Du schwimmst bereits Brust, möchtest aber auch kraulen können? Dann musst du nicht wieder ganz von vorne beginnen. Du bringst Wassererfahrung mit. Neu ist vor allem das Zusammenspiel: Die Arme bewegen sich abwechselnd, die Beine schlagen auf und ab, und zum Einatmen dreht sich der Kopf seitlich. Der Übergang vom Brustschwimmen zum Kraulen gelingt nicht durch mehr Tempo, sondern durch überschaubare Lernaufgaben.
Dieser Aufbau richtet sich vor allem an Erwachsene, die bereits selbstständig schwimmen können. Für Kinder sollte eine Schwimmlehrperson die Übungen anpassen. Wenn du dich mit dem Gesicht im Wasser noch unwohl fühlst, beginne zunächst begleitet mit Wassergewöhnung, Ausatmen und sicherem Aufstehen. Diese Fähigkeiten gehören zu den Grundlagen des Schwimmenlernens. [1]
Was sich gegenüber dem Brustschwimmen verändert
Beim Kraulen arbeiten die Arme wechselseitig statt gleichzeitig. Der Brustbeinschlag wird durch einen Wechselbeinschlag ersetzt. Dazu rollt der Körper leicht um seine Längsachse. Zum Einatmen drehst du den Kopf zur Seite, statt ihn nach vorne anzuheben. Diese Elemente beschreibt auch das Schweizer Lehrmittel Schwimmen. Du musst sie nicht sofort gleichzeitig beherrschen. [2]
Wähle zum Üben einen freien Bereich im Hallenbad oder im übersichtlichen Schwimmbecken der Badi. Beginne dort, wo du sicher stehen kannst. Unsichere Schwimmer brauchen geeignete Begleitung. Kinder bleiben beaufsichtigt, kleine Kinder in Griffnähe. Ein erster Erfolg im Becken ist kein Anlass, die neue Technik allein im See oder Fluss auszuprobieren. [5]
Fünf Lernschritte für den Wechsel zum Kraulen
1. Wasserlage und Ausatmen wiederholen
Stosse dich sanft von der Wand ab, strecke die Arme nach vorne und gleite kurz in Bauchlage. Der Blick geht schräg nach unten, Kopf und Hals bleiben in Verlängerung des Rumpfs. Lass Luft ins Wasser entweichen und stelle dich rechtzeitig wieder hin. Ziel ist eine kontrollierte Ausgangslage, keine möglichst lange Gleitstrecke. [1]
2. Den Wechselbeinschlag kennenlernen
Ergänze nach dem Abstossen kleine, abwechselnde Auf- und Abbewegungen der Beine. Die Bewegung beginnt an der Hüfte und setzt sich über Knie und Fuss fort; die Knie bleiben dabei nicht starr. Halte die Füsse locker. Vermeide grosse, hektische Bewegungen und das Anziehen beider Beine wie beim Brustschwimmen. Der Beinschlag soll zunächst vor allem deine Lage unterstützen. [2]
3. Drehen und Seitenatmung verbinden
Übe zunächst ohne vollständigen Armzug: Ein Arm liegt nach vorne gestreckt, der andere am Körper. Mit lockerem Beinschlag nimmst du eine leicht seitliche Lage ein. Das Gesicht liegt zum Ausatmen im Wasser; zum Einatmen drehst du es so weit heraus, dass der Mund frei ist. Anschliessend geht der Blick wieder nach unten. Eine verwandte Übungsform stellt Swiss Aquatics auf mobilesport.ch als «Side to side» vor. Lass dir die Ausgangslage möglichst zeigen. [4]
Die Animation verdeutlicht den Unterschied zwischen dem Anheben nach vorne und dem seitlichen Drehen. Sie zeigt eine vereinfachte Momentaufnahme der Einatmung, keinen vollständigen Kraulzyklus. Die angehobene Haltung ist ein Vergleich, keine Übungsaufforderung.
Kraulatmung: drehen statt anheben
Bewege den Schalter und beobachte Kopf, Schulter und Wasserlage beim Einatmen.
4. Die Arme abwechselnd einsetzen
Führe nun abwechselnde Armbewegungen dazu. Die Hand taucht vor der jeweiligen Schulter ins Wasser, bewegt sich unter Wasser nach hinten und kommt anschliessend über Wasser wieder nach vorne. Versuche nicht, beide Arme gleichzeitig zurückzuziehen. Übe zunächst wenige Bewegungen mit einer Lehrperson, die dir auch den Zeitpunkt der Seitenatmung zeigt. [2]
5. Kurze Abschnitte zum Ganzen verbinden
Verbinde Wasserlage, Beine, Arme und Atmung auf einer kurzen, gut kontrollierbaren Strecke. Höre auf, bevor der Ablauf hektisch wird. Stelle dich im dafür geeigneten Bereich hin oder erreiche sicher den Rand. Erst wenn du wieder ruhig atmest, startest du neu. Du brauchst weder eine vollständige 25-Meter-Bahn noch eine bestimmte Geschwindigkeit als erstes Erfolgskriterium.
Die Atmung nicht bis zum Schluss aufschieben
Beim Kraulen wird über Wasser eingeatmet und unter Wasser durch Nase und leicht geöffneten Mund ausgeatmet. Stimme das mit der Bewegung ab. Kontrolliert ausatmen heisst nicht, die Lunge mit Gewalt leerzupressen. Übe die Atemfolge deshalb von Anfang an mit, statt längere Abschnitte mit angehaltener Luft zu schwimmen. [3]
Für den Einstieg ist ein gut versorgender Atemrhythmus wichtiger als eine starre Vorgabe. Beispielsweise kannst du bei jedem zweiten Armzug auf deiner vertrauteren Seite einatmen. Später übst du auch die andere Seite. Eine Dreieratmung ist eine weitere Möglichkeit, aber keine Pflicht für die ersten Versuche. Bei Luftnot, Schwindel oder Unwohlsein brichst du ab, statt den Rhythmus zu erzwingen. [2]
Ein einfacher Übungsplan ohne Leistungsdruck
Beginne den nächsten Hallenbadbesuch mit lockerem, vertrautem Schwimmen. Wähle danach genau einen Schwerpunkt, etwa den kleinen Beinschlag oder das seitliche Einatmen. Wechsle kurze Versuche mit Pausen ab. Beende den Technikteil, wenn du müde wirst oder deine Aufmerksamkeit nachlässt. Notiere dir anschliessend eine konkrete Beobachtung: «Heute blieb mein Kopf beim Atmen näher am Wasser.» So wird dein Fortschritt greifbarer als durch blosses Zählen der Bahnen.
Den passenden Kraulkurs in der Schweiz finden
Frage nach einem Kraulkurs für Erwachsene, die bereits Brust schwimmen können. Kläre die Voraussetzungen, Gruppengrösse und Wassertiefe sowie den Anteil an individuellem Feedback. Schweizer Anbieter wie Swimatic beschreiben einen Aufbau über Wasserlage, Beinschlag, Rotation, Armzug und Atmung – diese Lernziele helfen beim Vergleichen von Kursen, ohne dass du bereits schnell kraulen musst. Prüfe immer die Anforderungen des konkreten Kurses. [6]
Dein nächster Schritt: Suche dir nicht die längste Strecke, sondern die kleinste Aufgabe, die noch Aufmerksamkeit braucht. Brustschwimmen bleibt dabei eine vertraute Schwimmart. Du ergänzt dein Können – du musst es nicht ersetzen.
Quellen und weiterführende Informationen
[1] mobilesport.ch / BASPO: Schwimmen lernen – die Grundlagen.
[2] Lehrmittel Schwimmen, bereitgestellt über mobilesport.ch: Kapitel Kraul: Reihenbild, Checkliste und Lernwege (PDF).
[3] mobilesport.ch, Quelle Swiss Aquatics: Der Bewegung angepasst atmen.
[4] mobilesport.ch, Quelle Swiss Aquatics: Side to side im Kraul/Rücken, veröffentlicht am 12. Februar 2026.
[5] BFU: Baden und Schwimmen – sicher obenauf bleiben.
[6] Swimatic: Kraulkurse für Erwachsene (Beispiel eines Schweizer Kursaufbaus). Quellen geprüft am 19. September 2026.