Schlagwort: Schwimmgrundlagen

  • Im Fluss schwimmen: Füsse voraus statt gegen die Strömung

    Der Aareschwumm in Bern, das Rheinschwimmen in Basel, ein Sprung in die Limmat in Zürich: Flussschwimmen gehört zum Schweizer Sommer. Es ist aber etwas ganz anderes als Schwimmen in der Badi. Der Fluss bestimmt das Tempo und die Richtung, und wer dagegen ankämpft, verliert. Laut SLRG ereignet sich ein grosser Teil der tödlichen Badeunfälle in Flüssen. Die wichtigste Technik für den Notfall ist einfach, und du kannst sie dir schon im Winter einprägen.

    Der Fluss ist immer stärker

    Schon eine gemächlich wirkende Strömung ist schneller, als die meisten Menschen schwimmen können. Wer den Ausstieg verpasst und zurück will, schwimmt an Ort und ist nach einer Minute ausser Atem. Dazu kommen Hindernisse: Steine, Brückenpfeiler, Äste, Bojenketten. Wer mit dem Kopf voran treibt, sieht sie zu spät und trifft sie mit dem empfindlichsten Körperteil.

    Im Fluss abgetrieben: ankämpfen oder Füsse voraus?

    Bewege den Schalter und vergleiche zwei Reaktionen auf die Strömung.

    Schwimmen im Fluss: gegen die Strömung ankämpfen und Rückenlage mit den Füssen voraus Zwei vereinfachte Seitenansichten einer Person in einem Fluss, die Strömung fliesst nach rechts, dort liegen Steine. Zuerst schwimmt die Person in Bauchlage gegen die Strömung an. Danach liegt sie auf dem Rücken, die Füsse zeigen flussabwärts zu den Steinen und fangen Hindernisse ab. Gegen die Strömung: Die Kraft ist schnell weg Der Fluss ist stärker als jeder Armzug. Strömung Nur für sichere Schwimmerinnen und Schwimmer · unbekannte Flussabschnitte vorher erkunden
    Ankämpfen Füsse voraus

    In Rückenlage mit den Füssen voraus siehst du, was auf dich zukommt. Die Beine sind leicht gebeugt und federn ab, wenn du an etwas stösst. Der Kopf ist geschützt und das Gesicht frei zum Atmen.

    So verhältst du dich, wenn dich der Fluss mitnimmt

    1. Ruhig bleiben: Nicht gegen die Strömung schwimmen. Du treibst mit dem Wasser, nicht dagegen.
    2. Auf den Rücken: Hüfte hoch, Füsse an die Oberfläche und flussabwärts.
    3. Nach vorne schauen: Den Kopf leicht anheben und Hindernisse früh erkennen.
    4. Schräg zum Ufer: Mit den Armen rückwärts rudern und in einem flachen Winkel ans Ufer steuern. Der Fluss trägt dich dabei weiter, das ist normal.
    5. Ruhiges Wasser nutzen: Hinter Kiesbänken und an der Innenseite von Kurven fliesst das Wasser langsamer. Dort steigst du aus.

    Wichtig: Stell dich in starker Strömung nicht hin, solange das Wasser höher als knietief ist. Ein Fuss, der sich zwischen Steinen verkeilt, wird zur Falle, weil dich das Wasser nach vorne drückt.

    Die Flussregeln der SLRG

    Die SLRG hat neben den Baderegeln sechs Flussregeln formuliert. Für Schwimmerinnen und Schwimmer sind vor allem diese wichtig:

    • «In freie Gewässer (Flüsse, Weiher und Seen) wagen sich nur gute und geübte Schwimmer.»
    • «Unbekannte Flussabschnitte müssen vor der Fahrt zuerst erkundet werden!»
    • «Unterkühlung kann zu Muskelkrampf führen. Je kälter das Wasser, umso kürzer der Aufenthalt im Wasser!»

    Vor dem Einsteigen

    • Ausstieg festlegen: Geh die Strecke zuerst zu Fuss ab und merk dir, wo du hinauskommst und wo die letzte Möglichkeit davor ist.
    • Wasserstand und Temperatur prüfen: Nach Regen oder Schneeschmelze ist derselbe Fluss ein anderer.
    • Nie alleine: Schwimm mit Leuten, die die Strecke kennen.
    • Auftrieb mitnehmen: Ein Schwimmsack oder eine Boje trägt in der Pause und macht dich sichtbar. Binde ihn nicht fest um Handgelenk oder Körper, damit er nirgends hängen bleibt.
    • Abstand zu Brückenpfeilern, Wehren und Schiffen: Dort entstehen Wirbel und Walzen.

    Für wen Flussschwimmen geeignet ist

    Wer im Hallenbad noch Pausen am Rand braucht, gehört nicht in den Fluss. Als Faustregel solltest du mehrere hundert Meter am Stück schwimmen, dich jederzeit auf den Rücken drehen und im tiefen Wasser ruhig bleiben können. Kinder schwimmen im Fluss nur in Begleitung von Erwachsenen, die selbst sicher sind.

    Wenn jemand anderes abgetrieben wird

    Siehst du eine Person, die im Fluss in Schwierigkeiten ist, gilt dieselbe Reihenfolge wie bei jeder Wasserrettung: zuerst alarmieren, dann helfen, ohne dich selbst zu gefährden. Wähle den Notruf 112 oder 117 und nenne den Fluss, die Uferseite und einen markanten Punkt wie eine Brücke. Lauf am Ufer mit und behalte die Person im Auge. Wirf ihr etwas zu, das schwimmt, etwa einen Rettungsring, einen Ball oder einen verschlossenen Wassersack, und ruf ihr zu, wohin sie schwimmen soll. Spring nicht hinterher. In der Strömung brauchst du deine ganze Kraft für dich selbst.

    Fazit: mit dem Fluss, nicht gegen ihn

    Im Fluss gewinnt, wer nachgibt. Leg dich auf den Rücken, nimm die Füsse voraus und steuere schräg ans Ufer. Diese Lage kannst du im Hallenbad üben: Rückenlage, Füsse an der Oberfläche, mit den Händen rudern. Dann ist sie da, wenn du sie brauchst.

  • Wehre und Schwellen: die unsichtbare Gefahr beim Flussschwimmen

    Sich in der Aare, im Rhein, in der Limmat oder in der Reuss treiben zu lassen, gehört für viele zum Schweizer Sommer. Die meisten Gefahren im Fluss siehst du: Brückenpfeiler, Steine, Äste, Boote. Eine der gefährlichsten Stellen sieht dagegen von oben harmlos aus. Es ist eine gerade Linie quer über den Fluss, hinter der das Wasser etwas schäumt. Das ist ein Wehr oder eine Schwelle, und dort darfst du auf keinen Fall hineingeraten.

    Was ein Wehr mit dem Wasser macht

    Ein Wehr ist ein Bauwerk, das den Fluss staut, etwa für ein Kraftwerk. Eine Schwelle ist eine niedrige Stufe im Flussbett, die die Sohle stabilisiert. In beiden Fällen fällt das Wasser über eine Kante. Unterhalb davon taucht es steil ab, strömt am Grund weiter und steigt ein Stück flussabwärts wieder auf. Ein Teil dieses Wassers fliesst an der Oberfläche zurück zur Kante. So entsteht eine Walze, die sich auf der Stelle dreht.

    Wer in eine solche Walze gerät, wird nach unten gezogen, kommt kurz hoch und wird von der Rückströmung wieder zur Kante getragen. Das schäumende Wasser enthält viel Luft und trägt deshalb schlecht. Selbst sehr gute Schwimmer kommen aus eigener Kraft oft nicht mehr heraus. Fachleute nennen solche Stellen nicht umsonst Ertrinkungsmaschinen. Das Tückische daran: Schon eine Stufe von weniger als einem Meter kann genügen.

    Wehr und Schwelle: weitertreiben oder aussteigen?

    Bewege den Schalter und vergleiche, was vor einem Wehr passiert.

    Flussschwimmen vor einem Wehr: Weitertreiben und rechtzeitiges Aussteigen im Vergleich Zwei vereinfachte Seitenansichten eines Flusses mit einer Schwelle unter Wasser, hinter der sich das Wasser in einer Walze dreht. Ein gelbes Warnschild steht davor. Zuerst treibt eine Person auf die Schwelle zu. Danach steht dieselbe Person bereits am linken Ufer im flachen Wasser und steigt aus. Weitertreiben: Die Walze hält fest Hinter der Schwelle dreht das Wasser zurück und zieht nach unten. Von oben sieht eine Schwelle harmlos aus. Signalisation beachten · Ausstieg vor dem Einsteigen festlegen
    Weitertreiben Vorher aussteigen

    Warum du die Gefahr vom Wasser aus nicht siehst

    Wenn du im Fluss treibst, sind deine Augen knapp über der Oberfläche. Eine Kante, über die das Wasser fällt, erscheint dir als waagrechter Strich, hinter dem der Fluss scheinbar einfach weitergeht. Oberhalb eines Wehrs ist das Wasser zudem oft ruhig und langsam, weil es gestaut ist. Es fühlt sich an wie ein See. Erst kurz vor der Kante zieht die Strömung an, und dann ist es für den Weg ans Ufer zu spät.

    So schützt du dich

    1. Strecke vorher erkunden: Geh den Abschnitt zuerst zu Fuss am Ufer ab oder schau ihn dir auf der Karte an. Die Flussregeln der SLRG sagen es deutlich: Unbekannte Flussabschnitte müssen zuerst erkundet werden.
    2. Ausstieg festlegen: Bestimme vor dem Einsteigen, wo du aussteigst, und einen zweiten Ausstieg davor als Reserve.
    3. Signalisation ernst nehmen: Tafeln, Ketten mit Bojen und Hinweise auf den letzten Ausstieg stehen dort aus gutem Grund. In Bern etwa ist an der Aare vor dem Schwellenmätteli gut sichtbar markiert, wo du spätestens ans Ufer musst.
    4. Früh ans Ufer steuern: Beginne weit vor dem Ausstieg, schräg zur Strömung Richtung Ufer zu schwimmen. Die Strömung trägt dich weiter, als du denkst.
    5. Zu Fuss umgehen: Ein Wehr wird immer an Land umgangen, nie überschwommen und nie mit dem Gummiboot befahren.

    Auch unterhalb des Wehrs Abstand halten

    Die Walze zieht nicht nur von oben an. Wer unterhalb eines Wehrs badet und sich der schäumenden Zone nähert, wird von der Rückströmung an der Oberfläche zur Kante gezogen. Bei Kraftwerken kann sich der Wasserstand zudem rasch ändern, wenn Schleusen geöffnet werden. Bleib deshalb auch flussabwärts auf Distanz und beachte Absperrungen.

    Wenn jemand anderes in die Walze gerät

    Spring nicht hinterher. In der Walze brauchst du selbst Hilfe, und dann sind zwei Menschen in Not. Alarmiere sofort über die Nummer 112 oder die Polizei über 117 und gib den Ort so genau wie möglich an. Wirf vom Ufer aus etwas, das schwimmt, etwa einen Rettungsring, wenn einer in der Nähe hängt. Behalte die Person im Auge und zeige den Rettungskräften, wo du sie zuletzt gesehen hast.

    Fazit

    Flussschwimmen ist nur etwas für gute und geübte Schwimmer, und auch für sie gilt: Ein Wehr ist kein Hindernis, das man mit Kraft oder Mut überwindet. Die einzige sichere Technik ist, gar nicht erst hinzukommen. Kenne deine Strecke, kenne deinen Ausstieg und steig lieber hundert Meter zu früh aus als einen Meter zu spät.

  • Im See schwimmen: dem Ufer entlang statt weit hinaus

    An einem warmen Abend am Zürichsee, am Thunersee oder am Lac de Neuchâtel zieht es viele hinaus. Das Floss, die Boje, die Mitte des Sees: Ein Ziel in der Ferne gibt dem Schwimmen einen Sinn. Nur hat jede Strecke hinaus einen Rückweg, und der beginnt genau dann, wenn du am müdesten bist. Wer dieselbe Distanz dem Ufer entlang schwimmt, trainiert genauso gut und hat den festen Boden jederzeit in Reichweite.

    Warum der See anders ist als das Hallenbad

    Im Becken ist nach spätestens 25 oder 50 Metern eine Wand da, und alle paar Meter eine Leine. Im See gibt es das nicht. Dazu kommen Dinge, die du im Hallenbad nie erlebst: Das Wasser ist wenige Meter unter der Oberfläche deutlich kälter, Wind und Wellen kommen plötzlich auf, und Distanzen wirken über dem Wasser viel kürzer, als sie sind. Was vom Ufer nach hundert Metern aussieht, sind oft dreihundert.

    Die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG zählt jedes Jahr rund fünfzig Ertrinkungstote, die allermeisten in Seen und Flüssen und kaum je in beaufsichtigten Bädern. Eine ihrer sechs Baderegeln lautet deshalb: Lange Strecken nie alleine schwimmen, denn auch der besttrainierte Körper kann eine Schwäche erleiden.

    Im See: hinaus oder dem Ufer entlang?

    Bewege den Schalter und vergleiche den Abstand zum Ufer.

    Schwimmen im See: weit hinaus und nahe am Ufer entlang im Vergleich Zwei vereinfachte Seitenansichten eines Sees, rechts steigt das Ufer an. Zuerst schwimmt eine Person weit draussen über tiefem Wasser, ein langer Pfeil zeigt den Rückweg zum Ufer. Danach schwimmt sie nahe am Ufer, wo der Boden rasch erreichbar ist. Hinaus: Der Rückweg ist doppelt so lang Die Kraft muss auch für den Weg zurück reichen. Krampf, Kälte oder Wind: Draussen hilft dir niemand schnell. Lange Strecken nie alleine schwimmen · Uferzonen mit Schiffsverkehr und Stegen meiden
    Hinaus Dem Ufer entlang

    Der Denkfehler mit dem Rückweg

    Wer hinausschwimmt, entscheidet am fernsten Punkt, ob die Kraft noch reicht. Das ist der schlechteste Moment dafür. Ein Wadenkrampf, ein Schluck Wasser, ein Frösteln oder ein auffrischender Wind sind in Ufernähe lästig. Zweihundert Meter draussen werden sie zum Problem, weil du mit jedem dieser Dinge noch die ganze Strecke zurück musst und niemand in der Nähe ist, der es bemerkt.

    Schwimmst du dem Ufer entlang, bleibt die Rechnung immer gleich einfach. Egal, wo auf deiner Strecke etwas passiert: Es sind wenige Züge bis dorthin, wo du stehen kannst. Du kannst jederzeit abbrechen, ohne dass der Abbruch selbst eine Leistung ist.

    So planst du deine Strecke

    1. Zwei Punkte wählen: Such dir am Ufer zwei gut sichtbare Marken, etwa einen Steg und einen auffälligen Baum. Dazwischen liegt deine Bahn.
    2. Abstand festlegen: Schwimm so weit draussen, dass du nicht am Grund streifst, aber so nahe, dass du in kurzer Zeit im Stehtiefen bist.
    3. Ein- und Ausstieg prüfen: Schau vorher, wo du unterwegs aus dem Wasser kommst. Mauern, Schilf und Privatgrundstücke sind keine Ausstiege.
    4. Gegen den Wind starten: Schwimm die erste Hälfte gegen Wind und Wellen. Dann hast du auf dem Rückweg Unterstützung.
    5. Kurz beginnen: Lieber dreimal eine kurze Strecke hin und her als einmal eine lange.

    Was in Ufernähe zu beachten ist

    Ufernah heisst nicht automatisch sicher. Halte Abstand zu Hafeneinfahrten, Schiffsstegen und Bootsanlegestellen, denn dort rechnet niemand mit Schwimmern. Rund um die Landestellen der Kursschiffe hast du nichts verloren. Meide dichte Schilfgürtel und Naturschutzzonen, die oft mit gelben Bojen markiert sind. Und achte auf Fischer am Ufer, deren Schnüre du vom Wasser aus kaum siehst.

    Mach dich sichtbar. Eine leuchtende Badekappe und eine Schwimmboje helfen, damit Stand-up-Paddler, Pedalofahrer und Bootsführer dich früh bemerken. Die Boje ist zugleich eine Stütze, an der du dich bei einem Krampf kurz ausruhen kannst.

    Zu zweit ist die Regel, nicht die Ausnahme

    Am besten schwimmst du mit jemandem zusammen. Wenn das nicht geht, kann eine Person am Ufer mitgehen oder dich auf dem Stand-up-Paddle begleiten. Das Mindeste ist, dass jemand weiss, wo du schwimmst und wann du zurück sein willst. Und wenn du selbst am Ufer sitzt und jemanden allein weit draussen siehst: Behalte die Person im Auge. Ertrinken ist leise.

    Fazit

    Der See belohnt dich mit Weite, klarem Wasser und einem Training, das kein Hallenbad bieten kann. Du musst dafür nicht in die Mitte schwimmen. Wähle eine Strecke dem Ufer entlang, starte gegen den Wind, mach dich sichtbar und nimm jemanden mit. So bleibt jede Schwäche eine Kleinigkeit, und du kommst mit einem guten Gefühl wieder an Land.

  • Streckentauchen: warum du nie allein und nie nach schnellem Atmen tauchst

    Eine Breite unter Wasser, dann eine halbe Länge, dann die ganze: Streckentauchen macht Spass und gehört zu vielen Schwimmtests dazu. Gleichzeitig ist es die Übung im Hallenbad, bei der gute Schwimmer am ehesten in ernste Gefahr geraten. Der Grund ist nicht mangelnde Technik, sondern ein Trick, den fast alle schon als Kind gelernt haben: vorher ein paarmal schnell und tief atmen. Genau das solltest du nie tun.

    Was beim Luftanhalten im Körper passiert

    Das dringende Gefühl, atmen zu müssen, entsteht nicht, weil der Sauerstoff knapp wird. Es entsteht, weil sich Kohlendioxid im Blut ansammelt. Dieser Atemreiz ist dein Alarm. Er meldet sich früh, lange bevor der Sauerstoff wirklich zur Neige geht, und er ist unangenehm genug, dass du auftauchst.

    Wenn du vor dem Tauchen mehrmals schnell und tief ein- und ausatmest, also hyperventilierst, atmest du viel Kohlendioxid ab. Mehr Sauerstoff nimmst du dabei kaum auf, denn das Blut ist schon bei normaler Atmung fast gesättigt. Du hast also nicht den Tank gefüllt, sondern den Alarm leiser gestellt. Unter Wasser fühlst du dich länger wohl, während der Sauerstoff ganz normal verbraucht wird. Sinkt er unter eine kritische Grenze, wirst du bewusstlos. Das geschieht ohne Vorwarnung und oft mitten in der Bewegung.

    Fachleute sprechen vom Schwimmbad-Blackout. Betroffen sind typischerweise junge, fitte Menschen, die sich etwas beweisen wollen. Wer unter Wasser bewusstlos wird und nicht sofort herausgeholt wird, ertrinkt, auch in einem beaufsichtigten Hallenbad.

    Streckentauchen: allein oder mit Partner?

    Bewege den Schalter und vergleiche zwei Arten, eine Strecke zu tauchen.

    Streckentauchen allein nach Hyperventilieren und Streckentauchen mit beobachtender Person Zwei vereinfachte Seitenansichten einer Person, die unter Wasser eine Strecke taucht. Zuerst taucht sie allein, über ihr ist niemand. Danach schwimmt an der Oberfläche direkt über ihr eine zweite Person mit, die sie beobachtet. Allein: Niemand merkt, wenn es kippt Nach schnellem, tiefem Atmen kommt der Atemreiz zu spät. Die Bewusstlosigkeit kommt ohne Vorwarnung. Nie vorher schnell und tief atmen · nie allein · keine Rekordversuche
    Allein Mit Partner

    Die drei Regeln für sicheres Streckentauchen

    1. Nie hyperventilieren. Atme vor dem Abtauchen ruhig aus und einmal normal tief ein. Mehr braucht es nicht.
    2. Nie allein. Eine zweite Person schwimmt an der Oberfläche mit oder geht am Beckenrand nebenher und schaut dir die ganze Zeit zu. Danach wechselt ihr ab.
    3. Keine Rekorde. Tauche auf, sobald der Atemreiz deutlich wird. Du verschiebst die Grenze nicht mit Willenskraft, sondern mit Technik.

    Die Begleitperson hat eine echte Aufgabe. Sie schaut nicht auf die Uhr und nicht aufs Handy, sondern auf dich. Bewegst du dich plötzlich nicht mehr, sinkst du ab oder steigen viele Luftblasen auf, holt sie dich sofort an die Oberfläche und ruft nach dem Badmeister.

    Weiter kommen mit Technik statt mit Luftnot

    Wie weit du mit einem Atemzug kommst, hängt vor allem davon ab, wie sparsam du dich bewegst. Jede hektische Bewegung kostet Sauerstoff. Diese Punkte bringen mehr als jedes Voratmen:

    • Kräftig abstossen und gleiten: Die ersten Meter sind gratis, wenn du in Stromlinienform von der Wand wegkommst.
    • Grosse, ruhige Züge: Ein langer Brustarmzug bis zu den Oberschenkeln, danach wieder gleiten. Wenige Züge sind besser als viele.
    • Flach bleiben: Tauche etwa einen halben bis einen Meter unter der Oberfläche. Wer am Boden entlang kriecht oder auf und ab pendelt, macht einen Umweg.
    • Locker bleiben: Entspann Gesicht, Nacken und Schultern. Angespannte Muskeln verbrauchen Sauerstoff, ohne dich vorwärtszubringen.

    So baust du die Distanz auf

    Beginne mit Strecken, die dir leichtfallen, zum Beispiel fünf Meter quer im Nichtschwimmerbecken. Verlängere erst, wenn du am Ende ruhig auftauchst und nicht nach Luft schnappst. Mach zwischen den Versuchen Pausen von mindestens einer Minute und atme dabei ganz normal. Drei bis vier Versuche pro Training genügen. Wenn dir schwindlig wird, die Finger kribbeln oder du Kopfschmerzen bekommst, hörst du für diesen Tag auf.

    Im See und im Fluss gelten strengere Massstäbe. Dort ist die Sicht schlecht, das Wasser kalt, und eine Begleitperson kann dich unter Wasser kaum sehen. Streckentauchen gehört deshalb ins Hallenbad oder in die Badi, wo das Wasser klar ist und Hilfe in der Nähe steht.

    Fazit

    Streckentauchen ist eine schöne Übung für Wassergefühl und Ruhe, solange du deinen Alarm nicht abschaltest. Ein normaler Atemzug, eine Person, die zuschaut, und der Verzicht auf Rekorde machen den Unterschied. Sag das auch deinen Kindern und deinen Trainingskollegen: Das schnelle Voratmen ist kein Geheimtipp, sondern der gefährlichste Fehler, den man beim Tauchen machen kann.

  • Schnorcheln lernen: ruhig atmen und flach im Wasser liegen

    Im Sommer liegen in vielen Schweizer Badis und an den Seeufern Masken und Schnorchel in den Badetaschen. Kein Wunder: Wer einmal einem Egli unter dem Steg zugeschaut oder in einem klaren Bergsee die Steine am Grund gesehen hat, will das wieder erleben. Schnorcheln sieht einfach aus, und das ist es auch, wenn du zwei Dinge beherrschst: ruhig durch den Mund atmen und flach an der Oberfläche liegen. Beides kannst du im Hallenbad üben, bevor du in den See gehst.

    Was du brauchst: Maske, Schnorchel und etwas Geduld

    Die Maske muss dicht sein. Der Test dafür ist einfach: Halte sie ohne Band ans Gesicht, atme leicht durch die Nase ein und lass sie los. Bleibt sie einen Moment haften, passt sie zu deinem Gesicht. Haare unter dem Rand machen jede Maske undicht. Das Band sitzt am Hinterkopf, nicht im Nacken, und es muss nicht fest angezogen sein. Eine zu straffe Maske drückt und läuft trotzdem voll.

    Der Schnorchel ist ein einfaches Rohr mit Mundstück. Du hältst das Mundstück locker mit den Lippen und beisst nicht darauf, sonst schmerzt nach zehn Minuten der Kiefer. Flossen sind angenehm, aber für die ersten Versuche nicht nötig. Lerne zuerst das Atmen, dann kommt der Rest fast von selbst.

    Schritt 1: Das Atmen im stehtiefen Wasser üben

    Stell dich ins brusttiefe Wasser, setz Maske und Schnorchel auf und beuge dich nach vorne, bis das Gesicht im Wasser liegt. Jetzt atmest du nur durch den Mund. Am Anfang fühlt sich das seltsam an, weil die Nase in der Maske steckt und nicht mitatmen kann. Das legt sich nach ein paar Minuten.

    Atme langsam und etwas tiefer als sonst. Durch das Rohr ist der Weg der Luft länger. Wer hastig und flach atmet, hat schnell das Gefühl, zu wenig Luft zu bekommen, und wird unruhig. Hilfreich ist leises Mitzählen: einatmen auf drei, ausatmen auf vier. Bleib so lange stehen, bis du dem Schnorchel vertraust und dabei den Boden unter Wasser in Ruhe anschauen kannst.

    Schnorcheln: aufrecht paddeln oder flach liegen?

    Bewege den Schalter und vergleiche die Körperlage beim Schnorcheln.

    Schnorcheln: aufrechtes Paddeln und flache Lage mit dem Gesicht im Wasser im Vergleich Zwei vereinfachte Seitenansichten einer Person beim Schnorcheln. Zuerst steht sie fast senkrecht im Wasser, der Kopf ist oben und Arme und Beine arbeiten dauernd. Danach liegt sie flach an der Oberfläche, das Gesicht ist im Wasser, der Schnorchel ragt hinter dem Kopf nach oben und die Arme liegen ruhig am Körper. Aufrecht: dauernd am Arbeiten Der Kopf ist oben, Beine und Arme halten dich mühsam über Wasser. So siehst du nichts und wirst schnell müde. Nur in ruhigem Wasser · zu zweit · Maske und Schnorchel zuerst im Stehtiefen testen
    Aufrecht Flach liegen

    Schritt 2: Flach liegen statt aufrecht paddeln

    Der häufigste Anfängerfehler hat nichts mit dem Schnorchel zu tun, sondern mit der Körperlage. Viele hängen fast senkrecht im Wasser, heben immer wieder den Kopf und strampeln, um oben zu bleiben. Das ist anstrengend, und sehen kannst du so auch nichts.

    Leg dich stattdessen in die Bauchlage, als würdest du gleiten. Der Blick geht schräg nach vorne unten, die Arme liegen locker am Körper oder vor dir, und die Beine schlagen langsam aus der Hüfte. Die Luft in deiner Lunge trägt dich. Solange du so liegst, zeigt das Ende des Schnorchels nach oben. Drehst du den Kopf stark zur Seite oder schaust du gerade nach unten zu deinen Füssen, taucht das Rohr ein. Probier im Hallenbad aus, wie weit du den Kopf bewegen kannst.

    Schritt 3: Wasser im Schnorchel und in der Maske

    Früher oder später schwappt eine Welle ins Rohr. Das ist kein Notfall. Blase einmal kurz und kräftig aus, so wie wenn du eine Kerze ausbläst. Atme danach vorsichtig ein, denn oft bleibt ein kleiner Rest Wasser zurück, den du mit einem zweiten Stoss loswirst. Hast du gerade zu wenig Luft dafür, hebst du den Kopf, nimmst das Mundstück heraus und atmest normal. Übe beides absichtlich dort, wo du stehen kannst: Tauche den Schnorchel kurz unter und blase ihn frei.

    Läuft etwas Wasser in die Maske, hebst du den Kopf, lüftest den unteren Rand ganz leicht und lässt das Wasser hinauslaufen. Gegen das Beschlagen hilft ein alter Trick: Verreibe vor dem Schwimmen etwas Speichel auf der Innenseite des Glases und spüle kurz nach.

    Sicher schnorcheln im See

    Im Hallenbad ist Schnorcheln eine Technikübung. Im See kommen Kälte, Wellen, Boote und Distanz dazu. Mit dem Gesicht im Wasser vergisst du schnell, wo du bist. Halte dich deshalb an ein paar einfache Regeln:

    • Nie allein: Schnorchle zu zweit und bleibt in Sichtweite. Die SLRG rät generell, lange Strecken nie allein zu schwimmen.
    • Dem Ufer entlang: Bleib dort, wo du rasch wieder stehen kannst, und hebe regelmässig den Kopf, um dich zu orientieren.
    • Sichtbar sein: Eine farbige Badekappe oder eine Schwimmboje hilft, damit Boote und Stand-up-Paddler dich bemerken.
    • Kälte ernst nehmen: Auch im Hochsommer sind Schweizer Seen unter der Oberfläche kühl. Wer friert, geht aus dem Wasser.
    • Kein schnelles Voratmen: Wenn du abtauchen willst, atme vorher normal. Mehrmals schnell und tief zu atmen, ist gefährlich, weil du den Atemreiz zu spät spürst.
    • Flüsse sind kein Übungsort: In der Strömung von Aare, Rhein oder Limmat brauchst du den Kopf über Wasser und den Blick nach vorne.

    Häufige Fehler und was hilft

    • Aufs Mundstück beissen: Die Lippen halten es, die Zähne liegen nur locker auf.
    • Durch die Nase ausatmen: Dann beschlägt die Maske und wird undicht. Die Luft geht durch den Mund ein und aus.
    • Zu schneller Beinschlag: Er macht dich ausser Atem. Langsame, lange Bewegungen reichen.
    • Dauernd den Kopf heben: So sinken die Beine. Vertraue dem Schnorchel und schau nur zur Orientierung auf.

    Fazit

    Schnorcheln ist Gleiten mit Aussicht. Übe zuerst im stehtiefen Wasser das ruhige Atmen und das Ausblasen des Rohrs, lege dich dann flach hin und lass die Beine langsam arbeiten. Wenn das im Hallenbad entspannt klappt, bist du bereit für den See: zu zweit, in Ufernähe und gut sichtbar.

  • 50 Meter am Stück schwimmen: Tempo finden statt lossprinten

    Die ersten zehn Meter fühlen sich gut an, dann werden die Arme schwer und kurz vor dem Beckenrand fehlt plötzlich die Luft: Viele Schwimmanfänger starten eine längere Strecke zu schnell. Das ist verständlich. Wer unsicher ist, möchte den nächsten Rand möglichst rasch erreichen. Für 50 Meter am Stück ist jedoch nicht das höchste Tempo entscheidend, sondern ein Rhythmus, den du vom ersten bis zum letzten Zug halten kannst.

    In der Schweiz sind 50 Meter besonders relevant, weil sie zum Wasser-Sicherheits-Check WSC gehören. Die drei Aufgaben werden ohne Pause verbunden: ins tiefe Wasser gelangen, sich eine Minute an Ort über Wasser halten sowie 50 Meter schwimmen und aussteigen. Wer schon beim Start alle Kraft verbraucht, hat für den letzten Teil kaum Reserven.

    Warum ein schneller Start selten hilft

    Bei hohem Tempo steigt der Sauerstoffbedarf. Gleichzeitig werden die Bewegungen oft kürzer und hektischer. Beim Brustschwimmen fehlt die Gleitphase, beim Kraulen wird die Ausatmung unterbrochen und beim Rückenschwimmen spannt sich der Nacken an. Die Strecke fühlt sich dadurch nicht nur anstrengender an – die Technik erzeugt auch mehr Widerstand.

    Ein passendes Anfangstempo fühlt sich fast zu langsam an. Die ersten Züge sollen kontrolliert sein. Du atmest regelmässig, lässt die Schultern locker und prüfst nach einigen Metern: Könnte ich so noch eine zweite Beckenlänge schwimmen? Wenn die Antwort bereits Nein lautet, reduzierst du Tempo und Bewegungsgrösse.

    50 Meter: Sprintstart oder ruhiger Rhythmus?

    Bewege den Schalter und vergleiche einen hektischen Start mit einer gleichmässigen, kraftsparenden Strecke.

    Ruhiges Tempo für 50 Meter Schwimmen Zwei vereinfachte Zustände zeigen eine schwimmende Person. Im ersten Zustand startet sie hektisch mit stark angehobenem Kopf und viel Spritzwasser. Im zweiten Zustand schwimmt sie lang, ruhig und mit gleichmässigem Atemrhythmus. Zu schnell: Reserven sofort verbraucht Kurze Züge, hoher Kopf und hektische Beine erhöhen den Widerstand. Nach wenigen Metern wird der Rhythmus schwer. Distanz schrittweise steigern · nie erschöpft allein im Tiefwasser üben
    Zu schnell Gleichmässig

    Von kurzen Abschnitten zu 50 Metern

    Beginne mit einer Strecke, die du sicher und technisch ruhig bewältigst. Das können zehn, zwölf oder 25 Meter sein. Nach einer vollständigen Pause wiederholst du denselben Abschnitt. Wenn die letzten Meter ähnlich aussehen wie die ersten, verlängerst du beim nächsten Training vorsichtig. Der Sprung von 25 auf 50 Meter muss nicht an einem Tag gelingen.

    Eine einfache Hallenbad-Übung lautet: 4-mal 25 Meter mit viel Pause, danach 2-mal 25 Meter mit kürzerer Pause und erst später 50 Meter am Stück. Kinder sollten solche Aufgaben mit einer Schwimmlehrperson durchführen. Erwachsene üben ebenfalls nicht erschöpft oder unbeaufsichtigt im tiefen Bereich.

    Welcher Schwimmstil eignet sich?

    Für den WSC ist keine Wettkampftechnik gefragt. Entscheidend ist, dass du die Strecke ohne Hilfsmittel bewältigst und danach aussteigen kannst. Brustschwimmen bietet eine gute Orientierung, wird aber anstrengend, wenn der Kopf ständig hoch bleibt. Kraulen kann effizient sein, verlangt jedoch einen sicheren Atemrhythmus. Rückenlage kann als ruhige Alternative helfen, sofern du Richtung und Umgebung im Blick behältst.

    Im Training darfst du die Lage wechseln, bevor du völlig ausser Atem bist. Der Wechsel sollte geübt sein: Tempo reduzieren, ruhig ausatmen, kontrolliert drehen und weiterschwimmen. Eine spontane hektische Drehung kostet dagegen zusätzliche Kraft.

    Atmung gibt das Tempo vor

    Halte die Luft nicht über mehrere Züge an. Atme ins Wasser aus und über Wasser gezielt ein. Beim Brustschwimmen geschieht das meist mit jedem Armzug, beim Kraulen in einem individuell passenden Rhythmus. Wenn du nach Luft schnappst, werde langsamer, statt die Bewegungen noch schneller zu machen.

    Die letzten Meter mit Reserve schwimmen

    Ein guter 50-Meter-Versuch endet nicht mit völliger Erschöpfung. Du solltest den Rand erkennen, kontrolliert hingreifen und noch genügend Kraft zum Aussteigen haben. Genau deshalb gehört das Aussteigen beim WSC zur Aufgabe. Plane diese letzte Handlung von Anfang an mit ein.

    50 Meter sind weniger eine Mutprobe als eine Frage der Einteilung. Wenn Atmung, Technik und Tempo zusammenpassen, wird aus zwei langen Beckenlängen eine überschaubare Folge ruhiger Züge.

  • WSC ohne Schwimmbrille: So bereitest du dein Kind richtig vor

    Viele Kinder schwimmen im Kurs sicherer, sobald die Schwimmbrille sitzt. Sie sehen den Beckenboden, kneifen die Augen weniger zusammen und tauchen bereitwilliger. Beim Schweizer Wasser-Sicherheits-Check, kurz WSC, gilt jedoch eine andere Bedingung: Die Aufgaben werden ohne Schwimmbrille, normale Brille oder Nasenklammer ausgeführt. Wer das erst am Testtag erfährt, erlebt unnötigen Stress.

    Die Lösung ist nicht, die Schwimmbrille sofort zu verbieten. Sinnvoller ist ein schrittweiser Wechsel: Die Brille bleibt ein nützliches Lernmittel, während kurze, gut vorbereitete Übungen ohne Brille dazukommen. So kann ein Kind Vertrauen aufbauen, ohne dass der Spass am Schwimmen verloren geht.

    Was beim WSC verlangt wird

    Der WSC überprüft eine zusammenhängende Basis zur Selbstrettung. Das Kind macht einen Purzelbaum ins tiefe Wasser, hält sich eine Minute an Ort über Wasser, schwimmt danach 50 Meter und steigt selbstständig aus dem Becken. Die Teile werden direkt nacheinander absolviert. Der Check soll zeigen, ob sich ein Kind nach einem unerwarteten Sturz ins Wasser orientieren und an einen sicheren Ort retten kann.

    Eine bestandene Prüfung ist trotzdem kein Freipass für unbeaufsichtigtes Baden. Auch Kinder mit WSC brauchen am See, Fluss und in der Badi eine dem Alter und der Situation entsprechende Begleitung. Strömung, Kälte, Wellen und schlechte Sicht unterscheiden sich deutlich vom vertrauten Hallenbad.

    Warum fehlende Brille plötzlich schwierig sein kann

    Ohne Schwimmbrille fühlt sich Wasser im Gesicht unmittelbarer an. Unter Wasser ist die Sicht unscharf, Chlorwasser kann kurz reizen und manche Kinder schliessen reflexartig die Augen. Dadurch wird nicht automatisch die Schwimmtechnik schlechter. Unsicherheit kann aber zu hektischem Auftauchen, angehaltenem Atem oder einem übermässig angehobenen Kopf führen.

    Genau deshalb sollte das Üben ohne Brille nicht mit einer kompletten WSC-Simulation beginnen. Zuerst genügt eine kurze, kontrollierbare Erfahrung im standtiefen Wasser. Das Kind soll jederzeit wissen, wo der Beckenrand und die begleitende Person sind.

    Vom Hilfsmittel zur WSC-Situation

    Bewege den Schalter: Die Schwimmbrille bleibt zum Lernen erlaubt, kurze Übungen ohne Brille kommen frühzeitig dazu.

    Schrittweise ohne Schwimmbrille üben Ein Kind mit türkisfarbenem Schwimmshirt steht mit beiden Füssen auf dem Beckenboden und hält sich am nahen Handlauf fest. Mit Brille bleibt das Gesicht über Wasser. Ohne Brille beugt es sich vor und atmet mit eingetauchtem Gesicht kleine Luftblasen aus. Die Füsse bleiben am Boden, die Hand am Handlauf. Nur mit Brille fühlt es sich sicher an Hilfreich zum Lernen – aber die WSC-Situation bleibt noch ungewohnt. Brille gezielt als Lernhilfe nutzen Im standtiefen Wasser beginnen · ohne Druck üben · WSC später als Ganzes trainieren
    Mit Brille lernen Ohne Brille üben

    Vier kleine Schritte statt einer Mutprobe

    1. Gesicht benetzen: Beginnt am Beckenrand. Wasser mit den Händen über Wangen und Stirn laufen lassen, blinzeln und ruhig weiteratmen. Das klingt unspektakulär, schafft aber Vorhersagbarkeit.

    2. Blubbern ohne Brille: Im standtiefen Wasser Mund und später Nase kurz eintauchen. Sanft ins Wasser ausatmen und den Kopf wieder heben. Drei ruhige Wiederholungen sind wertvoller als ein erzwungener langer Versuch.

    3. Kurz orientieren: Das Gesicht eintauchen, auftauchen und eine bekannte Richtung finden: Beckenrand, Leiter oder Begleitperson. Unter Wasser muss nichts scharf erkannt werden. Entscheidend ist, nach dem Auftauchen ruhig zu schauen und zu handeln.

    4. Eine vertraute Strecke: Erst wenn die Vorstufen gelingen, schwimmt das Kind wenige Meter ohne Brille zum Rand. Danach kann die Distanz langsam wachsen. Die komplette WSC-Abfolge gehört in einen professionell begleiteten Kurs oder ins entsprechend organisierte Schulschwimmen.

    Die Schwimmbrille bleibt trotzdem sinnvoll

    Eine gut passende Schwimmbrille erleichtert Techniktraining, längere Kurslektionen und wiederholtes Tauchen. Sie ist kein schlechtes Hilfsmittel. Problematisch wird nur eine vollständige Abhängigkeit: Wenn ein Kind ohne Brille gar nicht mehr ins Wasser schauen, ausatmen oder wenige Meter schwimmen möchte, fehlt eine wichtige Alltagserfahrung.

    Eine einfache Regel für Schweizer Hallenbad-Kurse lautet deshalb: den grössten Teil der Lektion komfortabel mit Brille trainieren, aber regelmässig einen kurzen, angekündigten Abschnitt ohne Brille einbauen. Die Schwimmlehrperson kann Umfang und Schwierigkeit anpassen.

    Was Eltern vermeiden sollten

    Überraschendes Bespritzen, Untertauchen gegen den Willen des Kindes oder Sätze wie «Das musst du jetzt können» fördern keine Wassersicherheit. Ebenso wenig sinnvoll ist eine heimliche Generalprobe im tiefen Becken. Der WSC verbindet mehrere anspruchsvolle Teile; Müdigkeit und Aufregung müssen berücksichtigt werden.

    Sprich stattdessen früh mit der Schwimmschule oder der Lehrperson. Frage, wann ohne Brille geübt wird und wie dein Kind zu Hause beziehungsweise bei einem gemeinsamen Hallenbadbesuch ergänzen kann. Kurze positive Erfahrungen schaffen eine bessere Grundlage als eine einzelne lange Trainingseinheit kurz vor dem Test.

    Fazit

    Für den WSC muss ein Kind nicht plötzlich auf seine Schwimmbrille verzichten. Es sollte vielmehr früh lernen, dass Wasser im Gesicht und unscharfe Sicht kontrollierbar sind. Mit kleinen Übungen im standtiefen Wasser, einem erreichbaren Rand und genügend Zeit wird aus der Prüfungsvorgabe eine vertraute Fähigkeit.

    Quellen und weiterführende Informationen

    BFU: Wasser-Sicherheits-Check WSC – Grundlagen und Testbedingungen. SLRG: Wasser-Sicherheits-Check und Empfehlungen für Familien. swimsports: Schweizer Grundlagentests und Aufbau der Wassersicherheitskompetenzen. Quellen geprüft am 2. Oktober 2026.

  • Purzelbaum ins tiefe Wasser: Den ersten Teil des WSC sicher üben

    Beim Wasser-Sicherheits-Check WSC beginnt die Aufgabe nicht mit einem sauberen Startsprung. Das Kind purzelt vom Rand ins tiefe Wasser, taucht auf und muss sich zuerst orientieren. Genau dieser ungewohnte Anfang ist sinnvoll: Ein echter Sturz ins Wasser geschieht selten vorbereitet, aufrecht und mit perfekter Körperspannung.

    In der Schweiz empfehlen SLRG und BFU, den WSC bis ungefähr zum neunten Lebensjahr zu absolvieren. Der Check besteht aus drei direkt aufeinanderfolgenden Teilen: ins tiefe Wasser purzeln, eine Minute an Ort über Wasser bleiben und 50 Meter schwimmen. Der Purzelbaum ist deshalb kein Kunststück, sondern der Übergang vom überraschenden Eintauchen zum ruhigen Handeln.

    Warum ein Purzelbaum statt eines Sprungs?

    Bei einem Fusssprung weiss die schwimmende Person meist, wo oben und wo der Beckenrand ist. Beim Purzeln verändert sich die Körperlage. Wasser kann über Gesicht und Kopf laufen, die Füsse sind plötzlich oben und die Blickrichtung stimmt nicht mehr. Damit wird eine wichtige Fähigkeit geübt: nach dem Auftauchen nicht blind loszuschwimmen, sondern Luft zu holen und ein erreichbares Ziel zu wählen.

    Das bedeutet nicht, dass Kinder absichtlich unkontrolliert ins Wasser gestossen werden sollen. Die Übung wird angekündigt, schrittweise aufgebaut und von einer Fachperson begleitet. Sie gehört ausschliesslich in ein geprüftes tiefes Becken einer Schwimmschule, Schule oder Badi – niemals an einen unbekannten See-, Fluss- oder Sprungort.

    Die entscheidende Reihenfolge

    Viele Anfänger wollen nach dem Auftauchen sofort kräftig strampeln. Besser ist eine kurze, klare Reihenfolge: auftauchen, ausatmen und einatmen, den Blick heben, Beckenrand oder Ufer erkennen und erst dann die Bewegung dorthin beginnen. Ein bis zwei ruhige Sekunden Orientierung sparen oft mehr Kraft als hektische Armzüge.

    Nach dem Purzeln zuerst orientieren

    Bewege den Schalter: vom kompakten Eintauchen zum ruhigen Auftauchen mit Blick zum Rand.

    Purzelbaum ins tiefe Wasser beim Wasser-Sicherheits-Check Zwei vereinfachte Endpunkte einer begleiteten Übung im tiefen Becken: zuerst eine kompakt vorwärts einrollende Person beim Eintauchen, danach dieselbe Person aufrecht an der Oberfläche, ruhig atmend und zum Beckenrand orientiert. Die Zeichnung zeigt keine vollständige Bewegung und keinen Sprung in unbekannte Gewässer. Eintauchen: kompakt einrollen Kinn zur Brust, Knie anziehen – die Begleitung bleibt direkt bereit. Vorwärts drehen statt steif springen Nur im geprüften tiefen Becken · direkte Fachbegleitung · nie in unbekannte Gewässer springen
    Purzeln Orientieren

    So wird die Übung aufgebaut

    Der Einstieg beginnt nicht am tiefen Becken. Zuerst sollte die Person Wasser im Gesicht tolerieren, unter Wasser ausatmen und aus einer Drehung wieder eine stabile Lage finden können. Danach kann im standtiefen Wasser eine Rolle über eine weiche Schwimmnudel oder von einer niedrigen Stufe geübt werden. Erst wenn das ruhig gelingt, folgt die Variante am Rand des tiefen Beckens.

    Eine Lehrperson oder Kursleitung steht so, dass sie sofort unterstützen kann. Im Schweizer Hallenbad lohnt es sich, vorab abzuklären, wo Sprünge und WSC-Übungen erlaubt sind. Je nach Bad gelten unterschiedliche Bahn- und Sicherheitsregeln.

    Typische Fehler und hilfreiche Korrekturen

    Steif ins Wasser fallen: Kinn leicht zur Brust und Knie anziehen. So wird die Drehung kompakter. Unter Wasser die Luft anhalten: Schon beim Eintauchen sanft durch Nase oder Mund ausatmen. Nach dem Auftauchen sofort losschwimmen: Erst einen Orientierungspunkt nennen lassen, zum Beispiel die rote Leine oder die nächste Leiter. Nur die Prüfungsdistanz üben: Purzeln, Überwasserbleiben und Schwimmen auch einzeln trainieren, bevor alles verbunden wird.

    Der WSC ist ein wichtiger Meilenstein

    Ein bestandener WSC zeigt, dass ein Kind zentrale Selbstrettungsaufgaben in einem beaufsichtigten Umfeld bewältigen kann. Er ist aber keine Garantie für Sicherheit in jedem See oder Fluss. Strömung, Kälte, Wellen und schlechte Sicht verändern die Situation stark. Kinder bleiben deshalb auch mit WSC unter Aufsicht.

    Richtig aufgebaut vermittelt der Purzelbaum etwas Wertvolles: Eine überraschende Lage im Wasser muss nicht zu Hektik führen. Wer auftaucht, atmet und sich orientiert, schafft die Grundlage für den nächsten sinnvollen Schritt.

  • Angst vor tiefem Wasser: So gelingt der Übergang ohne Bodenkontakt

    Im standtiefen Becken klappt das Schweben, Gleiten oder Brustschwimmen schon recht gut. Doch sobald der Boden unter den Füssen verschwindet, kommt die Anspannung zurück. Dieses Gefühl kennen viele Kinder und Erwachsene. Es bedeutet nicht, dass du nichts gelernt hast. Im tiefen Wasser fehlt lediglich eine vertraute Notlösung: jederzeit aufstehen zu können.

    Der Übergang gelingt deshalb selten mit dem Satz «Schwimm jetzt einfach los». Sinnvoller ist es, nur eine Schwierigkeit aufs Mal zu verändern. Zuerst bleibt der Beckenrand erreichbar, während du kurz den Bodenkontakt löst. Distanz, längere Schwimmstrecken und freie Übungen kommen erst später dazu.

    Warum tiefes Wasser anders wirkt

    Physikalisch trägt dich das Wasser im tiefen Becken nicht schlechter als im flachen. Psychologisch macht die Wassertiefe aber einen grossen Unterschied. Wer den Boden nicht mehr erreichen kann, hebt oft den Kopf, zieht die Knie an und sucht hektisch mit den Füssen nach Halt. Genau diese Schutzreaktion macht Schweben und Schwimmen anstrengender.

    Darum beginnt Tiefwassergewöhnung nicht mit Mutproben. Sie beginnt mit Orientierung: Wo ist der Rand? Wo ist die Treppe? Wie komme ich aus einer Schwebe- oder Schwimmlage zurück zum sicheren Halt? In einem Schweizer Hallenbad kann eine Kursleitung dafür einen ruhigen Beckenabschnitt wählen und die Übung direkt an der Wand begleiten.

    Wassergewöhnung · Schritt für Schritt

    Sicherer Halt. Ein kleiner Schritt.

    Wechsle zwischen den beiden Positionen. Beide Hände bleiben am Rand – nur die Füsse lösen sich vom Boden.

    Am Beckenrand halten und die Füsse kurz anheben Seitliche Darstellung einer Person mit Badekappe und Badeanzug. Zwei Arme führen von den Schultern über die Ellbogen zu den Händen am Beckenrand. In Position eins stehen beide Füsse am Boden. In Position zwei beugen sich Hüften und Knie, die Füsse heben sich an. Kopf und Griff bleiben an derselben Stelle. Schematische Darstellung einer begleiteten Übung.
    Halt finden, ruhig stehen.

    Beide Hände greifen den Rand. Beide Füsse stehen auf dem Boden. Wähle Schritt 2, um das kurze Anheben zu sehen.

    Der Griff bleibt. Die Füsse heben sich.

    Hüften und Knie beugen sich sanft. Wähle Schritt 1, um die Füsse wieder kontrolliert auf den Boden zu stellen.

    Die erste Übung: Rand behalten, Boden loslassen

    Stelle dich dort hin, wo du noch sicher stehen kannst, direkt neben dem Übergang zum tieferen Bereich. Halte den Rand mit beiden Händen. Ziehe die Füsse für zwei oder drei Sekunden leicht an, spüre den Auftrieb und stelle sie wieder ab. Danach wiederholst du dieselbe Bewegung mit ruhigem Ausatmen. Erst wenn das entspannt gelingt, übst du an einer Stelle ohne Bodenkontakt – weiterhin mit festem Griff und einer Begleitperson neben dir.

    Der nächste Schritt ist nicht, den Rand sofort loszulassen. Du kannst zuerst von zwei Händen auf eine Hand wechseln, dich seitlich drehen oder kurz in eine Rückenlage kommen und wieder zugreifen. Dadurch lernst du: Auch ohne Boden kannst du handeln, atmen und zu einem bekannten Halt zurückkehren.

    Drei Rückwege geben Sicherheit

    Übe vor dem freien Schwimmen drei einfache Lösungen. Erstens: zum Rand greifen. Zweitens: von der Bauchlage auf den Rücken drehen und dort ruhig atmen. Drittens: wenige kontrollierte Züge zum Rand schwimmen. Wer diese Rückwege kennt, muss nicht bei jeder Unsicherheit nach dem Beckenboden suchen.

    Für Kinder kann die Kursleitung daraus ein klares Ritual machen: «Halten – schweben – atmen – zurück.» Erwachsene profitieren ebenfalls von festen Abläufen. Sie reduzieren Entscheidungen in einem Moment, in dem Angst sonst schnell die Aufmerksamkeit übernimmt.

    Was du vermeiden solltest

    Springe nicht überraschend ins tiefe Wasser und lass dich nicht hineinziehen oder schubsen. Übe auch nicht allein, nur um dich zu überwinden. Schwimmflügeli, Bretter oder Nudeln können in einer Lektion methodisch eingesetzt werden, ersetzen aber weder Aufsicht noch eigene Wasserkompetenz. In See und Fluss gehören erste Tiefwasserübungen nicht hin; Strömung, Kälte, Sicht und fehlende Begrenzungen machen die Situation deutlich anspruchsvoller als im Hallenbad.

    Wann der nächste Schritt passt

    Du bist bereit, dich etwas weiter vom Rand zu lösen, wenn du ohne hektische Fussbewegungen ausatmen kannst, eine Ruheposition findest und selbstständig zum Rand zurückkommst. Die Distanz bleibt zunächst klein. Zwei ruhige Meter mit sicherer Rückkehr sind wertvoller als eine erzwungene Beckenlänge.

    Der Wasser-Sicherheits-Check WSC verbindet in der Schweiz mehrere Kompetenzen im tiefen Wasser: nach einem unerwarteten Eintritt orientieren, eine Minute an Ort bleiben, 50 Meter schwimmen und aussteigen. Das ist ein späteres Gesamtziel, keine passende erste Übung für jemanden mit Tiefwasserangst. Der Weg dorthin beginnt kleiner – am Rand, begleitet und mit kurzen Erfolgserlebnissen.

  • Wasser in der Nase beim Schwimmen: sanft ausatmen statt zukneifen

    Ein kurzer Tauchversuch, eine Rolle im Wasser oder der Wechsel von der Rücken- in die Bauchlage – und plötzlich brennt Wasser in der Nase. Viele Kinder und Erwachsene brechen die Übung dann sofort ab. Manche halten fortan bei jedem Untertauchen die Nase zu. Das schafft kurzfristig Sicherheit, blockiert aber eine Hand und macht spätere Bewegungen schwieriger.

    Die bessere Lösung ist nicht, möglichst kräftig Luft herauszupressen. Meist genügt ein sanfter, gleichmässiger Luftstrom durch die Nase. Er hilft besonders dann, wenn sich die Kopfposition verändert und die Nasenöffnungen zeitweise nach oben zeigen – etwa beim Purzelbaum, beim Abrollen oder beim Übergang in die Rückenlage.

    Warum Wasser überhaupt in die Nase gelangt

    Beim ruhigen Untertauchen kann der Körper den Nasen-Rachen-Raum oft gut abschirmen. Für Einsteiger ist dieses Gefühl aber ungewohnt. Wird der Kopf schnell gedreht, wird erschrocken eingeatmet oder bleibt die Nase nach oben gerichtet, kann Wasser eindringen. Das ist unangenehm, aber zunächst vor allem ein Koordinationsproblem zwischen Kopfhaltung und Atmung.

    Wer darauf mit einem explosiven Ausatmen reagiert, verbraucht die Luftreserve zu schnell. Danach entsteht Hektik und der Kopf wird ruckartig angehoben. Ziel ist deshalb ein feines Blubbern: gerade genug Luft, um einen leichten Strom nach aussen zu erzeugen, aber nicht so viel, dass nach einer Sekunde alle Luft weg ist.

    Nase zuhalten oder sanft ausatmen?

    Schalte um und vergleiche: Was verändert sich, wenn die Hand frei bleibt?

    Sanft durch die Nase ausatmenIm Vergleich hält eine Person zuerst die Nase zu und lässt dann die Hand frei. Kleine aufsteigende Blasen veranschaulichen sanftes Nasenausatmen – keine Aufforderung zum langen Luftanhalten. Nase fest zuhaltenEine Hand blockiert – der Körper spannt sich an.Die freie Hand fehlt für Balance und Orientierung. Ruhig durch die Nase ausatmenEin sanfter Luftstrom – die Hände bleiben frei.Feines Blubbern – nicht die ganze Luft auf einmal ausstossen. Im standtiefen Wasser üben · normal weiteratmen · bei Schmerzen abbrechen
    Nase zuhaltenSanft ausatmen

    So übst du das Nasenausatmen ohne Stress

    Beginne im standtiefen Wasser. Atme über Wasser normal ein, tauche nur Mund und Nase ein und summe leise. Beim Summen strömt Luft automatisch durch die Nase. Nach ein bis zwei Sekunden hebst du das Gesicht wieder an und atmest normal weiter. Wiederhole das mehrmals, ohne die Tauchzeit zu verlängern.

    Danach kannst du die Hände vom Gesicht wegnehmen und unter Wasser beobachten, ob kleine Blasen an der Nase aufsteigen. Eine Schwimmbrille kann helfen, weil du die Augen offen hältst und dich besser orientierst. Eine Nasenklammer kann bei grosser Unsicherheit vorübergehend eingesetzt werden, sollte aber nicht jede Wassergewöhnungsübung ersetzen.

    Von der einfachen Blase zur Bewegung

    Wenn das Ausatmen mit ruhigem Kopf gelingt, kommt Bewegung dazu. Nicke unter Wasser langsam nach unten und wieder nach oben. Drehe anschliessend den Kopf leicht zur Seite. Erst danach folgen anspruchsvollere Aufgaben wie Abrollen, Purzelbaum oder ein Wechsel zwischen Bauch- und Rückenlage. Bei jeder neuen Übung bleibt die Bewegungsstrecke zunächst klein.

    Im Schweizer Testwesen ist diese Fähigkeit gut sichtbar verankert. Swiss Aquatics verlangt bereits auf einer frühen Lernstufe mehrmaliges sichtbares Ausatmen unter Wasser. Beim swimsports-Grundlagentest Pinguin wird beim Handstand mit Abrollen oder beim Purzelbaum ausdrücklich durch die Nase ausgeatmet. Das zeigt: Nasenausatmen ist keine Nebensache, sondern eine praktische Grundlage für Orientierung und Bewegungsfreiheit.

    Typische Fehler

    Der häufigste Fehler ist ein einziger kräftiger Luftstoss. Besser ist ein feiner, dosierter Strom. Ebenfalls ungünstig ist es, vor dem Untertauchen übermässig tief einzuatmen und dann möglichst lange unten zu bleiben. Wassergewöhnung ist kein Luftanhalte-Wettbewerb. Kurze Wiederholungen mit normaler Atmung sind für Einsteiger sinnvoller.

    Auch Druck von aussen hilft selten. Ein Kind sollte nicht überraschend untergetaucht werden. Erwachsene dürfen eine Übung jederzeit vereinfachen: zuerst nur die Nase benetzen, dann Mund und Nase eintauchen, später den ganzen Kopf. Gute Schwimmkurse in Schweizer Hallenbädern bauen solche Schritte methodisch auf und geben genügend Zeit für Wiederholungen.

    Wann du eine Pause machen solltest

    Leichtes Brennen nach einem missglückten Versuch klingt meist rasch ab. Bei anhaltenden Schmerzen, häufigem Nasenbluten, Problemen mit den Nebenhöhlen oder Beschwerden nach jedem Badbesuch ist eine medizinische Abklärung sinnvoll. Übe nicht mit stark verstopfter Nase und erzwinge keine Druckausgleichsmanöver.

    Das Ziel ist nicht, nie mehr einen Tropfen Wasser zu spüren. Du lernst vielmehr, bei einer Drehung ruhig zu bleiben, sanft auszuatmen und die Hände für Gleichgewicht, Orientierung und Schwimmbewegungen frei zu haben. Mit kurzen Übungen wird aus dem unangenehmen Überraschungsmoment eine kontrollierbare Schwimmgrundlage.