Du möchtest tauchen lernen, aber sobald Wasser an Nase und Mund kommt, willst du sofort wieder hoch? Dann beginne nicht mit einem Tauchring am Beckenboden. Beginne mit einer kleinen Aufgabe, die du selbst steuern kannst. Tauchen lernen ohne Panik bedeutet hier: Wassergewöhnung in deinem Tempo, nicht möglichst lange unter Wasser bleiben.
Die folgenden fünf Schritte richten sich an erwachsene Schwimmanfänger und an Eltern, die ihr Kind beim Lernen begleiten. Gemeint ist das kurze Eintauchen im standtiefen Schwimmbecken – weder Apnoetraining noch Gerätetauchen. Die Übungen ersetzen keinen angeleiteten Schwimmkurs.
Zuerst die Bedingungen schaffen
Wähle ein übersichtliches Lehrschwimmbecken im Hallenbad oder einen ruhigen Nichtschwimmerbereich der Badi. Du solltest mit dem Gesicht über Wasser bequem stehen und den Beckenrand erreichen können. Für Kinder muss die Wassertiefe zu ihrer Körpergrösse passen. See, Fluss und tiefes Wasser sind für diese Einstiegsübungen nicht vorgesehen. Boden- und Wandkontakt gehören auch bei mobilesport.ch zu den Grundlagen der Wassergewöhnung. [1]
Übe nicht allein. Eine aufmerksame Begleitperson muss dich beobachten und helfen können. Kinder brauchen ungeteilte Aufmerksamkeit; kleine Kinder bleiben in Griffnähe. Die allgemeine Badeaufsicht und Schwimmflügeli ersetzen diese Begleitung nicht. Vereinbart vorab ein eindeutiges Stoppsignal. [2] [3]
Atme vor jedem Versuch normal. Kein absichtlich schnelles oder übertrieben tiefes Voratmen, kein Wettbewerb im Luftanhalten. Die SLRG warnt ausdrücklich vor lebensgefährlichem Hyperventilieren. Tauche nur, wenn du dich wohlfühlst; bei Schwindel, Schmerzen oder Unwohlsein beendest du die Übung. [2]
Tauchen lernen in fünf kleinen Schritten
1. Wasser im Gesicht kennenlernen
Halte dich am Rand fest und benetze mit der freien Hand Wangen, Kinn und Stirn. Das Gesicht bleibt zunächst über Wasser. Entscheide selbst, welche Stelle als Nächstes nass wird. Bei Kindern kannst du fragen: «Möchtest du zuerst die Wangen oder das Kinn waschen?» Niemand spritzt überraschend ins Gesicht oder drückt den Kopf nach unten.
2. Mit dem Mund Blasen machen
Atme über Wasser normal ein. Bringe zunächst nur die Lippen an die Wasseroberfläche und puste kleine Blasen. Danach hebst du den Mund wieder heraus und atmest in Ruhe weiter. Erst wenn das angenehm ist, kommt der Mund etwas tiefer. Solche Blasenspiele sind ein Einstieg in die Atemgewöhnung – die Menge der Blasen ist keine Leistungsvorgabe. [4]
3. Nase und Mund kurz eintauchen
Beuge dich am Rand langsam vor und bringe Nase und Mund kurz ins Wasser. Lass sanft Luft durch die Nase entweichen, bei Bedarf auch durch den Mund. Presse nicht die ganze Luft heraus. Hebe das Gesicht wieder an, bevor du einatmest. Das bewusste Ausatmen ins Wasser ist ein eigener Lernschritt beim Schwimmenlernen. [1]
Die Animation zeigt diese kurze Übung am Beckenrand. Beide Zustände gehören zusammen: über Wasser einatmen, im Wasser sanft ausatmen und wieder hochkommen. Es geht nicht darum, immer weiter abzusinken.
Einatmen oben. Ausatmen im Wasser.
Zwei kleine Schritte am Beckenrand: Bewege den Schalter und beobachte Gesicht und Atemblasen.
4. Das Gesicht eintauchen und sich orientieren
Wenn Schritt drei angenehm gelingt, darf das ganze Gesicht kurz ins Wasser. Behalte die Hände am Rand. Versuche, die Augen für einen Moment zu öffnen und eine Fliese zu erkennen; erzwinge nichts, wenn es unangenehm ist. Richte dich anschliessend wieder auf. Die Aufgabe lautet «kurz schauen und zurückkommen», nicht «möglichst lange unten bleiben». Das Erkunden mit geöffneten Augen gehört auch zu den Übungsvorschlägen im Schweizer Lehrmittel Schwimmen. [5]
5. Den Ablauf ruhig wiederholen
Verbinde nun die vertrauten Teile: normal einatmen, Gesicht kurz eintauchen, sanft ausatmen, aufrichten. Mache zwischen den Versuchen eine echte Pause und beginne erst wieder, wenn deine Atmung ruhig ist. Es gibt keine vorgeschriebene Zahl an Wiederholungen. Ganzes Untertauchen, Tauchringe und Tauchwege sind spätere Aufgaben für eine angeleitete Lektion.
Was tun, wenn die Angst wiederkommt?
Brich den Versuch ab, halte dich am Rand fest und lass dir beim sicheren Aussteigen helfen, wenn nötig. Besprich erst ausserhalb der Übung, was unangenehm war. Beim nächsten Mal darfst du einen Schritt zurückgehen. Ein Kind muss weder «noch einmal schnell» tauchen noch etwas für ein Abzeichen beweisen. Bei wiederkehrender starker Panik ist individuelle, fachkundige Begleitung sinnvoller als weiteres Üben unter Druck.
Der nächste Schritt in einer Schweizer Schwimmschule
Frage gezielt nach Wassergewöhnung, kleinen Lerngruppen und Erfahrung mit ängstlichen Kindern oder Erwachsenen. Erzähle der Lehrperson, welcher Schritt bereits gelingt. Für Kinder können die Grundlagentests von swimsports Orientierung geben. Beachte beim Vergleichen von Kursen: 2026 ist ein Übergangsjahr zu überarbeiteten Tests; swimsports strebt die vollständige Umstellung ab Januar 2027 an. Frage deshalb nach den tatsächlich verwendeten Anforderungen. Ein Abzeichen ersetzt die Aufsicht nicht. [6] [3]
Häufige Fragen zum Tauchenlernen
Ist Luftanhalten unter Wasser immer falsch?
Nein. Bewusstes kurzes Luftanhalten und kontrolliertes Ausatmen sind unterschiedliche Fähigkeiten. Diese Einstiegsübung trainiert das Ausatmen beim kurzen Eintauchen des Gesichts. Daraus folgt keine allgemeine Atemregel für längere Tauchgänge. Trainiere keine maximalen Tauchzeiten. [4]
Wann bin ich bereit für die nächste Übung?
Nutze als Orientierung: Du startest freiwillig, kannst jederzeit abbrechen und kommst ohne Hektik wieder hoch. Bleibt ein Schritt unangenehm, wiederhole eine einfachere Variante oder hole dir Unterstützung. Es gibt keinen Zeitplan, den du erfüllen musst.
Dein Ziel für den nächsten Hallenbadbesuch: Wähle genau einen passenden Schritt und übe ihn begleitet. Ein freiwilliger, ruhiger Versuch ist wertvoller als ein erzwungener Tauchgang.
Quellen und weiterführende Informationen
[1] mobilesport.ch / BASPO: Schwimmen lernen – die Grundlagen.
[2] SLRG: Bade-, Fluss- und Freitauchregeln (PDF, bereitgestellt über mobilesport.ch).
[3] BFU: Kinder und das Wasser – Aufmerksamkeit ist gefragt.
[4] mobilesport.ch / BASPO: Vom Tauchen zum Schwimmen, einschliesslich der Praxisbeilage zu den ersten Tauchschritten.
[5] Lehrmittel Schwimmen, über mobilesport.ch: Wassergewöhnung und Wasserbewältigung (PDF).
[6] swimsports: Informationen zu den neuen Grundlagentests. Quellen geprüft am 19. September 2026.
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