Im Sommer liegen in vielen Schweizer Badis und an den Seeufern Masken und Schnorchel in den Badetaschen. Kein Wunder: Wer einmal einem Egli unter dem Steg zugeschaut oder in einem klaren Bergsee die Steine am Grund gesehen hat, will das wieder erleben. Schnorcheln sieht einfach aus, und das ist es auch, wenn du zwei Dinge beherrschst: ruhig durch den Mund atmen und flach an der Oberfläche liegen. Beides kannst du im Hallenbad üben, bevor du in den See gehst.
Was du brauchst: Maske, Schnorchel und etwas Geduld
Die Maske muss dicht sein. Der Test dafür ist einfach: Halte sie ohne Band ans Gesicht, atme leicht durch die Nase ein und lass sie los. Bleibt sie einen Moment haften, passt sie zu deinem Gesicht. Haare unter dem Rand machen jede Maske undicht. Das Band sitzt am Hinterkopf, nicht im Nacken, und es muss nicht fest angezogen sein. Eine zu straffe Maske drückt und läuft trotzdem voll.
Der Schnorchel ist ein einfaches Rohr mit Mundstück. Du hältst das Mundstück locker mit den Lippen und beisst nicht darauf, sonst schmerzt nach zehn Minuten der Kiefer. Flossen sind angenehm, aber für die ersten Versuche nicht nötig. Lerne zuerst das Atmen, dann kommt der Rest fast von selbst.
Schritt 1: Das Atmen im stehtiefen Wasser üben
Stell dich ins brusttiefe Wasser, setz Maske und Schnorchel auf und beuge dich nach vorne, bis das Gesicht im Wasser liegt. Jetzt atmest du nur durch den Mund. Am Anfang fühlt sich das seltsam an, weil die Nase in der Maske steckt und nicht mitatmen kann. Das legt sich nach ein paar Minuten.
Atme langsam und etwas tiefer als sonst. Durch das Rohr ist der Weg der Luft länger. Wer hastig und flach atmet, hat schnell das Gefühl, zu wenig Luft zu bekommen, und wird unruhig. Hilfreich ist leises Mitzählen: einatmen auf drei, ausatmen auf vier. Bleib so lange stehen, bis du dem Schnorchel vertraust und dabei den Boden unter Wasser in Ruhe anschauen kannst.
Schnorcheln: aufrecht paddeln oder flach liegen?
Bewege den Schalter und vergleiche die Körperlage beim Schnorcheln.
Schritt 2: Flach liegen statt aufrecht paddeln
Der häufigste Anfängerfehler hat nichts mit dem Schnorchel zu tun, sondern mit der Körperlage. Viele hängen fast senkrecht im Wasser, heben immer wieder den Kopf und strampeln, um oben zu bleiben. Das ist anstrengend, und sehen kannst du so auch nichts.
Leg dich stattdessen in die Bauchlage, als würdest du gleiten. Der Blick geht schräg nach vorne unten, die Arme liegen locker am Körper oder vor dir, und die Beine schlagen langsam aus der Hüfte. Die Luft in deiner Lunge trägt dich. Solange du so liegst, zeigt das Ende des Schnorchels nach oben. Drehst du den Kopf stark zur Seite oder schaust du gerade nach unten zu deinen Füssen, taucht das Rohr ein. Probier im Hallenbad aus, wie weit du den Kopf bewegen kannst.
Schritt 3: Wasser im Schnorchel und in der Maske
Früher oder später schwappt eine Welle ins Rohr. Das ist kein Notfall. Blase einmal kurz und kräftig aus, so wie wenn du eine Kerze ausbläst. Atme danach vorsichtig ein, denn oft bleibt ein kleiner Rest Wasser zurück, den du mit einem zweiten Stoss loswirst. Hast du gerade zu wenig Luft dafür, hebst du den Kopf, nimmst das Mundstück heraus und atmest normal. Übe beides absichtlich dort, wo du stehen kannst: Tauche den Schnorchel kurz unter und blase ihn frei.
Läuft etwas Wasser in die Maske, hebst du den Kopf, lüftest den unteren Rand ganz leicht und lässt das Wasser hinauslaufen. Gegen das Beschlagen hilft ein alter Trick: Verreibe vor dem Schwimmen etwas Speichel auf der Innenseite des Glases und spüle kurz nach.
Sicher schnorcheln im See
Im Hallenbad ist Schnorcheln eine Technikübung. Im See kommen Kälte, Wellen, Boote und Distanz dazu. Mit dem Gesicht im Wasser vergisst du schnell, wo du bist. Halte dich deshalb an ein paar einfache Regeln:
- Nie allein: Schnorchle zu zweit und bleibt in Sichtweite. Die SLRG rät generell, lange Strecken nie allein zu schwimmen.
- Dem Ufer entlang: Bleib dort, wo du rasch wieder stehen kannst, und hebe regelmässig den Kopf, um dich zu orientieren.
- Sichtbar sein: Eine farbige Badekappe oder eine Schwimmboje hilft, damit Boote und Stand-up-Paddler dich bemerken.
- Kälte ernst nehmen: Auch im Hochsommer sind Schweizer Seen unter der Oberfläche kühl. Wer friert, geht aus dem Wasser.
- Kein schnelles Voratmen: Wenn du abtauchen willst, atme vorher normal. Mehrmals schnell und tief zu atmen, ist gefährlich, weil du den Atemreiz zu spät spürst.
- Flüsse sind kein Übungsort: In der Strömung von Aare, Rhein oder Limmat brauchst du den Kopf über Wasser und den Blick nach vorne.
Häufige Fehler und was hilft
- Aufs Mundstück beissen: Die Lippen halten es, die Zähne liegen nur locker auf.
- Durch die Nase ausatmen: Dann beschlägt die Maske und wird undicht. Die Luft geht durch den Mund ein und aus.
- Zu schneller Beinschlag: Er macht dich ausser Atem. Langsame, lange Bewegungen reichen.
- Dauernd den Kopf heben: So sinken die Beine. Vertraue dem Schnorchel und schau nur zur Orientierung auf.
Fazit
Schnorcheln ist Gleiten mit Aussicht. Übe zuerst im stehtiefen Wasser das ruhige Atmen und das Ausblasen des Rohrs, lege dich dann flach hin und lass die Beine langsam arbeiten. Wenn das im Hallenbad entspannt klappt, bist du bereit für den See: zu zweit, in Ufernähe und gut sichtbar.
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