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  • Kraularmzug lernen: Wasser fassen statt nach unten drücken

    Beim Kraulen bewegen sich die Arme ständig, trotzdem fehlt vielen Einsteigern der Vortrieb. Häufig taucht die Hand ein, der gestreckte Arm drückt sofort nach unten und der Kopf wird kurz angehoben. Der Körper bewegt sich dabei auf und ab, aber nur wenig nach vorne. Ein wirksamer Kraularmzug beginnt anders: Die Hand sucht Halt im Wasser, Unterarm und Hand bilden eine grössere Druckfläche und schieben das Wasser nach hinten.

    Dieses «Wasserfassen» ist keine einzelne starre Position. Es ist der Übergang vom Eintauchen zur Zug- und Druckphase. Swiss Aquatics und swimsports verwenden in ihren Technikmodellen unter anderem die Ellbogen-vorn- oder hohe Ellbogenhaltung. Für Anfänger bedeutet das vor allem: Nicht mit steifem Arm auf den Beckenboden drücken, sondern den Ellbogen vergleichsweise oben lassen und den Unterarm unter dem Körper ausrichten.

    Warum nach unten drücken wenig Vortrieb bringt

    Wenn die Hand direkt nach dem Eintauchen nach unten wandert, wirkt die Kraft vor allem vertikal. Die Schulter wird belastet, der Oberkörper hebt sich und die Wasserlage wird unruhig. Anschliessend fehlt häufig Weg für eine lange Druckphase nach hinten. Der Arm verlässt das Wasser, bevor Hand und Unterarm den Körper wirksam vorwärts bewegt haben.

    Beim besseren Wasserfassen streckt sich der Arm zunächst in Schwimmrichtung, ohne die Schulter nach vorne zu quetschen. Dann kippen Hand und Unterarm so, dass die Handfläche zunehmend nach hinten zeigt. Der Ellbogen bleibt näher an der Oberfläche als die Hand. Aus dieser Position kann der Arm das Wasser nach hinten beschleunigen.

    Kraularmzug: nach unten oder nach hinten?

    Bewege den Schalter und vergleiche einen steifen Druck nach unten mit dem Wasserfassen über Hand und Unterarm.

    Wasserfassen beim Kraularmzug Zwei vereinfachte Seitenansichten einer kraulenden Person. Zuerst drückt der gestreckte vordere Arm steil nach unten. Danach bleibt der Ellbogen höher, während Hand und Unterarm das Wasser nach hinten drücken. Steifer Arm: Druck nach unten Der Oberkörper hebt sich, aber die Kraft zeigt kaum nach hinten. Kraft zeigt nach unten Schulter locker halten · Bewegung langsam aufbauen · bei Schmerzen stoppen
    Nach unten drücken Wasser fassen

    Die Hand taucht vor der Schulter ein

    Die Hand sollte ungefähr auf einer Linie vor der Schulter eintauchen, nicht vor dem Kopf kreuzen. Die Finger zeigen locker nach vorne, die Hand bleibt weder zur Faust geschlossen noch übertrieben gespreizt. Danach verlängerst du den Arm kurz in Schwimmrichtung. Dieses Strecken ist keine Pause mit blockierter Schulter, sondern bereitet das Wasserfassen vor.

    Mit Paddeln statt mit Kraft beginnen

    Eine gute Vorübung ist der «Scheibenwischer». Lege dich in Bauchlage, die Ellbogen bleiben ungefähr auf Schulterhöhe und die Unterarme bewegen sich klein nach innen und aussen. Suche den Winkel, bei dem du Druck an Handflächen und Unterarmen spürst. Die Beine dürfen zunächst ruhig bleiben oder leicht unterstützen.

    Im standtiefen Wasser kannst du dieselbe Idee im Gehen ausprobieren. Stelle den Arm vor dich, beuge den Ellbogen und schiebe mit Hand und Unterarm Wasser nach hinten. Wenn du nur mit der Handfläche wedelst, ist die Druckfläche klein. Nimmst du den Unterarm dazu, wird der Widerstand deutlich spürbarer.

    Einarmig schwimmen schafft Übersicht

    Beim einarmigen Kraulen bleibt ein Arm vorne, während der andere langsam zieht. So kannst du Eintauchen, Wasserfassen und Druckphase nacheinander beobachten. Atme zur Seite des arbeitenden Arms oder mache nur wenige Züge zwischen zwei Pausen. Eine Schwimmlehrperson kann von vorne oder seitlich sehen, ob die Hand zu früh nach unten fällt.

    Die Druckphase bis zur Hüfte führen

    Nach dem Wasserfassen bewegt sich der Arm unter dem Körper nach hinten. Die Bewegung wird allmählich kräftiger und endet nahe an der Hüfte. Viele Einsteiger nehmen die Hand schon auf Bauchhöhe aus dem Wasser. Damit verschenken sie einen Teil des möglichen Vortriebs. Trotzdem soll der Arm nicht mit Gewalt vollständig durchgedrückt werden.

    Über Wasser folgt eine lockere Rückholphase. Der Ellbogen darf führen, Unterarm und Hand bleiben entspannt. Das Ziel ist kein möglichst hoher Ellbogen um jeden Preis, sondern eine Bewegung, die ohne Schulterspannung zurück nach vorne führt.

    Technik vor grossen Paddles

    Grosse Handpaddles verstärken den Widerstand, aber auch Fehler und Schulterbelastung. Für Anfänger sind sie kein Ersatz für Wassergefühl. Übe zuerst ohne Hilfsmittel oder mit sehr kleinen Technikpaddles unter Anleitung. Bei Schulterbeschwerden wird die Belastung reduziert und fachlich abgeklärt.

    Ein guter Kraularmzug fühlt sich nicht wie ein hektisches Schlagen an. Du setzt die Hand ruhig ein, findest Druck, schiebst das Wasser nach hinten und lässt den Körper daran vorbeiziehen. Wenn diese Richtung stimmt, entsteht mehr Vortrieb – oft mit weniger Kraft als zuvor.

  • Antreiben – Vortrieb erzeugen

    Antreiben – Vortrieb erzeugen

    Antreiben bedeutet, den Körper mit gezielten Bewegungen durch das Wasser vorwärts zu bewegen. Dabei arbeiten Arme und Beine zusammen: Der Armzug erzeugt einen wichtigen Teil des Vortriebs, während der Beinschlag zusätzlich antreibt und gleichzeitig die Wasserlage stabilisieren kann. Ein guter Antrieb entsteht deshalb durch Technik und Koordination – nicht einfach durch möglichst viel Kraft.

    So funktioniert der Antrieb

    Beim Armzug wird Wasser mit den Händen und Unterarmen erfasst und kontrolliert nach hinten gedrückt. Beim Kraulschwimmen folgt auf das Eintauchen und Wasserfassen die Zug- und Druckphase, bevor der Arm locker nach vorne zurückgeführt wird. Der Beinschlag unterstützt den Vortrieb und hilft dabei, eine stabile Körperlage zu halten.

    Darauf kommt es an

    • Armzug: Das Wasser gezielt fassen und während der Zug- und Druckphase Druck aufbauen.
    • Beinschlag: Die Beine aus der Hüfte bewegen und die Füße möglichst locker halten.
    • Koordination: Arme, Beine und Atmung so verbinden, dass ein möglichst kontinuierlicher Vortrieb entsteht.
    • Wasserlage: Den Körper möglichst gestreckt und widerstandsarm halten, damit der erzeugte Vortrieb nicht unnötig verloren geht.

    Übung: Schwimmen mit Pull und Kick

    Übe zunächst den Armzug und den Beinschlag getrennt voneinander. Schwimme danach einige Meter Kraul und konzentriere dich darauf, den Armzug ruhig und vollständig auszuführen. Achte gleichzeitig auf einen gleichmässigen Beinschlag und eine stabile Wasserlage. Versuche nicht, möglichst stark zu ziehen oder zu treten, sondern spüre, wie die einzelnen Bewegungen gemeinsam für Vortrieb sorgen. Das Ziel ist ein gleichmässiger Bewegungsfluss ohne unnötige Pausen.

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    Wie stark präzises Timing den Vortrieb beeinflusst, kannst du im kostenlosen Schwimm-Spiel im Browser erleben: Nur genau getroffene Züge bringen Tempo und Ausdauer, hektisches Tippen bremst.