Zum Beenden beugst du die Beine und holst die Knie unter den Oberkörper. Halte dich weiter fest, solange du den Halt brauchst. Die Begleitperson kündigt jede Veränderung an und lässt nicht überraschend los.
3. Die Füsse absetzen und aufrichten
Führe die Füsse Richtung Boden und richte den Körper kontrolliert auf. Nutze den Rand oder die vereinbarte Unterstützung zum Stabilisieren. Atme erst ein, wenn Mund und Nase frei sind. Bleibe anschliessend stehen und nimm dir Zeit. Eine neue Wiederholung beginnt nicht automatisch, sondern erst, wenn du bereit bist.
4. Unterstützung schrittweise verringern
Wenn der Ablauf mit Halt vertraut ist, entscheidet ihr gemeinsam über einen Versuch mit weniger Unterstützung. Die Lehrperson bleibt nah. Verlängere nicht gleichzeitig die Schwebezeit und den Abstand zum Rand. Verändere zunächst nur eine Sache.
Die Animation zeigt Ausgangs- und Endlage. Dazwischen liegt die Bewegung «Knie anziehen – Füsse absetzen – aufrichten». Sie ersetzt keine Demonstration im Wasser; Begleitung und sichere Wassertiefe sind vorausgesetzt.
Vom Schweben zurück auf die Füsse
Bewege den Schalter und vergleiche Bauchlage und Stand. Nur für standtiefes Wasser.
So bleibt das Üben überschaubar
Wähle für einen Besuch nur ein kleines Ziel: beispielsweise zweimal mit Unterstützung ruhig in den Stand zurückkehren. Zwischen den Versuchen dürft ihr reden und pausieren. Es gibt keine Mindestdauer unter Wasser und keine vorgeschriebene Zahl an Wiederholungen. Beende die Übung bei Müdigkeit, Kälte oder Unwohlsein. Erfolg bedeutet hier, dass der Ablauf kontrollierbarer wird – nicht, dass die Begleitung möglichst schnell überflüssig ist.
Wenn es noch nicht klappt
Die Füsse finden den Boden nicht: Lass dir helfen und prüfe die Tiefe erneut. Suche nicht immer weiter unten nach Halt. Das Gesicht im Wasser macht Angst: Gehe zurück zu einer kleineren Bewegung mit festem Halt. Du greifst hektisch nach der Begleitung: Brecht ab und vereinbart die Unterstützung neu. Der nächste Versuch muss nicht sofort folgen.
Erzwinge keine bestimmte Körperposition. Bei eingeschränkter Beweglichkeit oder wiederkehrender starker Angst sollte die Schwimmlehrperson den Ablauf individuell anpassen. Ein Text kann diese Beobachtung vor Ort nicht leisten.
Ein konkretes Lernziel für den Schwimmkurs
Frage in deiner Schweizer Schwimmschule ausdrücklich: «Können wir das Aufstehen aus der Bauchlage üben?» Auch die 2026 überarbeiteten Grundlagentests von swimsports gewichten Wassersicherheit stärker. Daraus folgt aber nicht, dass diese einzelne Übung bereits ein Abzeichen oder eine umfassende Wasserkompetenz nachweist. [4]
Wenn der Rückweg vertrauter wird, kannst du im Unterricht daran anknüpfen: kurz schweben, kurz gleiten, wieder stehen. Passend dazu findest du hier die Einführung zur Wassergewöhnung für Kinder und Erwachsene. Der nächste Schritt soll sich an deinem Können orientieren, nicht an einem Zeitplan.
Quellen und Einordnung
[1] mobilesport.ch / BASPO: Schwimmen lernen – die Grundlagen.
[2] BFU: Kinder und das Wasser.
[3] Oak National Academy: Entry and exits, regaining feet, balance and movement (ergänzende britische Lehrquelle zum Wiederaufstehen).
[4] swimsports: Informationen zu den neuen Grundlagentests. Quellen geprüft am 19. September 2026.
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