Du kannst den Köpfler vom Beckenrand, und jetzt reizt dich der Startblock. Der Unterschied ist grösser, als er aussieht. Beim Köpfler willst du sicher kopfvoran ins Wasser kommen. Beim Startsprung willst du Schwung mitnehmen: weit nach vorne fliegen, flach eintauchen und so lange gleiten, bis du fast so schnell bist wie beim Schwimmen. Wer zu steil springt, taucht tief ab, verliert den Schwung und kommt dem Boden näher, als ihm lieb ist.
Zuerst die Sicherheit
Startsprünge übst du nur dort, wo sie erlaubt sind und wo das Wasser tief genug ist. In vielen Schweizer Hallenbädern sind die Startblöcke ausserhalb von Trainings gesperrt, oder das Springen ist nur auf der tiefen Seite des Beckens gestattet. Schau auf die Tafeln am Beckenrand und frag im Zweifel den Badmeister. Die Baderegel der SLRG gilt auch hier: nie in trübe oder unbekannte Gewässer springen. Und bevor du abspringst, muss die Bahn vor dir frei sein.
Startsprung: steil oder flach?
Bewege den Schalter und vergleiche den Eintauchwinkel. Nur wo Startsprünge erlaubt sind.
Warum flach besser ist
In der Luft bist du schneller als im Wasser. Je weiter du fliegst, desto mehr Strecke legst du ohne Widerstand zurück. Tauchst du danach flach ein, zeigt dein Schwung in Schwimmrichtung, und du gleitest knapp unter der Oberfläche weiter. Springst du dagegen nach unten, geht derselbe Schwung in die Tiefe. Du musst zuerst wieder nach oben steuern, und bis du oben bist, ist die Geschwindigkeit weg.
Die Ausgangsposition
Stell dich an die vordere Kante. Die Zehen eines Fusses oder beider Füsse greifen um die Kante, damit du nicht abrutschst. Für den Anfang ist die Schrittstellung am stabilsten: ein Fuss vorne, einer etwa eine Fusslänge dahinter. Beuge dich vor, bis die Hände die Kante neben dem vorderen Fuss fassen. Die Hüfte ist hoch, die Knie sind leicht gebeugt, der Blick geht nach unten auf das Wasser vor dir.
Absprung, Flug und Eintauchen
- Abdrücken nach vorne: Die Arme schwingen nach vorne, die Beine strecken sich kräftig. Stell dir vor, du springst über eine Poolnudel, die einen Meter vor dir auf dem Wasser liegt.
- Strecken im Flug: Die Hände liegen übereinander, die Oberarme klemmen die Ohren ein, das Kinn geht leicht Richtung Brust.
- Durch ein Loch eintauchen: Hände, Kopf, Hüfte und Füsse gehen an derselben Stelle ins Wasser. Die Beine bleiben gestreckt und geschlossen.
- Nach oben steuern und gleiten: Sobald die Hüfte im Wasser ist, zeigen die Fingerspitzen leicht nach oben. Du gleitest in Stromlinienform, beginnst mit dem Beinschlag und machst den ersten Armzug erst kurz vor der Oberfläche.
Schritt für Schritt zum Block
Niemand muss am ersten Tag auf den Startblock. Baue den Sprung in Stufen auf und bleib auf jeder Stufe, bis sie sich sicher anfühlt:
- Abstossen von der Wand und Gleiten in Stromlinienform, damit du die Haltung kennst.
- Köpfler aus dem Kauern am Beckenrand, mit dem Ziel, möglichst weit vorne einzutauchen.
- Derselbe Sprung aus dem Stand am Beckenrand, mit Armschwung.
- Erst dann der Startblock, zuerst in Schrittstellung und ohne Eile.
Häufige Fehler
- Bauchplatscher: Der Kopf ist oben, weil du schauen willst, wohin du springst. Nimm das Kinn zur Brust und halte den Kopf zwischen den Armen.
- Zu steil: Du lässt dich nach vorne fallen, statt abzuspringen. Drück dich aktiv mit den Beinen weg und ziele weiter nach vorne.
- Beine klappen ein: Spann beim Eintauchen Gesäss und Beine an, als wärst du ein Brett.
- Schwimmbrille rutscht: Zieh das Band etwas fester, trag es unter der Badekappe und senke das Kinn beim Eintauchen.
- Sofort losschwimmen: Wer gleich nach dem Eintauchen mit den Armen rudert, bremst. Gleite zuerst.
Fazit
Ein guter Startsprung ist kein Mutsprung, sondern ein weiter, flacher Hecht mit einer langen Gleitphase. Übe ihn in Stufen, nur an erlaubten Stellen und bei freier Bahn. In Schwimmkursen und Vereinstrainings kannst du den Block unter Anleitung ausprobieren, und das ist der beste Ort dafür. Wenn du nach dem Eintauchen spürst, wie das Wasser an dir vorbeizieht, ohne dass du etwas tun musst, hast du es richtig gemacht.
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